Happy Birthday, John Mayall, 80 today !!

29 11 2013

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John Mayall wurde am 29.11.1933 nahe Manchester geboren. Heute feiert er demnach seinen 80. Geburtstag.

Ich konnte John Mayall in diesem Jahr beim Festival „Swing Wespelaar“ ein weiteres Mal erleben, wo er ein beindruckendes Konzert gab.

Sein 1969 erschienenes Album „Turning Point“ mit dem famosen „Room To Move“ wurde auch zum Wendepunkt in meinem persönlichen musikalischen Leben, von dem der Blues von dem Zeitpunkt an nicht mehr wegzudenken ist.

Mit einem Klick auf das Bild oben gelangt ihr zu einem knapp 50 minütigen Konzert, das John Mayall 1987 zusammen mit Walter Trout und Coco Montoya in der Iowa State University gab.

Viel Spaß damit und nochmals Happy Birthday John Mayall.

John Mayall, 2013 in Wesplaar

John Mayall, 2013 in Wesplaar





Coco Montoya am 15.03.2010 im Spirit of 66, Verviers (B)

14 11 2010

 

Coco Montoya

 

Coco Montoya wurde 1951 in Santa Monica, Californien geboren.

Seine musikalischen Anfänge liegen bei Albert Collins, für den er zunächst als Drummer arbeitete. Bei Collins lernte er auch eine Menge über das Gitarrenspielen, Collins’ Einfluss ist heute noch in Montoya’s manchmal spitzen und scharfen Sound spürbar.

Coco Montoya war zehn Jahre bei John Mayall’s Bluesbreakers. Wenn das keine Empfehlung ist, was dann?

Seitdem wandelt Coco auf Solopfaden. Vor einiger Zeit unterschrieb er beim deutschen Plattenlabel Ruf Records einen Vertrag. „Ich will mehr hier in Europa spielen.“ So seine Aussage dazu beim Konzert heute Abend. Das kann uns nur Recht sein. Mit dem «Blues Caravan» tourt Mr. Montoya derzeit neben Meena und Shakura S’Aida durch die Lnade. Hier konnte ich ihn schon ein paar Wochen live erleben. Und dieses Erlebnis hatte es in sich.

Der Caravan macht Pause und so steht Coco heute Abend auf der Bühne des Spirit of 66.

Mitgebracht hat er: Brant Leeper – Keyboards/background vocals, Nathan Brown – Bass und Randy Hayes – Drums/background vocals.

Natürlich hat der Meister Titel aus seiner aktuellen CD «I W“ant It All Back» im Gepäck. Hiervon spielt er beispielsweise «Hey Señorita», einen Titel, der übrigens, wie uns Coco verrät, aus den 50zigern stammt und im Original von einer Band mit dem Namen «The Penguins» ist. Auch Konzertbesuche bilden.

Ansonsten bietet Herr Montoya einen Rückblick quer durch seine anderen Alben: «I Need Your Love In My Life» oder die herzergreifende mit schönen Gitarrenlicks und -tricks gespickte Ballade «Good Days, Bad Days» von der CD «Suspicion» aus dem Jahr 2000.

Blues, Funk, Soul. In diesen Gefilden fühlt sich Coco Montoya wohl. Und an diesem Wohlbefinden lässt er uns, das begeisterte und für einen Montagabend recht zahlreich erschienene Publikum genüsslich teilhaben.

Coco Montoya gehört als Gitarrist stilistisch wie könnerisch in eine Reihe mit Walter Trout oder Buddy Whittington, die ja bekanntlich auch bei John Mayall spielten. Zufall?

Das gilt auch für den Gesang: Er verfügt über eine feste, satte und facettenreiche Stimme.

Und live klingt seine Musik in meinen Ohren authentischer und hat mehr Grip als bei den zuweilen doch eher glatten und aufpolierten Studioproduktionen. So bekommt selbst der Titeltrack des aktuellen Silberlings «I Want It All Back» live gespielt ein wenig mehr Rauheit ohne jedoch an innerem Glanz zu verlieren. Später, als ich auf dem Weg zum Auto bin, ertappe ich mich dabei, dass diesen zum Ohrwurm neigenden Song vor mich her summe.

Coco Montoya spielt eine Gitarre mit einem Linkshänder –Body. Darauf aufgesetzt ist ein Rechtshänder- Hals, der aber umgedreht wurde. Die tiefen Saiten zeigen somit nach unten, die Hohen nach oben. Das verlangt natürlich eine komplett andere Grifftechnik, die nur bestaunen kann.
Seine Band besteht aus Musikern, die allesamt ihr Handwerk durch und durch beherrschen. Jeder der Drei hat ausreichend solistischen Raum, sich auszutoben.

Rundum erleben wir ein klasse Konzert, das Coco und seine Mannen ohne Luft zu holen, sprich ohne Pause, 150 mit bester Musik vollgepackte Minuten – inklusive zwei Zugaben -von der Bühne prasseln lassen.

Fazit: Und ich bin froh, dass es mir nicht so ergangen ist, wie dem Protagonisten in Coco’s Song: «I Can’t Get My Ass In Gear». Ich bin froh, dass ich mich nach einigem Hin- und Her und nach einem langen Arbeitstag doch noch aufgerappelt habe, dieses Konzert zu besuchen.

In der Tat: Ich hätte richtig was verpasst. Darum meine uneingeschränkte Empfehlung: Na? Natürlich unbedingt nicht verpassen.

Text und Fotos (c) 2010 Tony Mentzel





Blues Caravan 2010 am 24.01.2010 in der Harmonie, Bonn

14 11 2010

Shakura & Meena

Der Blues Caravan, ins Leben gerufen durch Thomas Ruf, hat mittlerweile einen gewissen Kultstatus erreicht. Man ist jedes Jahr aufs Neue gespannt, wen Herr Ruf mit auf die Karawanenpiste schickt und wie sich die drei Hauptheroen zu einander fügen.

Das glückliche Händchen, das Thomas Ruf bereits bei den vorigen Tourneebesetzungen bewiesen hat, winkt auch in diesem Jahr das geneigte Publikum vor die Bühnen.
19:15 Uhr Der Saal ist gewiss nicht überfüllt oder gar ausverkauft. Die musikalische „Backline“ betritt die Bühne in der Harmonie. Denis Palatin setzt sich hinter sein Drumset, Johnny Dyke nimmt hinter den Keyboards Platz, Roger Inniss schnallt den sechsaitigen Bass um und Donna Grantis ihre PRS Gitarre. Der Opener dieses Quartetts ist ein Warmspiel- Instrumental. Und das geht gleich auf die Zwölf, gleich wird klar, dass diese Band auch schon beim erst vierten Gig der Serie ein dicht geschnürtes Paket bildet. Kein Wunder, denn Denis Palatin und Roger Inniss arbeiten schon längere Zeit zusammen, bei Deborah Coleman beispielsweise. «Une belle équipe…», so sagte mir Denis vorher. Ja, das ist sie, diese Band, eine tolle Mannschaft.

Meena, die ebenso charmante wie stimmgewaltige Blueslady aus Österreich ergreift das Mikro. Und da sind sie gleich, die ersten Schauer, die wohlig über den Rücken laufen. Wenn Meena singt, durchlebt sie jede Faser eines Songs, man sieht deutlich, wie sie förmlich in der Musik aufgeht. Ihre Stimme setzt sie dynamisch, gefühls- und variantenreich ein. „Irgendein Mitschüler hat einmal eine Platte von Janis Joplin mit in die Schule gebracht, so bin ich zum Blues gekommen.“, hat sie mir vor dem Konzert verraten. Den Titelsong ihrer CD «Try Me», im Original von James Brown, hatte sie im Vorfeld zu den Aufnahmen nur ein einziges Mal gehört. „So bin ich relativ unvoreingenommen an die Sache herangegangen.“ Und das Resultat ist auf der CD als auch live schlichtweg beeindruckend. Während bei der CD- Version Joanne Shaw-Taylor, Teilnehmerin des letztjährigen Blues Caravan das Solo spielt, tut es ihr hier Donna Grantis nicht minder feinfühlig nach.

Für einen Titel, nämlich «I Shoot You Down» begleitet sich Meena auf der Dobro, auch das gelingt ihr prächtig, ein feines Slide- Intro und im weiteren Songverlauf weiß sich im musikalischen Gesamtgefüge mit der Band auch gitarristisch Gehör zu verschaffen.

Machen wir’s kurz: Volle Punktzahl für Meena. Sie ist eine Frau, die auf die Bühnen dieser Welt gehört, denn sie hat dem staunenden Publikum eine Menge zu bieten.

Shakura S’Aida ist ein Vollprofi und gesegnet mit einer außerordentlichen Stimme. Sie weiß sich darüberhinaus durch Gestik und Mimik in Szene zusetzen. Sie spielt mit dem Publikum und hat dabei die Situation jederzeit im Griff. Mit Donna Grantis hat sie 10 der auf der CD «Brown Sugar» erschienenen Songs selbst geschrieben.

Ein Teil hiervon kommt an diesem Abend als musikalischer Hochgenuss live von der Bühne. Bei der Ballade «Angel On High» wird es zeitweise mucksmäuschen still im Saal, bis Shakura das Publikum auffordert, den Refrain mitzusingen. Und das Publikum singt mit, ein überaus feierlich- schöner Moment. Klar, dass auch Shakura weitere Titel aus ihrem Album präsentiert: Der Titeltrack darf ebenso wenig fehlen wie «Mr. Right» oder «Walk Out That Door».

Machen wir es auch hier kurz: Ebenfalls die volle Punktzahl. Ich bin sicher, der diesjährige Blues Caravan wird Shakura S’Aida‘s sicheren Platz im internationalen Blueszirkus weiter festigen und ihr einen wachsenden Fanstamm bescheren. Verdient hat sie es allemal.

Coco Montoya ist ein nicht nur musikalisches Schwergewicht. Dass er seinerzeit mit Walter Trout zusammen bei John Mayall’s Bluesbreakers gespielt hat, dürfte hinlänglich bekannt sein. Etliche CDs hat er inzwischen auf den Markt gebracht, aktuell ist sein Album «I Want It All Back». Eine Besprechung dieser CD findet ihr hier.

Schon beim Soundcheck am heutigen Abend war mir klar, wer gitarristisch hier das Heft in der Hand hat. Coco spielte ein paar Fingeraufwärmübungen, wenn du alleine das hörst, weißt du, was dieser Künstler für ein Potential hat.

«Hey Señorita», «Fannie Mae» stammen vom aktuellen Silberling, genauso wie der Titeltrack, bei dem Meena die Backing Vocals übernimmt, jedoch klingen diese Titel live um einiges frischer und weniger glatt als von der Konserve, die übrigens Keb‘ Mo produziert hat.

Als dann der gute Coco noch einen veritablen Slowblues feinster Machart vom Stapel lässt, stockt den meisten im Auditorium schier der Atem. Da perlen die Gitarrenläufe nur so vom Griffbrett, es ist die wahre und die reine Wonne, dem Meister dabei zuzusehen und zuzuhören. Auch stimmlich ist Coco auf der Höhe. Wow, was für eine Performance! Was wäre es schön, wenn man all das bisher Erlebte hier konservieren und mitnehmen könnte für Tage, wenn mal wieder nichts anderes als Tristesse angesagt ist. Doch vielleicht gibt es ja eines Tages die DVD zum 2010-er Blues Caravan und die kann nur gut werden.

Zum guten Schluss gibt es dann Meena, Shakura und Coco mit Titeln wie «Take Me To The River» und Luther Allisons Klassiker «Just As I Am» als Komplettpaket und Extra- Sahnehäubchen obendrauf. Klasse. Klasse. Klasse.

Fazit: Es besteht noch genügend Gelegenheit, diesen Blues Caravan zu erleben. Und für jeden sollte eine Bluesoase in der Nähe dabei sein, an dem diese bunte Karawane in irgendeiner grauen Steinwüste dann Halt macht. Also unbedingt nicht verpassen. Es wäre sträflich.

Text und Fotos © 2010 Tony Mentzel








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