Southern Bluesnight Heerlen 2013

19 03 2013

Khalif Wailin Walter

The 17th edition of the Southern Bluesnight in Heerlen featured artists like  Gene Taylor, James Harman, Enrico Crivellaro, Mud Morgenfield (Muddy Waters’ oldest son), Mathieu Pesqué & Roll Pignault, Hans Theesink & Terry Evns, Khalif Wailin’ Walter.

Click here to see  my impressions of a night filled with amazing music.





Raphael Wressnig Organ Combo – It’s Your Thing

7 01 2013

Raphael Wressnig

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Morblus, 20th Anniversary Concert, 2011-09-09, Teatro Romano, Verona (I) – Review

3 10 2011

Im Angesicht der heutigen Plastik- Wegwerf- Eintagsfliegen- Musik ist es schon erstaunlich, dass es (zum Glück) noch Bands gibt, die von sich behaupten können, seit 20 Jahren die Bühnen dieses Globus zu bespielen.

Leider ist es aber so, dass deren (Über-)Leben abseits, der Mega- Events à la Lady Gaga, Robbie Williams und Konsorten verläuft.

Oder ist es auch vielleicht dieses Nischendasein, das den Hunger nicht abebben lässt auf ein Weiter und Weiter?

Morblus ist so eine Band, die die Hauptverbindungsstraßen in Mitteleuropa bald blind fahren könnte. Kein Weg ist zu weit, keine Bühne zu klein. Spielen. Spielen. Spielen,

Mag sein, dass die vier aktuellen Mitglieder dieser Formation Getriebene sind. Was soll’s? Egal, wo sie auftreten: Sie finden stets offene Ohren und der Beifall ist gewiss.

Die Fangemeinde wächst stetig und das ist gut so und hart verdient. Mittlerweile weiß ich nicht mehr, wie oft ich diese Italiener bereits auf irgendwelchen Bühnen gesehen habe. Es waren Konzerte in Frankreich, in den Niederlanden, in Belgien, in Luxemburg (nass bis auf die Knochen), in Deutschland und jetzt in ihrem Heimatland Italien.

Schon beim Verlassen des Fliegers weht uns ein herzlich warmer Wind entgegen. Ein gutes Omen. Denn im Verlaufe des Tages und des Abends soll es uns noch ein bisschen heißer werden.

Das Teatro Romano in Verona wird im doppelten Sinne zum historischen Ort der fälligen Geburtstagsparty.

Der Nachmittag dieses neunten September des Jahres Zweitausendundelf ist dem peniblen Soundcheck gewidmet. Alles läuft streng nach Plan. Schließlich soll das Spektakel mitgeschnitten werden.

Alle sind hoch konzentriert bei der Arbeit, die Musiker, die Tontechniker, die Beleuchter und alle die, die ihre Aufgaben mehr oder weniger im Verborgenen verrichten. Aber der Spaß kommt auch nicht zu kurz. Beste Arbeitsbedingungen für alle.

Das Konzert wird eine musikalische Revue der letzten 20 Jahre Bandbestehens. So sind auch einige der ehemaligen Mitglieder vor Ort. Lele Zamperini zum Beispiel, der mittlerweile die Trommelstöcke für Rudy Rotta wirbelt oder der Gitarrist Luca Boscagin, der zurzeit in London wohnt und sich dem Jazz widmet. Auch der ehemalige Drummer Matteo Breoni und der ehemalige Bassist Gianni Sabbioni und der zweite Keyboarder Giancarlo Zucchi sind anwesend. Abgerundet wird das Ensemble durch die drei Damen von Hillbilly Soul, Simonetta Basile, Marie Claire Dubost und Stefania Targa, die für den Backgroundgesang verantwortlich sind.

Dann noch die illustren Gäste: Enrico Crivellaro, für mich einer der herausragendsten Gitarristen der Szene, Marco Pandolfi, ein erstklassiger Harmonikaspieler, davon konnte ich mich schon vor zwei Jahren beim Bluesfestival in La Chèze  überzeugen, Tommy Schneller, großartiger Saxofonspieler (schreibt man das wirklich jetzt mit „f“ statt „ph“?) und Sänger, sowie Olli Gee, als langjähriges Mitglied der Blues Company gestandener und ausgezeichneter Bassmann.

Die Stimmung ist gut an diesem sonnigen Nachmittag. Immer wieder betreten Touristen das Halbrund des antiken Teatro Romano. Manche verharren eine geraume Weile und beobachten das Geschehen, bevor sie weiterziehen.

Es macht Spaß, den Proben zuzusehen und zuzuhören.  Einsätze, Solopassagen werden verabredet. Alles läuft wie am sprichwörtlichen Schnürchen.

Gegen 18 Uhr beschließe ich, noch kurz ins Hotel zu fahren, einchecken und schleunigst unter die Dusche und die angeschwitzten Klamotten gegen frische tauschen.

Gegen 20 Uhr bin ich zurück. Im Backstagebereich stehen ein paar Pizzahäppchen bereit, die eine oder andere Flasche Amarone findet sich plötzlich nur noch mit Luft gefüllt.

Pünktlich um 21 Uhr heißt es dann: „Showtime!“.

Und es wird eine Show der Extraklasse: Drei Stunden werden die Zuhörer im altwürdigen Theaterhalbrund verwöhnt mit Titeln aus der Geschichte des Blues, die unweigerlich auch ein Teil der Geschichte dieser famosen Band ist.

Harmonika-, Orgel-, Gitarren-, Saxofonsoli geben sich die Notenschlüssel in die Hand.

Und das alles vom Allerfeinsten.

Auch heute, da das Ganze schon über drei Wochen Geschichte ist, überläuft mich noch der ein oder andere Wonneschauer, wenn ich an dieses Konzert denke.

Ja, ich bin Fan auch dieser Band, aber ich bin auch Musikkenner genug, um zu behaupten (völlig subjektiv natürlich), dass dies eins der besten Konzerte war, die ich bisher die Freude hatte, mitzuerleben.

Hier stimmt wirklich und einfach alles: Die Musik, die Interpreten, das Ambiente, das Publikum.

Der alte Titel von Albert King: „ I’ll Play The Blues For You“ wird zum unausgesprochenen Motto des Abends. Roberto Morbioli und alle auf der Bühne Versammelten geben ihr Bestes, um eben diesem Motto gerecht zu werden, was sie sprichwörtlich „spielend“ schaffen. Klar!

Nach drei Stunden ist dieser einzigartig angenehme Spuk vorbei. Man liegt sich in den Armen, Ausdruck der Freude über dieses gelungene Musikfest.

Zeit zum Essenfassen, es gibt ein äußerst schmackhaftes Risotto, dazu noch das eine oder andere Bier oder ein Glas Vino Rosso. Begeisterte Gespräche.

Irgendwann gegen drei Uhr bin ich auf dem Weg ins Hotel, es sind immer noch 27 Grad Celsius. Genauso müde wie zufrieden bin ich, diesen zweiten Bluestrip über die Alpen gemacht zu haben.

Wieder etwas, von dem ich noch lange zehren werde. Wie alle anderen Beteiligten wohl auch. Ein Erlebnis, aus dem großartige Erinnerungen entstehen werden, bis Alzheimer uns scheidet.

So bin ich auf die nächsten 20 Jahre von Morblus gespannt.

Gilt der Frühbucherrabatt denn auch jetzt schon für einen Flug nach Verona?





Morblus, 20th Anniversary Concert, 2011-09-09, Verona (I)

2 10 2011

Morblus & Guests...

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Enrico Crivellaro am 19.11.2010 im Café de Weegbrug, Roermond (NL)

22 11 2010

Enrico Crivellaro

In manchen US- Plattenläden findet man seine Werke nicht mehr unter dem Buchstaben „C“, sondern in der Rubrk „Guitar Heros“. So steht es auf seiner Homepage in seiner Biographie. In meinem CD- Regal gibt es diese Einteilung nicht, aber meiner bescheidenen Ansicht nach gehört er mittlerweile ganz unzweifelhaft zu den wirklich großen Gitarristen unserer Zeit: Enrico Crivellaro aus Italien.

Janiva Magness, James Harman, Jason Ricci, Lester Butler Tribute Band sind einige der vielen Stationen seines musikalischen Schaffens.

Dazu kommt die überaus geniale Zusammenarbeit mit dem aus Graz stammenden Hammondspieler Raphael Wressing. Eine Live- Performance dieser beiden Giganten im Bereich des modernen Instrumentalblues/-jazz durfte ich bereits im letzten Jahr beim Bluesfestival in La Chèze in der Bretagne erleben.

Und heute Abend steht er auf der kleinen Bühne des Café de Weegbrug in Roermond. Auf seine Begleitband bin ich gespannt. Neben Schlagzeug Bass- und Gitarrenverstärkern sind eine veritable Hammondorgel und das unvermeidliche dazu gehörige Leslie- Kabinett aufgebaut.

Ich will es fast nicht glauben, aber es ist tatsächlich der schon oben erwähnte Raphael Wressing, den ich im Übrigen auch schon an der Seite von Larry Garner sehen und hören durfte, der sich auf den Hocker vor der Orgel setzt und in die Tasten greift.

Die auch so schon riesige Vorfreude auf dieses Konzert erfährt so richtig Nahrung, als die vier Musiker zwei Titel als Soundcheck zum Besten geben. Insgesamt sind das schon einmal 15 Minuten erlebter bester Musik.

Am Bass steht Simone Serafini, der den Tieftöner auch schon auf Enrico’s aktuellem Silberling «Mojo Zone» beisteuerte. Das Schlagzeug bedient Carmine Bloisi, der wiederum für meinen Freund J. Sintoni auf dessen geklungener CD «The Red Suit» die Trommelstöcke rührte.

It’s a small blues world…“. So ist es wohl. Irgendwann und irgendwo kreuzen sich die Wege des Blues. Crossroads.

Ich will es kurz machen: Wir erleben ca. drei Stunden Instrumentalmusik aus den Bereichen Blues (hauptsächlich), Jazz, Funk und Mischungen aus allen drei der eben genannten Richtungen. Die Grenzen sind hier schwimmend. Eine Gesamtleistung und –vorstellung auf Weltklasseniveau.

Klar, dass Enrico Crivellaro und Raphael Wressing solistisch im Vordergrund stehen, aber auch die beiden anderen Bandmitglieder bekommen den Raum, ihr musikalisches Können als Solist zu zeigen.

Ein kleines I-Tüpfelchen ist der Gastauftritt eines 12- jährigen Gitarristen mit dem Namen Guy Smeets, der für zwei Bluestitel jammend ins Geschehen eingreift.
Wenn der Kleine so weiter macht, kann aus ihm noch ein ganz Großer werden. Denn was er heute schon an Feeling und Technik aufweisen kann, ist enorm.

Das Einzige, das weh tut an diesem gelungenen Freitagabend/Samstagmorgen (gegen zwei Uhr morgens verklang der letzte Akkord), ist die geringe Zuschauerzahl, die sich bei ca. 20 bis 25 einpendelt.

Und das bei nur 5(!) Euro Eintritt. Wer mutwillig solch hochgradigen Musikgenuss auslässt, ist selber schuld und dem ist nur noch zu helfen, wenn er beim nächsten Mal dabei ist, denn das sollte man dann unbedingt nicht (schon wieder) verpassen.

Text & Fotos (c) 2010 Tony Mentzel








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