Coco Montoya am 15.03.2010 im Spirit of 66, Verviers (B)

14 11 2010

 

Coco Montoya

 

Coco Montoya wurde 1951 in Santa Monica, Californien geboren.

Seine musikalischen Anfänge liegen bei Albert Collins, für den er zunächst als Drummer arbeitete. Bei Collins lernte er auch eine Menge über das Gitarrenspielen, Collins’ Einfluss ist heute noch in Montoya’s manchmal spitzen und scharfen Sound spürbar.

Coco Montoya war zehn Jahre bei John Mayall’s Bluesbreakers. Wenn das keine Empfehlung ist, was dann?

Seitdem wandelt Coco auf Solopfaden. Vor einiger Zeit unterschrieb er beim deutschen Plattenlabel Ruf Records einen Vertrag. „Ich will mehr hier in Europa spielen.“ So seine Aussage dazu beim Konzert heute Abend. Das kann uns nur Recht sein. Mit dem «Blues Caravan» tourt Mr. Montoya derzeit neben Meena und Shakura S’Aida durch die Lnade. Hier konnte ich ihn schon ein paar Wochen live erleben. Und dieses Erlebnis hatte es in sich.

Der Caravan macht Pause und so steht Coco heute Abend auf der Bühne des Spirit of 66.

Mitgebracht hat er: Brant Leeper – Keyboards/background vocals, Nathan Brown – Bass und Randy Hayes – Drums/background vocals.

Natürlich hat der Meister Titel aus seiner aktuellen CD «I W“ant It All Back» im Gepäck. Hiervon spielt er beispielsweise «Hey Señorita», einen Titel, der übrigens, wie uns Coco verrät, aus den 50zigern stammt und im Original von einer Band mit dem Namen «The Penguins» ist. Auch Konzertbesuche bilden.

Ansonsten bietet Herr Montoya einen Rückblick quer durch seine anderen Alben: «I Need Your Love In My Life» oder die herzergreifende mit schönen Gitarrenlicks und -tricks gespickte Ballade «Good Days, Bad Days» von der CD «Suspicion» aus dem Jahr 2000.

Blues, Funk, Soul. In diesen Gefilden fühlt sich Coco Montoya wohl. Und an diesem Wohlbefinden lässt er uns, das begeisterte und für einen Montagabend recht zahlreich erschienene Publikum genüsslich teilhaben.

Coco Montoya gehört als Gitarrist stilistisch wie könnerisch in eine Reihe mit Walter Trout oder Buddy Whittington, die ja bekanntlich auch bei John Mayall spielten. Zufall?

Das gilt auch für den Gesang: Er verfügt über eine feste, satte und facettenreiche Stimme.

Und live klingt seine Musik in meinen Ohren authentischer und hat mehr Grip als bei den zuweilen doch eher glatten und aufpolierten Studioproduktionen. So bekommt selbst der Titeltrack des aktuellen Silberlings «I Want It All Back» live gespielt ein wenig mehr Rauheit ohne jedoch an innerem Glanz zu verlieren. Später, als ich auf dem Weg zum Auto bin, ertappe ich mich dabei, dass diesen zum Ohrwurm neigenden Song vor mich her summe.

Coco Montoya spielt eine Gitarre mit einem Linkshänder –Body. Darauf aufgesetzt ist ein Rechtshänder- Hals, der aber umgedreht wurde. Die tiefen Saiten zeigen somit nach unten, die Hohen nach oben. Das verlangt natürlich eine komplett andere Grifftechnik, die nur bestaunen kann.
Seine Band besteht aus Musikern, die allesamt ihr Handwerk durch und durch beherrschen. Jeder der Drei hat ausreichend solistischen Raum, sich auszutoben.

Rundum erleben wir ein klasse Konzert, das Coco und seine Mannen ohne Luft zu holen, sprich ohne Pause, 150 mit bester Musik vollgepackte Minuten – inklusive zwei Zugaben -von der Bühne prasseln lassen.

Fazit: Und ich bin froh, dass es mir nicht so ergangen ist, wie dem Protagonisten in Coco’s Song: «I Can’t Get My Ass In Gear». Ich bin froh, dass ich mich nach einigem Hin- und Her und nach einem langen Arbeitstag doch noch aufgerappelt habe, dieses Konzert zu besuchen.

In der Tat: Ich hätte richtig was verpasst. Darum meine uneingeschränkte Empfehlung: Na? Natürlich unbedingt nicht verpassen.

Text und Fotos (c) 2010 Tony Mentzel


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