Moulin Blues 2014

4 04 2014

Moulin Blues 2014

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Moulin Blues Ospel 2013

10 05 2013




Moulin Blues in Ospel (NL)

21 04 2013

poster2013





Moulin Blues 2012 – Slideshow

18 05 2012

Lazy Lester @ Moulin Blues 2012… zur Diashow aufs Foto klicken …
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Moulin Blues

17 04 2012

Moulin Blues 2012

Hot Buskers, Texan Tail, John F. Klaver Band, Ben Prestage (USA), Israel Nash Gripka (USA), Mark Hummel Harmonica Blowout ft Little Charlie & Lazy Lester (USA), Moreland & Arbuckle (USA); Jimmie Vaughan, Vidar Busk, Jim Suhler

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Moulin Blues Festival in Ospel (NL), 2011-05-06 & 2011-05-07

22 05 2011

Das Moulin Blues Festival kann man nicht beschreiben. Egal nach welchem Ansatz man es auch versuchen möchte, es würde ihm nicht gerecht.

So versuche ich es einmal einfach mit ein paar persönlichen Eindrücken.

Schon beim Betreten des Geländes fällt auf, dass alles bestens und durch strukturiert organisiert ist. Des Öfteren werde ich mich fragen, wie die ganze Logistik zu bewältigen ist.
Bühnen, Kameras, Beleuchtung, Ton, Gastronomie, Toiletten, Security, Campingplatz etc. Dies alles auf dem Punkt genau präsentieren zu können, ist schon eine Meisterleistung.

Hier also das erste dicke Lob für die Organisation.

Wenn sich der Kenner dann noch die Liste der auftretenden Künstler anschaut, schnalzt er gleich schon mit der Zunge.

So viele Hochkaräter in einem zweitägigen Festival zu präsentieren, verdient das nächste dicke Lob.

Sie sind alle gekommen und froh, hier spielen zu können. Bob Corritore bringt es in unserem Gespräch auf den Punkt: „Es ist eine große Ehre, hier mit dabei zu sein.“ Der gute Ruf von Moulin Blues ist bis in die USA gelangt.

Bekannte Namen sind vertreten, The Fabulous Thunderbirds natürlich mit Kim Wilson und natürlich auch mit den Gebrüdern Johnny und Jay Moeller, die zu dem noch einen Auftritt mit Shawn Pittman haben. Klar, dass die T- Birds die absoluten Headliner sind. Allerdings verstecken braucht sich von all den anderen Künstlern auch niemand.

Tag eins

Hokie Joint aus Großbritannien beispielsweise. Sie haben längst die klassischen 12 Takt- Pfade des Blues verlassen und machen ihr eigenes Ding.

Ihr Motto ist «Taking the Blues to the Masses». Die Band um den charismatischen Sänger Jo Jo Burgess steht als erste für Freitagnachmittag um 17 Uhr auf dem Programm und damit auch als erstes auf der Bühne. Binnen weniger Minuten erreicht ihre Botschaft bereits die (zugegebenermaßen noch nicht allzu riesigen) Massen. Ein wenig Voodoo, ein wenig Tom Waits und eine Menge toller Titel, das sind die Zutaten eines Hokie Joint Konzerts.

Weiter mit von der Parie ist der Harmonikaspieler Giles King, der unter anderem schon mit Matt Scofield oder Ian Siegal gearbeitet hat. Er liefert ein sehr ausdruckreiches, facettenhaltiges Harpsoiel.

Der Ablauf in Ospel sieht vor, dass die Umbaupausen auf der Hauptbühne im kleineren Nachbarzelt durch dort auftretende Musiker überbrückt werden.

Hier stehen Leute wie Dave Arcari, Ian Siegal & Big Pete oder Tm Lothar Petersen & Peter Nande auf dem Programm.

Ich werde leider keines dieser sicher auch guten Konzerte sehen. Die Pausen nutze ich zu Gesprächen mit den Musikern, entweder Backstage oder im Merchandising Zelt, wo sie Autogramm jagenden Menschen zu Verfügung stehen.

So habe ich eine längere Unterhaltung mit Andrew Duncanson, dem Sänger und Gitarristen der Kilborn Alley Blues Band und Josh Stimmel, ebenfalls Gitarrist (und was für einer!!). Sie kommen gerade aus London und haben dort ein paar Konzerte gespielt. „Aber so ein Festival wie dieses ist schon etwas ganz Besonderes.“, lacht Josh.

Das ist es in der Tat, vor allem, wenn man solchen Bands wie der Kilborn Alley Blues Band eine Chance gibt, sich auch einem größeren europäischem Publikum vorzustellen.

Die Vier aus Urbana, Illinois haben mich vom ersten Ton in ihren Bann gezogen. Ihre Songs sind wahre Perlen und sie werden mit einer professionellen Lässigkeit dargeboten, wie man es vor allem von amerikanischen Bands kennt.

Da braucht es keine aufwendigen Gimmicks, um das Publikum zu begeistern, hier genügen Spielkunst, Spielfreude und Spielwitz.

In den USA gibt es sicher Unmengen solcher „kleinen“ Bands, die aber ganz Großes zu vollbringen in der Lage sind.

Für mich hat sich der Geheimtipp- Status nunmehr in den Unbedingtwiedersehen- und WeiterimAugebehalten- Status gewandelt.

Auch Kenny Neal bringt eine tolle Performance auf die Bretter der Hauptbühne. Mit Titeln wie „Since I Met You, Baby“ hat er relativ schnell das sofort mitsingende Auditorium auf seiner Seite.

Kenny ist ein ausgezeichneter Gitarrist und Sänger. Ein wenig stört mich allerdings der zweite Keyboarder, der mit seinem Synthesizer die Bläsersätze imitiert. Das tut dem Gesamtsound keinen Gefallen, klingt billig und hätte getrost weggelassen werden sollen.

Die beiden Abräumer des Freitags werden, wenn auch auf völlig entgegen gesetzte Art und Weise Mike Sanchez und Los Lonely Boys.

Der in London geborene Mike Sanchez spielte mit den Big Town Playboys und Bill Wyman’s Rhythm Kings. Die musikalische Bandbreite des Pianisten und Sängers liegt zwischen Rhythm & Blues, Rock ‚n’ Roll und Boogie-Woogie.

Sobald Mike in die Tasten haut, bleibt kein Bein mehr ruhig. Das ist einfach unmöglich. Ab jetzt ist Partystimmung angesagt. Der ganze Zeltinhalt ist eine ausgelassene, wogende Masse.
Die beiden Saxofonisten sind wahre Könner und runden das Gesamtsoundbild mit ihren Einsätzen kongenial ab.

Nach einer berauschenden Darbietung wie der von Mike Sanchez ist eine Steigerung kaum noch vorstellbar.

Aber die Texaner Los Lonely Boys schaffen das. Auf einer anderen musikalischen Ebene zwar, aber mit einer Wucht und Power, der niemand hier widerstehen kann.

Die drei Brüder Henry Garza (Gitarre, Stimme), Jojo Garza (Bass, Stimme) und Ringo Garza (Drums, Stimme) stammen aus San Angelo, Texas.

Es ist, als tobe ein Tornado durchs Zelt. Doch denke ich, dass hier bleibende Schäden nicht zu verzeichnen sein werden. Eher eine Begeisterung für ein Powertrio, das diesen Namen auch verdient.

Wie klingt das Ganze? Schwer zu sagen. Stevie Ray Vaughan spielt mit Jimi Hendrix und Carlos Santana bei ZZ Top. Oder so oder auch gar nicht so. Das Ganze gepfeffert mit einer Prise höherer Geschwindigkeit und fertig ist der heiße TexMexMusikMix der elektrifizierten und elektrifizierenden Art gleichermaßen. Hier stimmt alles und man fühlt sich 40 Jahre auf der Zeitschiene zurückgerutscht und trotzdem in der Gegenwart.

Toll, dass es solche Bands auch heute noch/wieder gibt.

Es muss irgendetwas nach zwei Uhr sein, als ich ziemlich ausgeknockt in mein Zelt krieche. Schlaf brauche ich jetzt und davon eine gewaltige Portion, denn der folgende Tag verspricht noch turbulenter zu werden.
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Tag zwei

Pünktlich um 12 Uhr mittags starten The Vibratones, die beweisen, dass Blueselemente durchaus auch im Reggae oder in der Skamusik gewisse Spuren hinterlassen haben.

Danach steht der Familienbetrieb Homemade Jamz Blues Band an. Ehrlich überrascht bin ich von der frischen Frechheit der Geschwister Perry aus Tupelo, Mississippi, allesamt noch unter 20 Jahren. Das sind: Ryan (19 Jahre) – Vocals und Gitarre, Kyle (16 Jahre) – Bass und Taya (12!! Jahre ) – Drums. Ab und an begleitet ihr Daddy Renaud die Drei mit seiner Mundharmonika.

Mich erstaunt die hohe Professionalität und Musikalität dieser jungen Musiker. Stilistisch liegen sie hauptsächlich im Strom von R. L. Burnside oder Junior Kimbrough. Diese Band macht Laune am frühren Samstagnachmittag, was vom Publikum mit langem und lautem Applaus bestätigt wird.

The Dave Riley & Bob Corritore Juke Joint Blues Band feat. Brian Fahey stehen als nächstes auf der Bühne.

Riley & Corritore waren 2010 in der Kategorie „Beste traditionelle Blues CD” für einen Blues Music Award nominiert.

Brian Fahey ist der ehemalige Drummer der Paladins. Bob Corritore gehört zu den besten Harpspielern dieser Welt.

In der Kombination kann einfach nichts mehr schief gehen. Die Band marschiert stracks nach vorne. Blues vom Allerfeinsten. Gitarre, Gesang, Harmonika, Titelauswahl. Hier gibt es nichts zu mäkeln. Außer vielleicht, dass eine Stunde hier auch zu kurz ist.

Aber so ist nun einmal das Zeitdiktat eines Festivals, vor allem, wenn es mit so vielen Highlights gespickt ist wie das in Ospel.

So folgt dann der nächste Leckerbissen auf dem Fuße: Shawn Pittman im Einklang mit den Moeller Brothers, Johnny und Jay.

Das bedeutet zwei Supergitarristen, einen Superdrummer und keinen Bass. Irgendwie schaffen es die Drei, dass der Viersaiter gar nicht so arg vermisst wird.

Der jeweilige Rhythmusspieler betont die tieferen Saiten seiner Gitarre einfach mehr, während der andere seine Soloparts perlen lässt. Tolles Konzept, tolle drei Musiker, tolle Kombination.

Mit dem Moeller Brüdern habe ich anschließend noch ein kurzes Gespräch. „Ach ja, ihr steht ja spät heute Abend noch mal mit dieser anderen Band auf der Bühne. Wie heißt die noch gleich? Rolling Stones oder so?“ – „Ja ja, so ähnlich, heißt die, glaube ich…“, lacht Johnny. „Tolle Sache“, kommentiere ich und freue mich schon auf die fabulösen Donnervögel, die den Abschluss des Festivals bieten werden.

John Nemeth’s Auftritt erlebe ich nur am Rande, da ich mich Backstage mit einigen Bekannten und Freunden treffe, um ein wenig zu reden und dabei einen Happen zu essen. Kommunikation und Futter sind auch bei solch einem Riesenfestival ein dringendes Muss.

Da ich John und seine Band bereits eine Woche später beim Spring Blues Festival im belgischen Ecaussinnes (und da hat er mich beeindruckt, vor allem sein Gitarrist A. C. Myles war die Show schon wert!) und später noch beim Grolsch Bluesfestival in Schöppingen sehen kann, sei mir diese (nötige) Auszeit gegönnt.

Janiva Magness rauscht durch den Backstagebereich zu dem für sie bereit stehenden Garderobe- Wohnwagen.

Es ist erstaunlich, wie strikt der Zeitplan eingehalten werden kann. Die Umbaupausen sind erfrischend professionell kurz und so steht die in diesem Jahr vierfach für die Blues Music Awards nominierte Lady kurz nach 19:30 Uhr auf der Bühne.

Auf ihren Auftritt bin ich besonders gespannt. Mitgebracht hat sie eine tolle Band, allen voran der Gitarrist Zach Zunis, einst Gefolgsmann des berühmten William Clarke. Auch auf Mrs. Magness’ aktueller CD «The Devil Is An Angel, Too» spielt Zunis bei einigen Titeln den Sechsaiter.

Die Mehrzahl der Titel auf der Setlist des heutigen Abends stammen aus diesem wirklich gelungenen Album.

Janiva lässt keinen Zweifel daran, wer der Boss auf der Bühne ist, ihre Performance ist grandios, ihre Stimme gehört mit zum Besten, was weiße Bluessängerinnen aufzubieten haben. Zweifellos ein weiteres Highlight bei diesem Festival der Superlativen.

Und die nächste solche wartet bereits mit Nick Moss, der fabelhafte Gitarrist und Sänger aus Chicago, Illinois, auf. Er und seine Band die «Flip Tops» bieten einen Kontrapunkt zu der vorangegangenen Show.

War es dort die Stimme, die im Vordergrund stand, so ist es hier die erdige Gitarrenarbeit von Nick, der allerdings auch seinem Keyboarder Travis Reed genügend Freiraum für solistische Eskapaden zugesteht. Ach, es macht einfach gewaltigen Spaß, dieser Band zu lauschen. Sie spielt wie aus einem Guss. Ein weiterer musikalischer Leckerbissen, der noch von einem Gastauftritt von John Nemeth verfeinert wird.

Es ist kurz vor Mitternacht, durch die berechtigten Zugaben der Vorbands verzögert sich der Auftritt der Fabulous Thunderbirds etwas.

Ich bin geschafft von fast zwei Tagen auf den Füßen, sitzen, ich möchte einfach nur sitzen. Das geht ganz gut im Backstagecafé, hier stehen einige Sessel und Sofas und ein großer Fernsehbildschirm, auf den das Bühnengeschehen übertragen wird.

Ums kurz zu machen: Für mich Couch Potato finden die T- Birds live, aber im TV statt. Bei dem einem oder anderen Bier und intensiven Gesprächen tut das dem Ganzen sicherlich keinen Abbruch. Außerdem habe ich ja noch die Chance Kim Wilson und seine Truppe eine Woche später beim oben schon erwähnten Spring Blues Festival in Ecaussinnes zu sehen. (Die Chance habe ich dann auch wahrgenommen und viele meinten, dies sei einer der allerbesten Gigs der fünf Männer aus Texas gewesen.)

Ja und irgendwann ist dann Schluss. Tausende von zum Teil platt getretene Plastikbecher liegen im und vor dem Zelt. Müllcontainer sind nur wenige aufgestellt. So lässt dann jeder sein nicht mehr zu brauchendes, leeres Trinkgefäss einfach auf den Boden fallen.

Und das ist auch der einzig negative Kritikpunkt meinerseits zu diesem wunderbaren und reichlich mit Höhepunkten gespickten Festivals.

Irgendwann, späteren Recherchen zufolge, gegen halb vier sinke ich hundemüde in mein kleines Zelt und ich bin froh, dass ich mich nicht wie andere jetzt noch hunderte von Kilometern durch die Nacht fressen muss.

Moulin Blues 2011 war einsame Spitze, das Warten auf Moulin Blues 2012 hat bereits begonnen.

Text & Fotos (c) 2011 Tony Mnetzel








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