Rico Blues Combo am 02.11.2007, Burg Satzvey

2 11 2013

Rico Blues Combo037

Auf den Tag genau sechs Jahre her, dieser legendäre Auftritt der Rico Blues Combo auf der Burg Satzvey. Und da gerade eine Reunion der Formation  stattfindet, bietet es sich an dieser Stelle an, sich noch einmal die Eindrücke von damals ins Gedächtnis zu rufen.
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Rico Blues Combo am 02.11.2007, Burg Satzvey

Juke Joint Feeling made in Italy im Bourbonen Saal der altehrwürdigen Burg Satzvey in der Eifel. Hier kommt etwas zusammen, was auf den ersten Blick ein zumindest schräges Bild zu geben scheint.

Bourbonen Lilien zieren die roten Vorhänge, mit denen der gesamte Saal behängt ist. Hier ist eine kleine Bühne aufgebaut. Das Gesangsmikrofon steht aus Platzgründen vor der Bühne. Eine KeyB Organ, daneben ein Leslie- Kabinett mit einem abenteuerlich aussehenden Röhrenamp darauf, ein elektrifizierter Kontrabass lehnt an einen Ampeg Kofferverstärker. Das Drumset zeigt an der Bassdrum ein Ludwig Resonanzfell. Auf einem Hocker befindet sich ein Koffer mit diversen Harps und obendrauf liegt die berühmte Fahrradlampe, das Shure 520DX, d a s Mikrofon für Harps überhaupt. Zwei Fender Bassman Amps stehen links, einer für die Harmonikas, der andere für die Gitarre. Davon ruhen zwei im Ständer. Eine Fender Stratocaster in Fiesta Red, die heute einen freien Abend haben wird, wie sich später herausstellt und eine cremefarbene Telecaster, die heute einen arbeitsreichen Abend haben wird. Dann noch ein paar Bodeneffekte für die Gitarre. That’s all.

20:30 Uhr
Rico und seine Blues Combo betreten die Bühne. Dies sind Rico Migliarini (Voc; Harp), Maurizio Pugno (Gitarre), Mirco Capecci (Bass), Giuliano Bei (Drums) und als Special Guest Alberto Marsico (Orgel).

Der erste Titel zum Anwärmen ist «Down To The Village», das ist ok, aber noch lange nicht das, was die Combo später spielen wird. Es dauert einige Titel, bis die Band sich warm gespielt hat. Aber als der Punkt erreicht ist, geht es wahrhaft in die Vollen. Quer durch sämtliche Stilrichtungen des Blues, teils mit einer gehörigen Prise Be- Bop oder Jump- Blues. Brilliante Soloeinlagen von Harp, Orgel und…ja, hier schlägt natürlich das Gitarristenherz höher … einer gut aufgelegten Telecaster, meisterlich behandelt durch Maurizio Pugno. Der Junge hat’s einfach drauf. Ich verrate sicher kein Geheimnis, wenn ich sage, dass ich ein absoluter Fan der Telecaster bin. Was der ganz in Schwarz gekleidete Chitarrista ihr an Klängen entlockt, ist schon phänomenal. Für mich die absolute Offenbarung an diesem Abend. Damit möchte ich keineswegs das Können der anderen Comboleute abwerten. Alles tadellos. Die Combo funktioniert wie eine Dampfmaschine, einmal angeworfen strotzt sie vor Energie und Musikalität. Meine selektive Wahrnehmung sei mir hier verziehen.

Das Repertoire besteht aus vielen eigenen Titeln, ein Großteil findet sich auf der aktuellen CD «House of Blue Rags», die ich als „Special Offer“ in der Pause für dieci Euro bei Rico erstehe. «Don’t Say No», «Going Down Slow», eins der absoluten Hammerstücke ist «Watch Your Step», zu finden auf der CD «Live At Murphy’s». Es stammt aus der Feder von Maurizio Pugno.

Natürlich fehlen auch einige Klassiker wie der Junior Wells Titel «Messin’ with the Kid» oder «Stormy Monday» oder «What you want me to do» nicht.

Die Fünf auf der Bühne haben ihren Spaß und der springt ohne Umschweife auf das Publikum über, das allerdings nur etwa die siebenfache Personalstärke der Combo aufbringt. Das ist sehr schade, jedem, der sich eine wirklich geballte Ladung von Blues vom allerfeinsten abholen möchte, sei wärmstens ans Herz gelegt, sich die Truppe anzuschauen und anzuhören.

„Alla prossima volta“, ruft mir Maurizio noch hinterher, als wir uns nach einem kurzen Gespräch verabschieden. Ja klar, ich werde wieder dabei sein, das nächste Mal, wenn Rico und seine Blues Combo in unserer Gegend wieder aufspielen.





Miz Dee & Maurizio Pugno Organ Trio – I’d Rather Go Blind

8 02 2012

feturing the Cape Horns live at Le Zap’ing, Grande Synthe (F)





Miz Dee & Maurizio Pugno Organ Trio – «Letters from The Bootland» – CD Rezension

6 02 2012

Anfangs wollte ich lieber Jazz singen oder Soul. Dann habe ich es einmal versucht“. Miz Dee, mit bürgerlichem Namen Dejuana R. Logwood,  singt ein paar Zeilen aus «Rock Me Baby». Sie singt sie sehr flach, an der Oberfläche. „So habe ich das damals gesungen, alle haben gelacht und gesagt: «Hey, so singt man doch keinen Blues! Du musst mehr Emotion in deine Stimme legen!» Das hat mich dann angestachelt, so habe ich geübt und so bin ich dann auch zum Blues gekommen.“

Dieses Üben hat sich nachhaltig auf Miz Dee’s Art zu singen und den Songs einen ganz besonderen eigenen stimmlichen Stempel aufzudrücken ausgewirkt. Miz Dee geht völlig auf in dem, was sie auf der Bühne und ihrer CD präsentiert.

Ich hatte das Glück bei der CD- Release- Party in Lille dabei zu sein.

«Letters from The Bootland», Briefe aus dem Stiefelland, heißt die frisch aus der Presse gekommene CD der in Los Angeles ansässigen Sängerin und Songschreiberin.  Im CD Titel befindet sich bereits der dezente Hinweis auf die Zusammenarbeit mit Musikern aus dem Stiefelland, aus Italien.

Und hier finden sich niemand Geringere als Maurizio Pugno und sein Organ Trio, das durch Alberto Marsico und Gio Rossi, die ebenfalls internationales Renommee haben und beispielsweise mit Alex Schultz die CD «Think About It» aufgenommen haben,  komplettiert wird. Um der Aufnahme noch mehr Druck zu verleihen wurden noch ein Bläsersatz «The Cape Horns und ein Background Chor «The Sublimes» hinzugezogen.

Legt man die CD in den Player, möchte man sie so schnell nicht wieder von dort entfernen. Sie bietet reichlich stilistische Abwechslung vom Bluesshuffle im Stile Jimmy Reeds mit «Hit Rock Bottom» über New Orleans Feeling in «Desire Street» bis hin zu Klassikern wie «I’d Rather Go Blind», mit dem die kürzlich verstorbene Etta James Erfolge feierte, oder Billy Preston’s «That’s The Way God Planned It» oder Al Kooper’s «I’ll Love You More Than You’ll Ever Know».

8 der insgesamt 12 Titel sind Eigenkompositionen, für die Miz Dee und Maurizio Pugno verantwortlich zeichnen.

«Nothing But The Radio On» ist einer von diesen und der hat meiner ganz bescheidenen Meinung nach sogar Hitpotenzial. Also hört her, ihr Radiomacher und Musikredaktionen!

Bei diesem Album sind nur wahre Könner und Professionals am Werk: Vom Songwriting, über die Songauswahl, die Arrangements, die Instrumentierung bis hin zur Gesamtproduktion.

Und dass es sich bei den Musizierenden um eingefleischte Vollblutmusiker handelt, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen, tue dies jedoch sehr gerne.

Wer also auf der Suche nach einem facettenreichen, toll produzierten und auf höchsten Niveau eingespielten Bluesalbum ist, der sollte sich von «Letters from The Bootland» überraschen lassen, obwohl ich davon hier schon einiges vorweg genommen habe.

Und noch ein Tipp: Miz Dee & Maurizio Pugno Organ Trio sind im März und April 2012 auch wieder diesseits der Alpen zu sehen.

Und live -  so viel sei verraten – hört und sieht sich das Ganze noch besser an. Also unbedingt nicht verpassen!!!

Hier die Termine:
24.03.2012 Blues Alive Festival, Cuijk (NL)
25.03.2012 Blues Club XXL, Wageningen (NL)
26.03.2012 Banana Peel, Ruiselede (B)
20.04.2012 Aidlingen, Jazz-Frühling (D)
21.04.2012 Gaildorf, Kulturschmiede (D)
23.04.2012 Heidenheim, Café Balzac (D)
24.04.2012 Emmendingen, Mehlsack (D)
25.04.2012 Kandern, Chabah (D)

Kontakte:

http://www.mauriziopugno.it/Contacts.htm





Maurizio Pugno Organ Trio feat. Mark Dufresne

12 11 2011

Mark DuFresneZur Diashow auf das Foto klicken….





Maurizio Pugno Organ Trio feat. Mark DuFresne am 05.06.2010 in Geldrop und in Zyfflich

14 11 2010

Alberto Marsico

Wenn liebe Freunde aus der Ferne in der Nähe sind, bietet es sich an, sie einmal wieder zu treffen. Gleich zwei Festivaltermine an diesem einen Tag haben sich die drei Italiener und der eine Amerikaner in den Tourplan geschrieben.

Ich erwarte sie beim diesjährigen «Blues Open» im niederländischen Geldrop. Das Wiedersehen ist herzlich, es tut gut, Maurizio Pugno, Alberto Marsico, Gio Rossi und Mark DuFresne wiederzusehen.

So groß die Freude auch ist, es ist nicht zu übersehen, dass alle vier dem täglichen Tourstress zum Opfer gefallen sind. Auf meine Frage an Alberto, ob er müde sei, bekomme ich die Antwort: „Frag mich das in drei Stunden noch mal…“ We all pay our dues to the blues…

Das Festival in Geldrop ist ausverkauft. An diesem Samstag herrscht bestes Open Air Wetter, doch die Veranstaltung findet in eine Halle statt. So bleibt ein Großteil der Besucher nach den ersten beiden Darbietungen von Little Louis & Aart van der Wulpen und dem unter die Haut gehenden Akustik- Solokonzert von Ian Seagal draußen an den Essens- und Getränkeständen draußen, während das italienisch- amerikanische Quartett bereits die ersten Songs spielt.

Es sind Vollprofis, alle vier. Von der Müdigkeit bekommt der „gemeine“ Zuschauer nichts zu spüren. Mark präsentiert sich wieder einmal als „Rampensau“. Und die Musik macht wieder einmal so richtig Laune. Ob «The Lion’s Den», «Pray for Me Baby», «We Have Come For Your Daughters» oder «Two For The Price Of Ten», alle Songs zaubern mir wieder ein Strahlen ins Gesicht, weil live und frisch zubereitet schmecken sie einfach besser als aus der (CD)- Dose.

Nach und nach vervollständigt sich die werte Zuhörerschaft. Der Zeitplan ist straff, so ist nach einer Zugabe Schluss. Applaus. Danke. Einpacken. Weiter zum nächsten Gig nach Zyfflich.

Schon vorher war ich wild entschlossen, die Band dorthin zu begleiten. Mark’s wie immer charmanter Kommentar: „So you wanna hear the same shit again?

Genau das will ich und so klemme mich wie seinerzeit in Italien an Maurizios Van. Band on the run. Die niederländischen Autobahnen führen uns dann über Nijmwegen bis nach Zyfflich, 13 Kilometer von Kleve entfernt.

Die Mägen grummeln, Durst ist ein ebenfalls nicht zu vernachlässigender Faktor. Das Restaurant, in das man uns zum Essen schickt, hat seine Küche leider schon geschlossen, es ist immerhin schon nach 22 Uhr.

Auf dem Festivalgelände bekommen wir dann doch noch Gegrilltes mit Pommes und ein paar Bier. Die Verpflegungssituation für Profibands wie diese ist auch nicht gerade üppiger als die für Amateure. Mir fallen zig ähnliche Situationen aus der Zeit ein, als ich mit meiner damaligen Band noch unterwegs war.

Auch in Zyfflich finden die Konzerte in Zelten statt. Die noch ermatteter erscheinenden Bluesmatadoren begeben sich erneut auf die Bühne. Alberto brauche ich jetzt nicht nach Müdigkeit zu fragen, die Antwort steht ihm ins Gesicht geschrieben.

Keiner der Akteure und auch nicht der Chronist hat auch in dem Moment auch nur die leiseste Ahnung von dem, was sich hier in Kürze abspielen wird.

Wie immer zum Beginn der Show ein Trio- Intro instrumental. Dann kommt Mark auf die Bühne. Das Zelt ist rappelvoll gefüllt.

Nach ein, zwei, drei Songs ist im Zelt die buchstäbliche Hölle los. Steppende Bären, Päpste im Kettenhemd, fragt nicht nach Sonnenschein… Was ist das denn?

Es wird eine regelrechte Party. Ich habe noch nie bei einem Blueskonzert eine so große Menschenmenge vor der Bühne so ausgelassen tanzen sehen. Aus einer Bluesband ist eine Stimmungskapelle (im besten Sinne) geworden.

In die eben noch von Müdigkeit gezeichneten Musikergesichter mischt sich wiederholt Lächeln. Mark gibt alles, in der Form habe ich ihn auch noch nie gesehen.

Die Begeisterung dieses Publikums ist für die vier Akteure Reibung genug, jetzt nochmals verstärkt auf die Tube zu drücken. Die Power, diese Energie, das Jetzt-Erst-Recht. Brillante Soli von Harp, Orgel und Gitarre! Mark’s Stimme! Und dabei hatte er eben noch die Befürchtung, nur noch krächzen zu können. Nichts von dem, er übertrifft sich selbst.

Ich stehe eine ganze Zeit schräg hinter Gio mit auf der Bühne und betrachte sein ausgefeiltes Drumspiel, das mit einfallsreichen Fill-Ins immer für Abwechslung sorgt, dazu so was von genau und immer auf den Punkt kommt.

Was für ein Unterschied, betrachtet man diese Band und ihre beiden Konzerte an diesem 05.06.2010. Es sind dieselben Musiker und fast dieselben Songs. Das Publikum ist ein anders, die Tageszeit ebenfalls.

Aus geplanten 90 Minuten werden 120. Gegen halb Zwei nach drei Zugaben ist der helle Wahnsinn zu Ende. Ich gratuliere der Band zu diesem Gig und mir, dass ich mit hierhergekommen bin, um zwei Stunden pure Lebensfreude zu spüren.

Überall nur zufriedene Gesichter, beim Publikum, beim Veranstalter, bei den Musikern.

Nach dem Beladen des Vans, sitzen wir noch ein paar Minuten zusammen und lassen den Tag ausklingen. „Ausklingen“ ist das richtige Wort. Es klingt noch in meinen Ohren: Die Musik der letzten beiden Stunden, der Applaus…

Dann ist wieder einmal Zeit Abschied zu nehmen von den Freunden Mark, Maurizio, Gio und Alberto. „Always a pleasure… alla prossima…we’ll keep in touch…“

Zwei Stunden werde ich noch unterwegs sein durch die Nacht. Wenn ich zu Hause ankomme, wird der Tag schon anbrechen. Wieder einmal. Und mein Kopf und mein Herz werden immer noch voll sein mit Blues der Güteklasse 1A++++ des Maurizio Organ Trios featuring Mark DuFresne. Grazie & Thanks.

Text und Fotos (c) 2010 Tony Mentzel

PS
Noch einen herzlichen Dank an die Veranstalter der beiden Festivals, ihr habt da jeweils einen tollen Job gemacht. Ich bin gespannt auf das Programm vom nächsten Jahr…





Maurizio Pugno Band feat Mark DuFresne & Sugar Ray Norcia am 23.01.2010 im Razzoo, Uden (NL)

14 11 2010

Maurizio Pugno

Maurizios Einladung zur Release- Party der neuen CD «Kill The Coffee» steht schon eine ganze Zeit, meine freudige Zusage so ziemlich eben so lange. So mache ich mich an diesem Samstagspätnachmittag auf ins niederländische Uden, das etwa 40 km von Eindhoven entfernt liegt. Für mich eine Strecke von etwa 180 km. Also zirka zwei Stunden winterliche Fahrt. Sei’s drum. Was mich erwartet, hat garantierten Seltenheitswert: Zwei ehemalige Mitglieder von «Roomful Of Blues» auf einer gemeinsamen Bühne zu erleben und das gestützt von einer Band unter Leitung des grandiosen „Maestro“ Maurizio Pugno, die sich im internationalen Vergleich, nirgends, aber wirklich nirgendwo, verstecken muss.

Das Wiedersehen mit Maurizio und der Band ist äußerst herzlich, ebenso das mit Sugar Ray, den ich vor eineinhalb Jahren zum ersten Mal getroffen habe.

Als Opener spielt ab 20:30 Uhr das niederländische Trio Danny’s Rock & Roll Acoustics. Bestzung: Gesang, akustische Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug. Geboten werden hier Rock’n‘ Roll, Blues und Rockabilly Klassiker à la Elvis, Carl Perkins, Stray Cats. Die drei Jungs machen ihre Sache sehr gut. Die Stimmung ist vorgeheizt, der Saal des Razzoo füllt sich zusehends.

Kurz nach 22Uhr ist es dann so weit: Mit «Tronfy, The Weeper», einem swingendem, jazzig angehauchten Instrumental, eröffnet die Maurizio Pugno Band ihr Set. Für Maurizio die erste Gelegenheit, das Beste aus seiner Telecaster herauszuholen. Und wie er hier diese Gelegenheit nutzt!Schon jetzt ist klar, dass sich jeder der 180 Kilometer gelohnt hat. Und auch die für die Rückfahrt.

Mark DuFresne betritt die Bühne. Ein nicht nur musikalisches Schwergewicht. Ausdrucksvoll im Gesang und im Harmonikaspiel gleichermaßen. Der erste Titel ist «Lion’s Den», gleichzeitig auch der Opener auf dem neuen Silberling.

Es folgt die erste Stunde allerfeinsten und reinen Musikgenusses. Man wähnt sich in Chicago in einem dieser legendären Bluesschuppen. Ich lehne mich innerlich zurück und lasse das zu Gehör Gebrachte auf mich einwirken. Diese Musik ist authentisch und weiß mich fortzureißen und mitzunehmen.

Es ist das Geheimnis einer hohen Kunst, und Kunst kommt bekanntlich von Können und davon haben alle Musiker auf dieser Bühne reichlich.

Am Schlagzeug Gio Rossi, ein ausgefuchster Drummer, der beinahe unauffällig alles das bietet, was ein Schlagwerker auf höchstem Niveau bieten muss.

Lucio Villani spielt den Kontrabass. Konzentriert und immer auf der Höhe des Geschehens.

Statt des Pianisten/Organisten Alberto Marsico, der auf der CD die Tasten bedient, sitzt heute Marco Meucci am Keyboard. Auch er hat sein (Tasten)Handwerk gelernt und brilliert immer wieder durch wunderschöne Sololäufe.

von links nach rechts: Sugar Ray Norcia, Maurizio Pugno, Mark DuFresne & Sugar Ray Norcia

Nach Mark’s Auftritt geht es ohne Pause weiter: Sugar Ray Norcia übernimmt den Gesangs- und Harppart.

Es ist, als gäbe es jetzt noch eins obendrauf. Jedenfalls kommt es mir so vor. Vielleicht ist es aber einfach nur das Verlangen nach Mehr, was mir diesen Eindruck vorgaukelt. Sugar Ray ist ein weiterer absoluter Meister seines Fachs.

«Rocking Sugar Daddy», «I Like It Like That» oder «Big Party At My House» nehmen uns mit auf die facettenreiche Reise durch die bunten Stilarten des Blues. Es ist ein Trip, von dem man sich wünscht, das niemals aufhören mag.

Aber auch die besten Dinge kommen mal zu einem Ende. Und das Ende dieses Abends hat es dann noch einmal in sich: Mark DuFresne und Sugar Ray Norcia stehen nun gemeinsam auf der Bühne und wechseln sich im Lead- Gesang und im Harpspiel ab. Sie spornen sich, ja feuern sich gegenseitig an. Es wird improvisiert, was das Zeug hält. Es ist gnadenlos gut und frisch und unverbraucht. Ein akustischer Taumel in schier unendliche Weiten.

Jetzt, knapp 48 Stunden nach dem Erlebten, in dem Moment, in dem ich das hier niederschreibe, kommt mir der gesamte wunderbare Abend noch einmal ins Bewusstsein. Und mir wird schmerzhaft klar, dass ich das Gehörte und Gesehene nur annähernd in Worte fassen kann.

So etwas kann man nicht wiederholen. So etwas ist einmalig. Ich werde noch lange an diesen Abend zurückdenken.
Deshalb auch ein Riesendanke an alle, die dieses unvergessliche Erlebnis möglich gemacht haben: Grazie. Thanks. Bedankt.

Fazit: Sollte dieser feine Blueszirkus oder auch nur irgendwelche Teil- oder Untermengen hiervon in eine irgendwie erreichbare Nähe zu euch kommen: Unbedingt nicht verpassen. Denn das wäre eine Sünde.

(C) Text und Fotos 2010 Tony Mentzel








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