R.I.P. Joe Cocker – * 20. Mai 1944 – † 22. Dezember 2014

23 12 2014

Nach Jack Bruce, Bobby Keys, Ian McLagan, Paul Revere, Johnny Winter, Bobby Womack, Paco de Lucía, Pete Seeger und Phil Everly hat uns nun auch Joe Cocker im Jahr 2014 verlassen. Alle diese Künstler haben mich über die Jahre mit ihrer Musik begleitet in freudigen Momenten wie in traurigen. Sie haben es verstanden, ihre Begeisterng für die Musik auf mich zu übertragen und wurden so auf ihre ganz eigene Art Bestandteil auch meines Lebens. Ihr Schaffen macht sie unsterblich. Letztendlich.
Rest in peace … all of you.





Johnny Winter – * 23. Februar 1944 ; † 16. Juli 2014

17 07 2014

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1971 stöbert ein 17- Jähriger in der Schallplattenabteilung des Monoprix in St. Brieuc und zieht mit aufgeregt zitternden Händen eine LP aus dem Regal: „Live – Johnny Winter And“. Die LP mit dem ultimativen Urschrei des „Rock’n‘ Roll“ zu Beginn von „Johnny B. Goode“.

Das war Anfang eines tief verwurzelten Fan(da)seins, das darin gipfelte, viele Jahre später nach einem Konzert von Johnny Winter in dessen Nightliner zu sitzen, sich mit seinem Idol zu unterhalten, nachdem der Meister fleißig LPs signiert hatte.

Es war zudem des Fans Geburtstag und Johnny drückte ihm kräftig die Hand und gratulierte ihm herzlich, während die Band „Happy Birthday“ sang.

Einen solchen Moment vergisst man sein Leben nicht. Das bleibt. Auch und vor allem jetzt.

Danke, Johnny Winter: für deine Kunst, für deine Energie, für einen großen Teil des Soundtracks auch meines Lebens.

Rock’n’Roll … go, Johnny, go, Johnny B. Goode …

Bye,  Sweet Papa John





Hookrock 2013, Diepenbeek

28 06 2013

 





Johnny Winter am 15.05.2009 in der Börse, Wuppertal

2 03 2012

Review clasics…

Johnny Winter

Johnny Winter

Paul Nelson, Scott Spray (Bass) und Vito Liuzzi (Drums) betreten die Bühne. In einem Instrumental zeigt Paul Nelson seine Fingerfertigkeit an der Gitarre. Er ist ein exzellenter Techniker. Der Titel sagt mir persönlich nichts und bringt mir auch nichts. Stilistisch liegt er im Bereich Gitarrengewitter mit allen Licks und Tricks, die ein moderner Gitarrero wohl drauf haben muss, um ein Publikum zu beeindrucken. Ich bin allerdings weniger beeindruckt, aber froh, als dieses Gewitter wieder vorbei ist und der eigentliche Hero des Abends leicht nach vorne gebeugt die Bühne betritt und sich in kleinen Schritten seinem Stuhl nähert, der bereits auf ihn wartet. Paul Nelson bleibt auf der Bühne, was er bei früheren Konzerten nicht getan hat, von nun an begnügt er sich mit der Rolle des Rhythmusgitarristen.

Johnny Winter greift seine bereitliegende weiße Erlewine Lazer Gitarre, sein erster Titel ist wie gewohnt Freddy King’s «Hideaway».

«Sugar Coated Love» und «Boogie Real Low» folgen. Auf mich macht Johnny einen weitaus fitteren Eindruck als vor zwei Jahren, als ich ihn das letzte Mal sah. Klar, er wird nie mehr die Power vergangener Tage erreichen, wer dies erwartet, erwartet Wunder. Doch trotz allem freut es mich, ihn wieder zu sehen und auch zu wieder live zu hören. Die paar kleinen Patzer in seinem Spiel sind verzeihlich.

Johnny Winter bleibt für mich eine unantastbare Institution und als solche werde ich ihn auch in Erinnerung behalten.

Was mir so gar nicht gefallen will, ist der Sound bei diesem Konzert. Teilweise matscht er enorm, der Bass dröhnt alles zu. Zunächst schiebe ich dies auf meinen Platz direkt an der Bühne. Aber Leute, mit denen ich nachher spreche und die ganz wo anders im Saal standen, haben denselben Eindruck.

Schade eigentlich, denn bei Henrik Freischlader, der das Vorprogramm bestritt,  konnte man sich über den Sound nicht beklagen.

Wie dem auch sei: Johnny spielt sein Set gespickt mit Titeln, die wir von ihm erwarten, es gibt nichts Neues unter der Sonne, äh, den Bühnenscheinwerfern. Besonders gefallen hat mir seine Version des Hendrix– Klassikers «Red House».

Als Johnny seine berühmte Gibson Firebird gereicht bekommt, weiß der geneigte Fan, dass es Zeit wird für die Slide Titel. Und so ist es dann auch J.B. Lenoir’s «Mojo Boogie» und Bob Dylan’s «Highway 61» sind an der Reihe und bieten damit die Schlusspunkte eines Konzertes eines der besten musikalischen Vertreters einer Zeit, die ihren festen Platz in der Musikgeschichte hat. Diese Zeit ist nun einmal vorbei, was bleibt, sind Erinnerungen, die immer wieder aufblitzen, wenn man Konzerte der Heroen von damals erleben kann, ohne dass das Ganze zu einem Nostalgietrip wird.

Dafür danken kann man Künstlern wie Johnny Winter nicht genug, dass sie sich immer noch den Strapazen einer ausgiebigen Tour aussetzen, um uns, den Fans, weiterhin ihre Musik zu schenken.

So bin ich froh, dieses Konzert miterlebt zu haben und einer der zirka 800 Zuschauer in der der ausverkauften Wuppertaler Börse gewesen zu sein. Der Beifall ist laut und die Zugabe- wie „Johnny. Johnny“- Rufe ebenfalls, aber Johnny kommt nicht mehr zurück auf die Bühne. Die Stagehands beginnen mit dem Abbau der Mikrofone, das Saallicht geht an. Die meisten Zuschauer verlassen den Saal.

Ich bleibe noch etwas, hier und da ein Gespräch mit Bekannten und Unbekannten. Paul Nelson durchquert die Halle. Ich spreche ihn kurzerhand an, ob es möglich ist, Johnny für einen Gruß ans Mikrofon zu bekommen. Es ist möglich! Johnny signiert in seinem Nightliner fleißig CDs und LP- Cover, gruppenweise werden Fans bis vor die Tür des Busses vorgelassen.

Als Letzter darf ich sogar den Bus betreten. Die Band sitzt auf bequemen Sesseln, Johnny sitzt an einem Tisch und unterschreibt noch einige Autogrammkarten.

Ich stelle das Radio und mich kurz vor. Dann spricht er mir „Hi, this is Johnny Winter, you’re listening to Juke Joint Bluesradio.“ in den Recorder. Und da ich seit ein paar Minuten Geburtstag habe, bedanke ich mich für das schöne Geburtstagsgeschenk, einmal mit Johnny Winter gesprochen zu haben. Spontan greift er meine Hand, drückt sie kräftig: „Happy birthday, Tony.“ Die Band schließt sich den Wünschen an.

Ein schöner und wohl unvergesslicher Einstieg in das neue Lebensjahr.

Danke an Johnny Winter für diesen Moment und für seine Musik, die mich schon lange in meinem Leben begleitet. Und so wird es auch weiter sein…

Text und Fotos © 2009 Tony Joe Gardner





Henrik Freischlader & Johnny Winter am 15.05.2009 in der Börse, Wuppertal

14 11 2010

Johnny Winter

Johnny Winter ist auf Europatour. Für sein Konzert in Wuppertal wurde Henrik Freischlader mit seiner Band als Opener erkoren.

Eine gute Wahl, wie sich gleich nach den ersten Takten herausstellt. Henrik ist in bester Spiellaune, genau wie seine neue Band.

Im Gepäck hat er für sein etwa einstündiges Heimspiel heute Titel wie «Too Cool For Me», «She Ain’t Got The Blues», «Oh, Pretty Woman» von Albert King, «I Loved Another Woman» von Peter Green, diese Interpretation gefällt mir äußerst gut, feinfühliges Gitarrenspiel, klasse Gesang, sehr dicht am Original, aber immer noch Henrik.

Hier deutet sich an, dass er sich wieder mehr dem Blues zuneigt. Und das passt zu ihm und seiner Spielweise und zu seiner Band. Sehr schöne Hammondflächen wie –soli von Moritz Fuhrhop, der auch beim Projekt «5 Live» mit dabei war/ist und u. a. mit Larry Garner gespielt hat, bereichern das Gesamtsoundbild. Platz für Ausflüge ins Reich der Improvisationen ist reichlich vorhanden und wird dankbar genutzt. Getragen wird all dies von Theofilos Fotiadis mit seinem Music Man Bass und Hardy Fischötter am Yamaha Drumset.

Das Ganze klingt frisch und frech und es macht richtig gute Laune. Der passende Einstieg für einen denkwürdigen Bluesabend.

Mit Jimi Hendrix’ «Foxy Lady» beschließt Henrik Freischlader sein Set. Der lautstarke Applaus ist mehr als verdient.

«Vielleicht ziehe ich demnächst ja wieder nach Wuppertal…», mit diesen Worten verabschiedet er sich vom Publikum.

Es folgt eine Umbaupause, die dank vieler helfender Hände ziemlich zügig und professionell von statten geht.

Dann ist es endlich soweit. Paul Nelson, Scott Spray (Bass) und Vito Liuzzi (Drums) betreten die Bühne. In einem Instrumental zeigt Paul Nelson seine Fingerfertigkeit an der Gitarre. Er ist ein exzellenter Techniker. Der Titel sagt mir persönlich nichts und bringt mir auch nichts. Stilistisch liegt er im Bereich Gitarrengewitter mit allen Licks und Tricks, die ein moderner Gitarrero wohl drauf haben muss, um ein Publikum zu beeindrucken. Ich bin allerdings weniger beeindruckt, aber froh, als dieses Gewitter wieder vorbei ist und der eigentliche Hero des Abends leicht nach vorne gebeugt die Bühne betritt und sich in kleinen Schritten seinem Stuhl nähert, der bereits auf ihn wartet. Paul Nelson bleibt auf der Bühne, was er bei früheren Konzerten nicht getan hat, von nun an begnügt er sich mit der Rolle des Rhythmusgitarristen.

Johnny Winter greift seine bereitliegende weiße Erlewine Lazer Gitarre, sein erster Titel ist wie gewohnt Freddy King’s «Hideaway».

«Sugar Coated Love» und «Boogie Real Low» folgen. Auf mich macht Johnny einen weitaus fitteren Eindruck als vor zwei Jahren, als ich ihn das letzte Mal sah. Klar, er wird nie mehr die Power vergangener Tage erreichen, wer dies erwartet, erwartet Wunder. Doch trotz allem freut es mich, ihn wieder zu sehen und auch zu wieder live zu hören. Die paar kleinen Patzer in seinem Spiel sind verzeihlich.

Johnny Winter bleibt für mich eine unantastbare Institution und als solche werde ich ihn auch in Erinnerung behalten.

Was mir so gar nicht gefallen will, ist der Sound bei diesem Konzert. Teilweise matscht er enorm, der Bass dröhnt alles zu. Zunächst schiebe ich dies auf meinen Platz direkt an der Bühne. Aber Leute, mit denen ich nachher spreche und die ganz wo anders im Saal standen, haben denselben Eindruck.

Schade eigentlich, denn bei Henrik Freischlader konnte man sich über den Sound nicht beklagen.

Wie dem auch sei: Johnny spielt sein Set gespickt mit Titeln, die wir von ihm erwarten, es gibt nichts Neues unter der Sonne, äh, den Bühnenscheinwerfern. Besonders gefallen hat mir seine Version des Hendrix– Klassikers «Red House».

Als Johnny seine berühmte Gibson Firebird gereicht bekommt, weiß der geneigte Fan, dass es Zeit wird für die Slide Titel. Und so ist es dann auch J.B. Lenoir’s «Mojo Boogie» und Bob Dylan’s «Highway 61» sind an der Reihe und bieten damit die Schlusspunkte eines Konzertes eines der besten musikalischen Vertreters einer Zeit, die ihren festen Platz in der Musikgeschichte hat. Diese Zeit ist nun einmal vorbei, was bleibt, sind Erinnerungen, die immer wieder aufblitzen, wenn man Konzerte der Heroen von damals erleben kann, ohne dass das Ganze zu einem Nostalgietrip wird.

Dafür danken kann man Künstlern wie Johnny Winter nicht genug, dass sie sich immer noch den Strapazen einer ausgiebigen Tour aussetzen, um uns, den Fans, weiterhin ihre Musik zu schenken.

So bin ich froh, dieses Konzert miterlebt zu haben und einer der zirka 800 Zuschauer in der der ausverkauften Wuppertaler Börse gewesen zu sein. Der Beifall ist laut und die Zugabe- wie „Johnny. Johnny“- Rufe ebenfalls, aber Johnny kommt nicht mehr zurück auf die Bühne. Die Stagehands beginnen mit dem Abbau der Mikrofone, das Saallicht geht an. Die meisten Zuschauer verlassen den Saal.

Ich bleibe noch etwas, hier und da ein Gespräch mit Bekannten und Unbekannten. Paul Nelson durchquert die Halle. Ich spreche ihn kurzerhand an, ob es möglich ist, Johnny für einen Gruß ans Mikrofon zu bekommen. Es ist möglich! Johnny signiert in seinem Nightliner fleißig CDs und LP- Cover, gruppenweise werden Fans bis vor die Tür des Busses vorgelassen.

Als Letzter darf ich sogar den Bus betreten. Die Band sitzt auf bequemen Sesseln, Johnny sitzt an einem Tisch und unterschreibt noch einige Autogrammkarten.

Ich stelle das Radio und mich kurz vor. Dann spricht er mir „Hi, this is Johnny Winter, you’re listening to Juke Joint Bluesradio.“ in den Recorder. Und da ich seit ein paar Minuten Geburtstag habe, bedanke ich mich für das schöne Geburtstagsgeschenk, einmal mit Johnny Winter gesprochen zu haben. Spontan greift er meine Hand, drückt sie kräftig: „Happy birthday, Tony.“ Die Band schließt sich den Wünschen an.

Ein schöner und wohl unvergesslicher Einstieg in das neue Lebensjahr.

Danke an Johnny Winter für diesen Moment und für seine Musik, die mich schon lange in meinem Leben begleitet. Und so wird es auch weiter sein…

Text und Fotos © 2009 Tony Mentzel