Demian Band

17 02 2012

Artist of the day …
Review classics …

Demian Dominguez

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Hier mein Konzertbericht vom 26.07.2009:

Sonntagabend 20:15 Uhr zur besten Tatortzeit. Tatort Leverkusen. Tatort Topos. Demian Dominguez, Lucia Del Campo und Gustavo Segura stehen von Anfang an als eindeutige Täter fest. Die Angaben zu den Personen und deren illustren „Vorstrafen“ sind längst protokolliert. Das Trio bemüht sich erst gar nicht, Zweifel an seinem vorsätzlichen Tun aufkommen zu lassen. Das wäre auch schier unmöglich, da es zumindest eine kleine Schar von Zeugen gibt, die mit den Taten der Drei konfrontiert werden. Hier nun meine Zeugenaussage.

Durch einen Hinweis über MySpace bin ich an Vortrag auf Demian und seine Band aufmerksam gemacht worden. Der Termin im Topos passt zeitlich, also warum zögern? Um es ehrlich zu sagen, der 1979 in Buenos Aires geborene und zurzeit in Barcelona lebende Gitarrist, Sänger und Songschreiber Demian Dominguez ist mir bis dato völlig unbekannt. Die Kombination Argentinien und Spanien kommt mir indes bekannt vor. Gibt es Parallelwelten? Parallelbiografien? Scheinbar. Ähnlichkeiten zu einem anderen Gitarristen drängen sich auf: Zu Javier Vargas und seiner Band, der Vargas Blues Band. Forscht man auf dieser Seite weiter nach, tauchen auch die beiden Namen Lucia Del Campo (Keyboards, Bass) und Gustavo Segura (Schlagzeug) wieder auf. Zufälle? Wohl eher nicht.

Wer jetzt allerdings Musik mit Latino- Einschlag à la Señor Vargas erwartet, hat sich getäuscht. Demian lässt vom ersten Titel «Tatoo’d Fish» über die musikalische Marschrichtung keinerlei Missdeutung zu. Hier geht es nach vorne und punktgenau auf die Zwölf: Straighter, moderner Gitarren dominierter Blues und bisweilen auch Bluesrock, sauber gespielt aber nicht aalglatt, sondern mit der gehörigen Portion Dreck im Sound.

Ob auf der Squier Telecaster, die im open tuning für das Slidespiel bereit steht oder auf der Stratocaster, die er für die meisten anderen Titel nutzt, zeigt sich Demian als veritabler Meister der sechs Saiten. Seine Finger sind schnell, sehr schnell, sie fliegen förmlich über das Griffbrett. Doch gerät er niemals in eine spielerische Selbstverliebtheit, er belässt es bei einigen Ausrufezeichen in puncto Geschwindigkeit beim Abschlusstitel des ersten Sets zum Beispiel «Demian Con E» kommen Reminiszenzen an Stevie Ray Vaughan’s «Scuttle Buttin’» auf.

Überhaupt Stevie Ray Vaughan. Immer wieder blitzt sein Sound, seine Art zu spielen auf. Es ist wohl so wie Joanne Shaw Taylor es mir mal gesagt hat: „Was für frühere Generationen von Gitarristen der Einfluss von Jimi Hendrix war, ist für die Jüngere Stevie Ray Vaughan.“ Das bezog sie auf sich und dies lässt sich sicherlich auch bei Demian sagen. Stevie’s und damit natürlich auch Jimi’s Einfluss auf die Spielweise und den Sound dokumentieren sich auffallend authentisch in den beiden Hendirx- Titeln «Little Wing» und «Voodo Chile», die es gegen Schluss des über zwei- stündigen Konzerts zu hören gibt. Die Hommage an die beiden Vorreiter des modernen Gitarrenspiels beschränkt sich nicht allein auf das Akustische, sondern setzt sich auch im Optischen fort: Demian spielt seine Strat dabei zeitweise über dem Kopf oder hinter dem Rücken.

Der für mich schönste Titel an diesem Abend ist zweifellos «Karlsruhe». Hier wechselt Demian zwischen Slide und „normaler“ Grifftechnik. Ein Titel zum Dahinschmelzen. Warum ausgerechnet «Karlsruhe»? 2006 hat ihn Bernard Allison dorthin eingeladen, um mit ihm zu spielen. Eine Adelung für diesen jungen argentinischen Gitarristen. Übrigens singt und spielt Bernard Allison auf dem Titel «If You Say You Love Me» der aktuellen CD der Band «Devil By My Side» mit, die ich übrigens uneingeschränkt und allerwärmstens empfehlen kann.

Doch man sollte nicht nur das Augenmerk auf dem Namensgeber der Band belassen: Seine beiden Mittäter sind auch nicht ohne. In Gustavo Segura findet Demian einen Stil sicheren, ideenreichen und präzisen Drummer, der überdies immer gute Laune ausstrahlt. Lucia Del Campo bietet mit ihren Hammondteppichen mit der rechten und dem Bassspiel mit der linken Hand die erforderliche Grundlage für Demian’s gitarristische Eskapaden. Aber sie hat auch einigen Raum als Solistin zu brillieren. So eröffnet sie solo mit einem Piano- Boogie Woogie das zweite Set. Aber auch ihre Soloeinlagen im Hammondsound haben es in sich. Die sonst etwas schüchtern wirkende Lucia geht völlig aus sich heraus und in ihrem Spiel auf.

Ach ja, was für ein gelungener Abend! Ich bin mal wieder froh über eine musikalische Live- Erfahrung mehr, über das Kennenlernen dieser drei hochmusikalischen und zudem höchst sympathischen Menschen. Die Stimmung nach dem Konzert ist überall gut. Leider waren es nicht allzu viele Besucher und Platz wäre noch gewesen inder „kleinen Hütte“ des Topos, aber wenn alle, die hier Zeugen waren, anderen davon berichten, dann wird die Demian Band sicher bald auch vor größerem Publikum spielen. Verdient hat sie es allemal.

© Text und Fotos 2009 Tony Mentzel


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