Layla Zoe & Tommy Schneller feat. Henrik Freischlader am 04.11.2011, LCB in Wuppertal – Konzertbericht

7 11 2011

Zwei hervorragende Künstler bringen je eine neue CD auf den Markt, die von ein und demselben Produzenten stammen, der darüber hinaus selbst ein hervorragender Musiker ist und dies auf beiden Produktionen zudem eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Henrik Freischlader – gleich in mehreren Funktionen: Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger,  Backgroundsänger, Komponist, Textschreiber und Produzent – zeichnet verantwortlich für Layla Zoe’s CD „Sleep, Little Girl“ und Tommy Schneller’s „Smiling For a Reason“.

Was liegt näher, als das Ganze dann dem geneigten Publikum auch live zu präsentieren? So wurde eine Tour zusammengestellt, die 16 Termine umfasst und quer durch de Republik führt und auch zwei Stationen in der Schweiz vorsieht.

Den Anfang macht das Konzert im proppenvollen LCB in Wuppertal.

Die Besetzungsliste ist illuster und ebenso interessant. Neben den beiden Hauptakteueren Layla Zoe und Tommy Schneller stehen Jens Filser – Gitarre & Vocals, Henrik Freischlader – Bass & Vocals, Hardy Fischötter – Drums und Gregory Barrett – Keyboard & Vocals mit im Scheinwerferlicht.

Das Konzert ist in zwei Sets aufgeteilt, Tommy Schneller bestreitet den ersten Part.

Opener ist wie auf dem Album „Cleaning Lady Blues“. Damit fahren Tommy und die Band gleich die ersten vollen Punkte ein. Viele im Publikum sind sicher gespannt auf Henrik Freischladers neue Rolle als Bassist. Wenn man’s nicht wüsste, dass er sonst den Sechssaitern sehr verpflichtet ist, würde es sicher nicht weiter auffallen, dass er heute in fremden Gewässern fischt. Genau das tut er unauffällig, aber gekonnt und immer präsent.

Tommy Schnellers gesangliche oder Saxofon spielerische Qualitäten sind hinlänglich bekannt, was er auf unzähligen Konzerten und Studioaufnahmen sei es mit eigener Band oder als Gastmusiker stets beweisen konnte.

So auch auf der aktuellen CD, deren Titel wir heute Abend in leicht geänderter Reihenfolge präsentiert bekommen.

Auch ohne die auf dem Silberling in einigen Titeln eingesetzte komplette Hornsection, klingen die Songs, so wie Songs aus dem R’n’B, Soul- und Bluesbereich klingen sollen. Schlicht gesagt: Es groovt wie die sprichwörtliche Sau.

Es macht Freude, den fünf Musikern zuzuhören und zuzusehen. Hier sind Vollblutprofis am Werk, die trotz aller Professionalität eins nicht vermissen lassen: Den eigenen Spaß an ihrem Tun.

Eben dies setzt sich dann auch nach der kurzen Pause fort, als die aus Kanada stammende Layla Zoe den Platz am Mikrofon übernimmt.

Was dieses und damit wir im Publikum von nun an zu hören bekommen, ist eine Stimme, die ohne Zweifel in der Lage ist, die Grundfesten so mancher Konzerthalle zum Beben zu bringen.

Diese Frau ist beseelt von einer stimmlichen Power, die ihres Gleichen sucht. Da Vergleiche mit anderen lebenden oder leider schon von uns gegangenen Sängerinnen im Genre Rock oder Blues eigentlich nur hinken können, möchte ich an dieser Stelle einfach darauf verzichten, obwohl Layla Zoe sich sicherlich hier ohne jeglichen Punktabzug einreihen kann. Die Beurteilung möchte ich dem geneigten Zuhörer gerne selbst überlassen. Also nichts wie hin in die folgenden Konzerte.

Mich jedenfalls überzeugt Layla Zoe in jeder Sekunde.

Dazu kommt die Auswahl hochklassiger Songs. Mein Lieblingstrack «Black Oil» vom Album ist auch heute Abend mein Favorit. Blues vom Allerfeinsten.

Die Zugaberufe am Schluss des Sets sind laut und äußerst berechtigt.

Dem wird dann auch mit zwei weiteren Songs Rechnung getragen. Von Tommy Schneller gibt es zusammen mit Layla den Marvin Gaye Klassiker «How Sweet It Is» und das Sahnehäubchen am Schluss bildet der Titelsong von Layla Zoe’s CD «Sleep, Little Girl». Diesen bringt sie zusammen mit Jens Filser an der Akustikgitarre zu Gehör.

Fazit: Die Tour geht noch bis Ende November. Sicherlich ist eins der Konzerte für euch in erreichbarer Nähe. Darum also unbedingt nicht verpassen!

Text und Fotos © 2011 Tony Mentzel


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