Mathieu Pesqué & Roll Pignault am 10.01.2012 im Cultuurhuis, Heerlen (NL)

11 01 2012

Roll Pignault & Mathieu Pesqué

Oh, das fängt ja gut an. Mein Konzertjahr 2012. War auch nicht anders zu erwarten. Die beiden Blues- und Folktroubadoure aus Frankreich und ihre Musik sind mir ja bereits bestens vertraut.

Ihr heutiges Programm ist stilistisch wieder weit gefächert vom Bluesklassiker „Stag O Lee“ bis hin zum Folkklassiker „Blowin’ In The Wind“.

Es ist völlig egal, welchen Song die beiden Herrn auf die Setlist setzen, in jeder Sekunde ist er ein Teil von ihnen. Hier wird nichts belanglos herunter gespielt, selbst alt vertraute Titel bekommen in der Interpretation von Mathieu und Roll einen völlig neuen Anstrich.

Tom Paxton’s „The Last Thing On My Mind“ zum Beispiel oder Mississippi John Hurt’s „Make Me Down A Pallet On The Floor“. Die Songs sind alt und gereift, tausend mal gehört und jetzt passiert’s: Sie klingen frischer denn je.

Ein Akustikduo fordert vom Zuhörer eine ganze Menge an Aufmerksamkeit und Konzentration. Das Publikum muss bereit sein, sich einzulassen auf die ruhigen Töne und den sonst tosenden Puls zurückzuschalten.

Genau dieses gelingt den Zeugen dieses magischen Abends, an dem auch sie damit einen großen Teil beitragen. Die berühmte Stecknadel könnte man in dieser Kammermusikatmosphäre fallen hören.

Über die musikalischen Fähigkeiten der beiden Konzertierenden brauche ich nicht mehr viel zu sagen. Mathieus Gitarrenspiel ist schlicht mit „wunderbar“ und „äußerst einfühlsam“ zu bezeichnen. Darüber hinaus ist er noch mit einer warmen, sanften und klaren Stimme gesegnet. Eine Zuhörerin vergleicht sie in der Pause mit der von Tracy Chapman. Und dieser Vergleich hinkt noch nicht einmal.

Rolls Mundharmonikaspiel hat sich wieder ein riesiges Stück weiter entwickelt: Bisweilen setzt er mittlerweile eine chromatische Variante dieses Instruments ein, was dem Variantenreichtum seiner Darbietung deutlich zu Gute kommt.

Acht Konzerte an acht Tagen und morgen am neunten Tag das neunte. „Alles in allem haben wir während dieser zweiten kleinen Tour durch die Niederlande so zirka 600 Menschen erreicht.“ Roll sagt dies mit einer gewissen stolzen Zufriedenheit.

In der Tat kann man damit durchaus zufrieden sein. Viele der Zuschauer vom letzten Jahr waren wieder anwesend und hatten noch den einen oder anderen mit im Schlepptau. So soll es sein. Und so wird es auch weiter sein, Davon bin ich überzeugt. Das wird sich schon beim nächsten Mal zeigen.

Dann werden die Beiden hoffentlich auch wieder CDs im Gepäck haben, denn während der ersten Woche hier ist aktuelles Album „Blues Bound“ ihnen restlos ausgegangen. Sold out. Ein gutes Zeichen und ein guter Grund mehr, bald wieder zurückzukommen.

Zudem ist es an der Zeit, ihnen auch in Deutschland das eine oder andere Podium zu bieten. Bei Interesse bin ich gerne bereit, die Kontakte herzustellen.


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