Gregor Hilden Band am 07.08.2009 in Dülmen, Marktplatz

14 11 2010

Gregor Hilden

Sprechen wir einmal nicht über Gregor Hildens gitarristische Fähigkeiten und dass er mit traumwandlerischer Sicherheit sich in die Stile Blues, R&B, Soul, Jazz oder Rock einfinden kann und damit sicher zu den Top- Sechsaitenspielern unserer Republik gehört. Sprechen wir nicht davon, dass Peter Green und Larry Carlton zwei seiner großen Vorbilder sind und die 68-ger Les Paul Goldtop sein Markenzeichen ist. Sprechen wir weiter nicht davon, dass er auch im internationalen Geschäft die besten Verbindungen hat: Tom Principato, Larry Garner, Boo Boo Davis, Jim Kahr sind nur einige brillierende Namen von wohl nicht allzu unbekannten Leuten, mit denen er zusammen gespielt hat. Sprechen wir nicht von seinem Beitrag in dem von Richie Arndt zusammengestellten und äußerst erfolgreichen Projekt «Rorymania».

Sprechen wir einfach davon, dass es ein lauer Freitagsommerabend ist im westfälischen Dülmen und der Marktplatz dort gefüllt ist mit Menschen, die mit zum Wetter passender Musik versorgt werden wollen.

Und genau diese Musik werden sie bekommen: Einen gelungenen Mix aus Songs, die selbst jeder WDR2- Hörer kennen wird: Rockig mit Robert Palmer’s «Addicted To Love» oder Bob Seger’s «Old Time Rock ’n’ Roll», soulig mit «What A Difference A Day Makes», den Esther Phillips in den 70- gern in die Top 20 brachte, Tina Turner’s «Nutbush City Limits» darf ebenso wenig fehlen wie der Temptations Hit «Papa Was A Rolling Stone» der sich dann mit Steve Miller’s «Fly Like An Eagle» zu einem gelungenen Medley vereinigt. Leon Russel’s «This Masquerade» ist auch auf der Liste genauso wie Gershwin’s «Summertime» und das Traditional «Amazing Grace» mit einem kurzen Zwischenriff, das sehr an «Sweet Home Alabama» erinnert, diese Titel setzen weitere Glanzpunkte.

Gesungen werden all diese Songs von Harriet Lewis, geboren in Philadelphia, Pennsylvania. Auf der Bühne ein wahres Powerpaket mit einer enormen und gewaltigen stimmlichen Vielfalt. Sie versteht ihren Job auf der Bühne, ihre Show ist vollprofessionell.

Die Band tut das Ihrige zum Gelingen dieses Konzertabends, auch hier gibt es nichts zu mäkeln, beste Instrumentenarbeit an Keyboard, Sax, Bass und Schlagwerk.

Summa summarum die richtige Band mit der richtigen Frontfrau und der richtigen Setlist für einen richtig lauen Sommerabend in Dülmen.

Dass Gregor Hilden schon relativ früh eine Saite reißt, er den laufenden Titel und das darin vorgesehene Solo trotzdem sicher zu Ende bringt, und seine Les Paul Goldtop die weitere Show nach Einwechselung einer schwarzen Les Paul von der „Ersatzbank“ verfolgen muss, ist mir noch diese kleine Randbemerkung wert.

Schaut man auf Gregor Hildens weiteren Tourplan, wird man sehen, dass er eine Menge zu tun hat und das in den verschiedensten Kombinationen mit anderen Musikern: Richie Arndt und Timo Gross, mit denen er ein Akustiktrio bildet, oder mit Sascha Klaar, mit dem einige Termine in Peking gebucht sind. Und immer wieder auch fällt der Name Harriet Lewis.

Es gibt also für jeden Gelegenheit genug, Gregor Hilden einmal (wieder) live zu erleben. Und das sollte man getrost auch tun.

Text und Fotos © 2009 Tony Mentzel





Gregor Hilden, Richie Arndt und Timo Gross am 19.02.2010 im Topos, Leverkusen

14 11 2010

Das hatten wir doch schon mal. Vor 30 Jahren. 1980. 18 Gitarrensaiten erklingen an einem Freitagabend. «Friday Night In San Francisco»- Dort waren es die Herren Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucia, die sich an einem Freitagabend trafen, um mit einander zu musizieren.

Gregor Hilden, Richie Arndt & Timo Gross

Bei diesem denkwürdigen Konzert konnte ich leider nicht dabei sein. Aber Fehler sollte man tunlichst nicht zweimal machen.

So bin ich denn nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Leverkusen gefahren, um das geeignete Gegenmittel zum Tagesstress zu finden. Ein Konzert von drei der angesagtesten Bluesgitarristen unserer Republik, deren gemeinsames unplugged Album «The Vineyard Sessions» schon für manche nette Untermalung auf längeren Autofahrten gedient hat. Heute Abend live und in Farbe in einem meiner Lieblingsclubs, dem Topos, in Leverkusen. Diese Kombination stimmt fröhlich.

Es wird ein entspannter Abend. Das schon einmal vorweg. Die Drei haben alles im Griff, nicht nur ihre Gitarren. Es macht Laune, am Spielspaß der drei Herren teilhaben zu dürfen.

Für die CD hat jeder vier Titel eingebracht. So erscheint es logisch, dass genau aus diesem Fundus geschöpft wird. «Desire», «Drowning In My Soul», «Blue Clouds», «Stranger» beispielsweise stammen von eben diesem Silberling und klingen heute Abend noch um einiges frischer. Der Raum für Improvisationen ist reichlich vorhanden und wird voll ausgenutzt. In den Soli stehen sich die Drei in nichts nach. Reihum hat jeder Gelegenheit, seine Spielideen umzusetzen. Und das tun sie wie immer gekonnt und abwechslungsreich.

Einige „Fremdtitel“ reichern das Programm noch an: «Tore Down» oder «My Babe» zum Beispiel.

Gregor HildenRichie ArndtTimo Gross

Den Gesangspart übernehmen abwechselnd Richie Arndt und Timo Gross. Gregor Hilden hält sich auf diesem Gebiet wie immer gekonnt zurück.

Das Topos ist gut bis sehr gut gefüllt. Die Leute hier bekommen für ihre 10 Euro Eintritt ein klasse Programm geboten, das in zwei Sets gespielt wird und alles in allem über zwei Stunden dauert.

Mit jedem Titel spüre ich, wie mein Stress sich verflüchtigt. Wenn solches Musiker und deren Musik erreichen, ist viel Gutes getan. Ich lasse es auf mich wirken und es wirkt noch heute nach.

Fazit: Aus den oben genannten Gründen ist der Besuch eines Konzerts der drei Herren Hilden, Arndt und Gross wirklich zu empfehlen. Demnach: Unbedingt nicht verpassen.

Text und Fotos © 2010 Tony Mentzel








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