Till Bennewitz – Meeting in the Night – CD Besprechung

13 05 2015

10955055_842971415796679_8849231868178449042_o Es ist Montag. Ich muss zur Arbeit. Ich bin spät dran, sogar der Postbote war schon da. Im Briefkasten finde ich ein einen Umschlag, der stark darauf schließen lässt, dass er eine CD enthält. Die Verpackung ist schnell entfernt und siehe da – ich halte das erste Studioalbum von Till Bennewitz in der Hand. Schnell ins Auto und schon ist der Silberling im Player. Noch während ich rückwärts vom Hof rolle, erreichen mich die ersten Töne von „Henry Boy“, dem Opener des Albums. Und da ist es wieder Schlag für Schlag, Takt für Takt: Das alte Feeling, das sich schon bei meinem ersten Live- Konzert – Erlebnis mit Till Bennewitz und seiner Band einstellte. So fühle ich mich sofort zurückkatapultiert in die Mitte der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Und zwar auf die „gute“ Seite der Mittsiebziger, in der zugegebenermaßen auch eine Menge akustischer Müll produziert wurde. Doch die Retter aus dieser Misere damals waren für mich unter anderem Bob Seeger, Jackson Browne, die Eagles, Southside Johnny & The Asbury Jukes und last but not least –  – Bruce Springsteen. Und Till’s Album weist genau die damalige Frische und Stimmung der beiden letztgenannten auf. Für meine Ohren wird das brillant von Aynsley Lister in den Superfly Studios produzierte Werk zu einem Hörgenuss, der mich gleichzeitig vor eine nicht lösbare Aufgabe stellt: Es gibt ihn nicht, diesen einen oder zumindest anderen Track, die man als Anspieltipps besonders hervorheben kann. Alle 10 Titel sind von gleichbleibender Qualität und das auf höchsten Niveau. Das gilt für das Songwriting, den Gesang, die Interpretation, die beteiligten Musiker – Wayne Proctor (Dums) und Bob Frizdema (Keyboards) – hinlänglich bekannt vor allem durch ihre Arbeit mit King King, James Hartley, der schon für Danny Bryant den Bass zupfte und natürlich hat es sich Aynley Lister nicht nehmen lassen, seine gitarristischen Fähigkeiten mit einzubringen. Knackige Bläsersätze werten das Soundbild nochmals auf. Ich schüttele den Kopf. Es gibt einfach nichts zu meckern. Außer vielleicht, dass mein Weg zur Arbeit zu kurz ist, um in den Genuss der gesamten CD (ca. 48 Minuten) zu kommen. So freue ich mich heute noch mehr auf den Feierabend und auf den Heimweg. Fazit: Eins ist sicher: Till Bennewitz und alle seine musikalischen Mittäter liefern mir den Soundtrack für mindestens diesen Sommer in immer wieder 48- minütigen Dosen, zwischendurch kommt allenfalls noch seine EP „The New York Sessions“  zum Einsatz. Das Urteil „Gut gemacht“ wäre eine schamlose Untertreibung. „Bestens gemacht“ kommt der Wahrheit schon näher. Die CD erscheint offiziell erst am 22.06.2015. ist aber bereits bei den Live- Konzerten und über die Web- Seite – www.tillbennewitz.de – erhältlich. Tour Dates:

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Till Bennewitz am 28.02.2015 im Topos, Leverkusen – Konzertbericht

2 03 2015

Till Bennewitz (10)

Es war 1979 und Sommer und dieser Urlaub in Frankreich. Und es waren diese beiden Kassetten, die während der Autofahrt abwechselnd, aber permanent ihre Runden im Player drehten. Auf beiden Etiketten stand der gleiche Name. Bruce Springsteen. Die Musik von seinen Alben: „Born to Run“, „Darkness on the Edge of Town“ ,“The Wild, the Innocent & the E Street Shuffle” und „Greetings from Asbury Park, N.J.” war damals ziemlich frisch für meine Ohren. Und ich liebte diesen neuen Wind, diese ungebremste Power, diese außergewöhnliche Poesie.

Und heute – gute 35 Jahre später – sitze ich im alt- ehrwürdigen Topos in Leverkusen und erfreue mich einer fulminanten Reise zurück in diese Zeit. Das Reiseziel ist nach wenigen Akkorden bereits erreicht. Denn was Till Bennewitz und seine zum Teil erst vor kurzem zusammengestellte Band an meine Ohren schickt, hat genau diese unverblümte Frische der frühen Springsteen- Phase.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Wir haben es keineswegs mit einer Coverband zu tun. Till Bennewitz versteht es mit seinen 22 Jahren perfekt, dieses vertraute, gute, alte Gefühl in mir wiederzubeleben und genau dies tut er mit seinen selbstgeschriebenen Songs. So etwas wie eine Atempause zwischen den Titeln gibt es nicht. Diese Band „brennt“ und die Spielfreude der vier Herren und der einen Dame zieht mich sofort in ihren Bann.

Neben Till Bennewitz – Gitarre, Vocals – sind das Daniela Kruger – Bass Marc Egloff – Drums, Daniel Gräupner – Keyboards und Sebastian Schweyer – Gitarre.

Till ist gesegnet mit eben dieser ausdrucksstarken, kräftigen Stimme, die verdammt nahe an die des jungen Springsteens herankommt. Dazu noch die klassische Telecaster in Butterscotch Blonde und die fast ebenso klassische weitere Besetzung: 2. Gitarre, Keyboards, Drums und Bass runden das Klangbild ab. Ab und zu fehlt mir nur eine Saxofon- Einlage à la Clarence Clemons und das akustische Mosaik wäre komplett. Aber diese Kritik ist Luxus- Jammern auf höchstem Niveau. Ein Saxofonist hätte zudem eh keinen Platz mehr auf der kleinen Topos- Bühne gefunden.

Nein, diese junge Band rockt als gäbe es kein morgen mehr. Und das wäre nur zu schade. Denn schon am nächsten Tag sollen sie in Nancy in einem Studio stehen und ein Konzert für www.nancy-webtv.com geben. Das wird live gestreamt, in den nächsten Wochen mehrmals wiederholt und später als Podcast in der Reihe „3 J Vision“ (http://www.nancy-webtv.fr/index.php/3-j-vision) zur Verfügung stehen.

Das an alle die, die sich gerne selbst einen Eindruck von der Qualität dieses klasse Musikers und Songschreibers und seiner Band überzeugen wollen. Ich bin bereits überzeugt davon und die 3-Track CD mit dem Titel „New York Sessions“ tut ein Weiteres hinzu. Ich höre sie auf der Heimfahrt im Auto gleich mehrfach und mit breitem Grinsen und tierischem Vergnügen stelle ich fest, dass das Saxofon bei diesen Aufnahmen auch seinen Platz gefunden hat. Man darf also gespannt sein auf die erste „Voll“- Cd, die noch im Laufe des März 2015 erscheinen soll. Produziert wurde diese von keinem geringeren als Aynsley Lister, der einige prominente Gastmusiker mit in die Produktion eingeschleust hat. Mehr davon, sobald ich die CD in Händen habe.

Solltet ihr den Namen Till Bennewitz auf einem Plakat oder bei einem Veranstaltungshinweis lesen: Unbedingt nicht verpassen!

Und den Veranstaltern sei dieser Name ebenfalls ans Herz gelegt. Musiker können nur weiter wachsen und reifen, wenn sie Gelegenheiten haben zu spielen und sich dem Publikum zu stellen. Anyway: Ich bin sicher, dass Till Bennewitz seinen Weg gehen wird. Man sieht sich….

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Links: Till Bennewitz Homepage
Slideshow: Fotos vom Konzert