Ben Poole – Live At The Royal Albert Hall – CD Review

31 10 2014

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Großbritannien braucht sich wirklich keine Sorgen zu machen um den Nachwuchs in Sachen Blues. Leute wie Ben Poole sind durchaus in der Lage, der britischen Tradition zu folgen und ihr zusätzlich und gleichzeitig eine Frischzellenkur zu verabreichen.

Ben Poole beweist dies eindrucksvoll auf seiner neuen CD, für die acht Titel in der altehrwürdigen Royal Albert Hall von der BBC aufgenommen wurden. Zusätzlich zu diesen gibt es noch einen Bonus- Studiotrack „Starting All Over Again“, bei dem mit Wayne Proctor an den Drums und Bob Fridzema an den Keybooards gleich 50% der mit zahlreichen in verschiedenen Kategorien British Blues Awards überhäuften Band King King beteiligt sind, den Bass spielt hier Steve Amadeo, der zur Zeit mit Aynsley Lister auf Tour ist.

Bleiben wir bei den Namen der Mitwirkenden: Neben Ben Poole, der hervorragend und stilsicher seine Gitarre zu bedienen weiß und darüber hinaus noch mit einer tief- souligen Stimme gesegnet ist, sitzt am Schlagzeug Craig Bacon, den ich beispielsweise schon mit King King gesehen habe und am Bass Mat Beable, der auch bei den Nimmo Brothers den Bass zupft. Sam Mason ist der unbestrittene Herr über die weißen und schwarzen Tasten und last but not least hören wir die wunderbare Stimme von Amy Eftekhari als Backgroundsängerin.

Zur Musik. Auf dem Album finden wir einen gelungenen Mix aus Klassikern und von Mr. Poole selbst verfasstem Material. Das Intro geht gleich über in das leicht funkige „Let’s Go Upstairs“, etwas verhaltener geht’s dann weiter mit „Love Nobody No More“. Bei diesem Titel werde ich unwillkürlich an die Stimme und an den musikalischen Stil von Ian Parker erinnert. Und ich sage euch, das ist eine durchaus gute Erinnerung. Eine tolle Ballade mit einem hinreißenden Gitarrensolo.

Die nächsten knapp 10 Minuten sind dem alten Temptations Song „(I Know) I’m losing you“ gewidmet. Das ist es, was ich schon immer an Live- Aufnahmen geschätzt habe: Die Wiedergabe der vollen Bandbreite mit sämtlichen Spannungsbögen, Dynamiken, dem Raum zur Entfaltung eines Songs. Hier wabert die Orgel, brüllt oder flüstert die Gitarre. Beim ersten Hördurchgang deklariere ich diesen Titel gleich zum Favoriten dieser formidablen CD. Es hört sich an „wie früher“ und ist doch modernen Hörgewohnheiten gewachsen. Um genau dies zu unterstreichen beendet die Band den Song mit einem Zitat von Deep Purple’s „Black Night“.

Otis Redding’s „Mr. Pitiful“ ist gleich das nächste Highlight. Hier finden wir im Mittelteil ein perlendes Pianosolo von Sam Mason, das ruhig noch ein wenig Raum mehr verdient hätte.

Ein weiteres Highlight dieses Albums ist die 11- minütige Version von Freddy King’s „Have You Ever Loved A Woman“. Hier zeigt Ben Poole, dass und wie er in der Lage ist, seiner Gitarre tief im Blues verwurzelte Töne zu entlocken. Sam Mason bekommt auch reichlich Gelegenheit für ein geniales Pianosolo. Und wer es bisher nur nebenbei und unbewusst mitbekommen hat, der erfährt spätestens hier die perfekte ergänzende Leistung von Mat Beable und Craig Bacon, ohne die diese mehr als empfehlenswerte Aufnahme nicht das wäre, was sie ist: Eine Bereicherung für jede ür jede gut sortierte Musiksammlung.

Unbedingte Kaufempfehlung !

Erschienen 2014 auf Manhaton Records.

1625550_734749766543721_1644727644_nBen Poole in Schöppingen beim Grolsch Blues Festival 2012.


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