R.I.P. Alex Wiska (Alex Oriental Experience)

10 03 2011

Wieder ist ein Musiker von uns gegangen, der einiges in der (nicht nur deutschen) Musikszene bewegt hat. Alex Wiska, der mit seiner Band Alex Oriental Experience Rockgeschichte geschrieben hat. 

Alex verstarb am 03.03.2011 im Alter von 60 Jahren.  

Vor etwa vier Jahren hatte ich die Gelegenheit, Alex bei einem Besuch in seinem Haus persönlich kennen zu lernen. 

Er war trotz seiner Krankheit voller Ideen für neue Projekte. Auch war die Kraft wieder da, ein Live Konzert durchzustehen.  

Am 09.05.2008 im Schaustall in Langenfeld hatte ich die Gelegenheit, eines dieser Konzerte mitzuerleben. Hier sind noch einmal meine Eindrücke hierzu:

Alex Wiska

 
Old Legends Never Die. Und genau so eine lebt weiter. Alex Wiska, der Mann der die türkische Saz seinerzeit für die Rockmusik salonfähig gemacht hat, gab mit seiner Oriental Experience nach langer Zeit wieder en Konzert. Dieses fand im «Schaustall» in Langenfeld vor etwa 40 Zuschauern statt. Begleitet wurde Alex von den beiden Ausnahmemusikern Ufo Walter am Bass und Manni von Bohr am Schlagwerk. Beide hatte ich eine Woche zuvor in einem grandiosen Konzert mit Randy Hansen bewundern dürfen.

Gleich die ersten Töne auf dem «Stil», einer eigens für Alex geschaffenen Weiterentwicklung der Saz, versetzen mich zurück in vergangene Zeiten, so mal eben 30 Jahre, als derlei Töne noch ungewohnt waren. Ich überlegte wie viele Konzerte ich von ihm gesehen habe und wie lange das Letzte jetzt her ist. Auf beide Fragen finde ich keine Antwort. Aber dies ist auch unerheblich.

Wo ist seine Musik anzusiedeln? Wenn es denn ein paar Schubladen sein sollen: Rock mit orientalischen Einschlägen, hier und da eine Prise Blues und Boogie, ein Hauch von Funk oder auch Meditativen. Aber auch dies ist unerheblich. Alex ist Alex und ist Alex geblieben und bleibt Alex. So einfach. So gut. So mitreißend.

Seine Titel habe nichts von ihrer Vitalität eingebüßt: «Sad and lonely», «Billy McGraw», «Red Dress», das ein wenig an das Canned Heat’sche «On The Road Again» angelehnte «Into The Sun» klingen ebenso frisch wie ehedem und haben nichts von ihren Spannungsbögen verloren.

Dazu noch die beiden Soloeinlagen von Ufo Walter, der seinen Steinberg Headless traktiert wie kaum ein anderer, das Drumsolo, lockere 10 Minuten von Manni von Bohr auf seinem reichlich ausgebauten Doppel- Bassdrum DW- Set.

Wir befinden uns für knappe 90 Minuten auf einer Zeitreise.

Geprobt extra für diesen Auftritt wurde nicht“, verrät Ufo Walter in einem kurzen Gespräch nach dem Konzert. „Das sitzt alles noch, hier und da ein paar Kleinigkeiten…na ja..“ Wirklich „Na ja..“. Über derartiges kann man getrost hinweghören und es wird die wenigsten gestört haben, wenn sie es überhaupt bemerkt haben.

Zu wünschen ist, dass Alex gesund bleibt und weiterhin die Kraft findet, Konzerte zu geben. Ich jedenfalls gönne ein solches Erlebnis noch vielen, auch und gerade denen, die es noch nie erlebt haben, und wir, die alten Mitzeitreisenden, werden sicherlich eh alles daran setzen, ihn beim nächsten Mal unbedingt nicht zu verpassen.

In diesem Sinne….

Weitere Fotos einfach hier klicken…

Text & Fotos © Tony Joe Gardner


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