Lou Reed – Eine Erinnerung

28 10 2013

Lou Reed

1972 hörte ich eine Menge verschiedener Musik, so wie ich das bis heute tue. Die Beatles hatten sich längst verabschiedet, es gab aber noch die Rolling Stones, Humble Pie, Free, Rory Gallagher, Allman Brothers, Lynyrd Skynyrd etc. und eben Lou Reed. Vevet Underground hatten sich gerade aufgelöst und Mr. Reed brachte „Transformer“ heraus, ein Album, das von Reed’s Freund David Bowie produziert wurde und auf dem sich immergrüne Perlen wie „Vicious“, „Perfect Day“, Satellite of Love“ oder „Goodnight Ladies“ befinden. Und eben der Welthit „Walk On The Wilde Side“. Mit diesem Song katapultierte sich Lou Reed in musikalischen Olymp.

Das „Dippdedippdedipp“ der coloured girls ist wohl jedem im Ohr und liegt jedem gleich wieder zum Mitsingen auf der Zunge, wenn er den Song hört. Und dann das wundervolle Saxofonsolo von Ronnie Ross, einem Jazzmusiker, der mit dem Modern Jazz Quartett oder Woody Herman aufgetreten war.

Dieser Lou Reed hat noch vieles mehr zum Soundtrack meines Lebens beigesteuert, so zum Beispiel den Song „Pale Blue Eyes“, den er 1969 bereits mit Velvet Underground aufgenommen hatte. Zu meinen Lieblingsalben gehören „Berlin“ (1973), „New York“ (1989) und „Songs for Drella (1990)“, das er zusammen mit seinem alten Weggefährten John Cale aufnahm und das Andy Warhol gewidmet ist.

Als Lou Reed 2012 zur Eröffnung des Bonner „Kunstrasens“ ein viel umjubeltes Konzert gab, hatte ich Gelegenheit einige Fotos zu machen, die hier  zu finden sind.

Dieses Jahr sind noch andere meiner Helden gegangen: Magic Slim, Jimmy Dawkins, Richie Havens, J. J. Cale  und Alvin Lee.

Ihre Musik hat mich lange begleitet und wird dies auch weiter tun. Sie ist Teil meines Lebens.





J. J. Cale – The Silvertone Years – CD Review

3 05 2012

J.J. Cale - The Silvertone Years

Das ist immer so eine Sache mit Samplern. The Very Best Of… . The Ultimate Collection…

Für Einsteiger in das Werk eines Künstlers sicher nicht die verkehrteste Wahl. Sicher, auch viele denken sich: Ach, von dem oder der müsste ich auch mal etwas haben. Das war doch der / die, die ich bei Karl- Heinz oder Erika auf der Geburtstagsfete gehört habe. Da kommen Sampler gerade recht.

Der wahre Fan hingegen schwört auf die Einzelwerke und ist stets bemüht, seine Privatsammlung auf dem neuesten Stand und vollständig zu halten.

Aber da gibt es ja noch den CD- Player im Auto, der immer dann gefüttert werden will, wenn das Radiprogramm einen mal wieder in musikalische Sackgassen fährt. Wer will schon für derartige Fälle seine ganze Sammlung mitführen?

Von J. J. Cale, einem meiner ganz großen Favoriten, habe ich so ziemlich alles, was von ihm je auf die runden Silberdeckel gepresst wurde. Dazu auch noch etliche Vinylausgaben, deren Gebrauch im Auto völlig unwahrscheinlich ist.

Neulich im Supermarkt meines Vertrauens entdeckte ich „The Silvertone Years“ in einer Wühlbox. Ich staunte nicht schlecht: 25 Titel auf einer einzigen CD. Naja, J.J. Cale hat es ja nie auf ellenlange Titel angelegt.  Das Erstaunlichste war jedoch der Preis: Ganze Vier Komma Null Null Euro! Ab in den Einkaufswagen! (Bei Amazon kostet das gute Stück zur Zeit 6,99€, immer noch ein akzeptabler Preis für diese groovige CD.)

Und somit sind wir bereits beim Inhalt. Wer J.J. Cale kennt, weiß, was ihn erwartet. Laid Back Music vom Feinsten. Mal leicht rockig, bluesig oder jazzig. Oder irgendwas dazwischen. Aber immer mit dem Gütesiegel J.J. Cale. Die Zusammenstellung ist wirklich gelungen. Die Titelfolge sorgt für langeweilelose Abwechslung.

Drei Tracks haben es mir besonders angetan: „Lady Luck“, „Tijuana“ und „End Of The Line“. Doch das ist meine reine Willkür. Der Rest geht mehr als in Ordnung.

Selten habe ich eine CD in ihrer Gänze so oft gehört wie diese. Da ich oft und viel unterwegs bin, bekommt der hungrige CD- Player im Auto in letzter Zeit besonders bei Nachtfahrten dieses auch für die Ohren schmackhafte Futter. Eine Fahrt vom „Topos“  in Leverkusen bis zu mir nach Hause dauert exakt 21 Titel. Bleiben vier weitere für den Tag danach. Und die Vorfreude darauf.

Fazit: Für J.J. Cale Neulinge und für Langzeitautofahrer unbedingt zu empfehlen. Oder als Soundtrack zum Verfassen von Texten wie diesem hier. 5 Punkte von 5 möglichen.

J.J. Cale - The Silvertone Years