Till Bennewitz am 28.02.2015 im Topos, Leverkusen – Konzertbericht

2 03 2015

Till Bennewitz (10)

Es war 1979 und Sommer und dieser Urlaub in Frankreich. Und es waren diese beiden Kassetten, die während der Autofahrt abwechselnd, aber permanent ihre Runden im Player drehten. Auf beiden Etiketten stand der gleiche Name. Bruce Springsteen. Die Musik von seinen Alben: „Born to Run“, „Darkness on the Edge of Town“ ,“The Wild, the Innocent & the E Street Shuffle” und „Greetings from Asbury Park, N.J.” war damals ziemlich frisch für meine Ohren. Und ich liebte diesen neuen Wind, diese ungebremste Power, diese außergewöhnliche Poesie.

Und heute – gute 35 Jahre später – sitze ich im alt- ehrwürdigen Topos in Leverkusen und erfreue mich einer fulminanten Reise zurück in diese Zeit. Das Reiseziel ist nach wenigen Akkorden bereits erreicht. Denn was Till Bennewitz und seine zum Teil erst vor kurzem zusammengestellte Band an meine Ohren schickt, hat genau diese unverblümte Frische der frühen Springsteen- Phase.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Wir haben es keineswegs mit einer Coverband zu tun. Till Bennewitz versteht es mit seinen 22 Jahren perfekt, dieses vertraute, gute, alte Gefühl in mir wiederzubeleben und genau dies tut er mit seinen selbstgeschriebenen Songs. So etwas wie eine Atempause zwischen den Titeln gibt es nicht. Diese Band „brennt“ und die Spielfreude der vier Herren und der einen Dame zieht mich sofort in ihren Bann.

Neben Till Bennewitz – Gitarre, Vocals – sind das Daniela Kruger – Bass Marc Egloff – Drums, Daniel Gräupner – Keyboards und Sebastian Schweyer – Gitarre.

Till ist gesegnet mit eben dieser ausdrucksstarken, kräftigen Stimme, die verdammt nahe an die des jungen Springsteens herankommt. Dazu noch die klassische Telecaster in Butterscotch Blonde und die fast ebenso klassische weitere Besetzung: 2. Gitarre, Keyboards, Drums und Bass runden das Klangbild ab. Ab und zu fehlt mir nur eine Saxofon- Einlage à la Clarence Clemons und das akustische Mosaik wäre komplett. Aber diese Kritik ist Luxus- Jammern auf höchstem Niveau. Ein Saxofonist hätte zudem eh keinen Platz mehr auf der kleinen Topos- Bühne gefunden.

Nein, diese junge Band rockt als gäbe es kein morgen mehr. Und das wäre nur zu schade. Denn schon am nächsten Tag sollen sie in Nancy in einem Studio stehen und ein Konzert für www.nancy-webtv.com geben. Das wird live gestreamt, in den nächsten Wochen mehrmals wiederholt und später als Podcast in der Reihe „3 J Vision“ (http://www.nancy-webtv.fr/index.php/3-j-vision) zur Verfügung stehen.

Das an alle die, die sich gerne selbst einen Eindruck von der Qualität dieses klasse Musikers und Songschreibers und seiner Band überzeugen wollen. Ich bin bereits überzeugt davon und die 3-Track CD mit dem Titel „New York Sessions“ tut ein Weiteres hinzu. Ich höre sie auf der Heimfahrt im Auto gleich mehrfach und mit breitem Grinsen und tierischem Vergnügen stelle ich fest, dass das Saxofon bei diesen Aufnahmen auch seinen Platz gefunden hat. Man darf also gespannt sein auf die erste „Voll“- Cd, die noch im Laufe des März 2015 erscheinen soll. Produziert wurde diese von keinem geringeren als Aynsley Lister, der einige prominente Gastmusiker mit in die Produktion eingeschleust hat. Mehr davon, sobald ich die CD in Händen habe.

Solltet ihr den Namen Till Bennewitz auf einem Plakat oder bei einem Veranstaltungshinweis lesen: Unbedingt nicht verpassen!

Und den Veranstaltern sei dieser Name ebenfalls ans Herz gelegt. Musiker können nur weiter wachsen und reifen, wenn sie Gelegenheiten haben zu spielen und sich dem Publikum zu stellen. Anyway: Ich bin sicher, dass Till Bennewitz seinen Weg gehen wird. Man sieht sich….

Till Bennewitz (26)

Links: Till Bennewitz Homepage
Slideshow: Fotos vom Konzert





Clare Free am 06.04.2013 im Topos Leverkusen

8 04 2013

Clare Free 450

An diesem immer noch recht kalten Aprilsamstagabend ist das Topos recht gut gefüllt, um einer Premiere beizuwohnen. Denn der erste Auftritt der britischen Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Clare Free in Deutschland steht heute bevor.

Clare Free hat es in ihrem Mutterland schon zu einigen Nominierungen und Auszeichnungen für ihre Arbeit gebracht.

Ich habe sie zum ersten Mal etwa vor einem Jahr bei einem Konzert in Belgien erlebt. Dass darauf etliche weitere Begegnungen folgten, liegt natürlich an Clare’s erstklassigen Performance und das zusammen mit ihrer „Festland“- Band, den belgischen Musikern Gilles Droixhe (Gitarre), Hen Monreau  (Schlagzeug) und Jack Thysen (Bass).

Das Konzert besteht aus einer Mischung aus überwiegend eigenen Songs und einigen Klassikern, zu denen  beispielsweise B.B. King’s „The Thrill Is Gone“ oder auch Stevie Ray Vaughan’s „Pride And Joy“ gehören. An Bandbreite herrscht keinerlei Mangel.

Zwei CDs gibt es bereits, eine Dritte ist in Arbeit:

Ich nehme es gerne vorweg, der Abend im Topos wird für die vier Musiker ein großer Erfolg.

Die Frontfrau weiß, ein Publikum in den Bann zu schlagen und es auch dort zu halten. Die Titel, ob nun „My Perfect Man“, „Little Miss Jealousy“ oder „Tempted“ sind in der Reihenfolge gut gewählt und sind in der Lage einen musikalischen Spannungsbogen aufzubauen und auch zu halten.

Blues Is My Business“ sang einst schon die wunderbare Etta James. Clare Free tut es ihr gleich und lässt keinen Zweifel am Wahrheitsgehalt der Folgezeile „…and business is good“.

Begeisternde Gitarrensoli der Britin, aber auch von Gilles Droixhe, der keineswegs nur der Rhythmus spielende Begleitmusiker ist. Wahre gitarristische „Rededuelle“ liefern sich die Beiden und das Publikum wird immer wieder davon mitgerissen, was sich in heftigem Szenenapplaus niederschlägt..

Auch für die auf den Punkt treibende Rhythmussektion von Bass und Schlagzeug gibt es immer wieder Platz und Gelegenheit für solistische Eskapaden. Jack Thysen pegelt bei einem  seiner vortrefflichen Soli den Lautstärkepegel soweit herunter, so dass es im Raum  mucksmäuschenstill wird. Die legendäre fallende Stecknadel wäre zweifellos zu hören gewesen.

Mit zwei Zugaben beschließt die Band dann nach etwa 2,5 Stunden Spielzeit das Konzert. Chuck Berry’s „Johnny B. Goode“ und  das durch B. B. King bekannt gewordene „Everyday I Have The Blues“ runden perfekt einen perfekten Abend ab.

Der erste Schritt für Clare Free nach Deutschland ist gemacht. Hoffen wir also, dass noch viele weitere folgen.

Wir hier im Topos jedenfalls haben einen ebenso wunderbaren wie abwechslungsreichen Samstagabend verbracht, der so schnell nicht vergessen sein wird. Überall nichts als zufriedene Gesichter und Kommentare. Und das vollkommen zurecht.

Fazit: Unbedingt nicht verpassen. Man sieht sich.