Doug MacLeod am 07.03.2010 im Café de Weegbrug, Roermond (NL)

14 11 2010

Doug McLeod

1946 wurde Doug MacLeod in New York geboren, sein aktueller Wohnsitz ist in Kalifornien, doch heute, an diesem Sonntag im März 2010, weilt er im niederländischen Roermond im beliebten Café de Weegbrug, um uns mit seiner Kunst zu erfreuen.

Das erste Mal getroffen haben wir uns vor einem halben Jahr in La Chèze beim dortigen Festival «Blues au Château».

Die Begrüßung ist herzlich. Doug MacLeod gehört für mich zu den imponierendsten Menschen im Blueszirkus.

Er strahlt eine Gelassenheit und innere Ruhe aus. Und das im sowohl persönlichen Gespräch als auch auf der Bühne.

Auf deren Boden liegt ein DIN A 4 Blatt, im Querformat stehen Titel darauf, einige sind gelb unterlegt. Aber es sind zu viele, als dass sie in ein einziges Konzert passen würden. Die Aufzeichnungen dienen Doug lediglich als Auswahlhilfe für das Neuerfinden der Songabfolge. Bei einem Gesamtfundus von weit über 300 selbst geschriebenen Songs sicher eine hilfreiche Sache.

Ich spiele niemals das gleiche Set und jeder einzelne Song klingt jedes Mal wiederum ein wenig anders. Also seid ihr hier und heute Abend die einzigen, die jemals das Konzert in dieser Form hören werden. Und der nächste Song klingt dann heute genau so…Excactly like this…

Bei etwas Einzigartigem dabei zu sein, ist für ein Publikum immer wieder ein nettes Feature.

„Ich spiele nur eigene Songs. Ich bin weniger ein Bluesman, ich bin mehr ein Singer/Songwriter. Wenn jemand «Sweet Home Chicago» hören möchte, dann ist er bei mir falsch. Ich werde diesen Song nicht spielen, ok, wenn er mir 100 Euro hier auf die Bühne legt, spiele ich ihn doch.“ Das Publikum versteht, lacht und klatscht. Doug grinst über beide Backen.

Die Moderationen zwischen den Titeln sind absolut hörenswert. Doug präsentiert sie mit Wortwitz und Charme, die einen in ihren Bann ziehen. Man muss sich nur darauf einlassen, ihm zuzuhören. Und das tun leider nicht alle im Raum, bisweilen ist die Geräuschkulisse der sich munter unterhaltenden Menschen doch ziemlich störend. Doug scheint das zu ignorieren, er lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Ein wenig mehr Respekt ihm gegenüber wäre hier wünschenswert.

Im einzigartigen Programm des heutigen Spätsonntagnachmittags finden sich Titel wie «The Devil Is Beating His Wife», «Brand New Eyes», «The Long Black Train», «Horse With No Rider» oder «Come To Find».

Nach einer guten Stunde gönnt sich Doug eine Pause. Die nutzt er zum Verkaufen seiner CDs, zum Autogramme geben und zum Plausch mit dem Publikum.

Ich spreche ihn auf einen Song an, der es mir in La Chèze sehr angetan hatte, an dessen Titel ich mich aber nicht mehr erinnern kann. Aber ich habe ihn wohl treffend beschrieben, denn Doug meint: „Das ist sicher „The Sun Shine Down My Way“, wenn du magst, spiele ich ihn gleich für dich.“ Natürlich mag ich.

Und Doug macht sein Versprechen wahr. Es ist einfach ein wunderbarer Song. Und dazu noch genau der, den ich im Sinn hatte. Dieses Mal genieße ich ihn doppelt.

Nach einer weiteren Stunde und weiteren Songs und weiteren dazugehörenden Stories, beendet Doug MacLeod seinen Gig im Café de Weegbrug.

Und ich weiß, dass ich wieder etwas mitnehmen werde an Gefühlen und Denkanstößen aus diesem Konzert und der Begegnung mit einem Menschen, der viel zu sagen und zu geben hat, das auch tut, auf seine Weise, immer mit einer Prise Humor und einer Menge Lebensweisheit, aber niemals mit erhobenen Zeigefinger.

Und genau das ist es, was mich sicher wieder in eins seiner Konzerte führen wird, sobald er sich wieder in meine näheren Gefilde begibt.

Fazit: Gäbe es mehr Menschen auf dieser Welt wie Doug MacLeod, wäre unser Globus um einiges friedlicher und gleichsam wohnlicher. Darum unbedingt nicht verpassen, zuhören und sich von Doug’s Art gefangen nehmen lassen. „Excactly like this…
Ein Bereuen ist auszuschließen.

Text und Fotos © 2010 Tony Mentzel


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