Going To My Hometown

5 06 2013

Going To My Hometown





King King @ Troisdorfer Bluesclub am 15.02.2013

17 02 2013

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Tatort: die Aula der Realschule Am Heimbach, Heimbachstr. 10, 53840 Troisdorf. Zeit: gegen 19 Uhr.

Die Halle ist schon gut gefüllt. Die Stühle an den Tischreihen werden nach und nach in Beschlag genommen. Der Getränkeverkauf ist in vollem Gange. Liebe Freunde haben mir einen Platz in der ersten Reihe direkt vor der Bühne frei gehalten.

Pünktlich entern BB’s Bluesmile die Bühne. Die Band um den Bassisten und Sänger Bob Bresser greift tief ins Repertoire zeitgenössischer Bluestitel. Songs des viel zu früh verstorbenen Sean Costello finden neben Tracks von Ian Parker, Henrik Freischlader oder den Rolling Stones Platz auf der Setlist. Der Abend ist somit stilsicher eingeläutet.

In der kurzen Umbaupause wird mir klar, dass der Saal sich inzwischen komplett gefüllt hat. Schön zu sehen , wie sich die Hoffnung über eine Ahnung zur Wirklichkeit gewandelt hat. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht.

Nach dem zu Recht umjubelten Konzert im November 2012 im Leverkusener Topos ist es King King’s zweiter Auftritt in Good Old Germany überhaupt. Morgen geht’s nach Isernhagen in die „Blues Garage“.

Auf der Bühne stehen immerhin die Gewinner der letztjährigen British Blues Arwards. Ihre erste CD „Take My Hand“  wurde zudem zur besten britischen Bluesproduktion gekürt. Ihr zweiter Silberling „Standing In The Shadows“ kommt gerade frisch aus dem Presswerk und liegt heute Abend zum Kauf bereit auf dem Merchandising- Tisch.

Genug der einleitenden Worte. Was jetzt kommt; „Das hat Troisdorf noch nicht gesehen!“ Genau dies wird nach dem Konzert eine begeisterte Zuschauerin beim Verlassen der Aula laut ausrufen.

Ich zähle zu den Glücklichen, die die Band um Alan Nimmo schon mehrfach live gesehen haben. Und es war immer ein Genuss. Doch was heute Abend passiert, toppt alles Bisherige und wird zur reinen Magie.

Neben Alan Nimmo an der Gitarre und am Gesang bilden Lindsay Coulson am Bass, Daniel Bingham an den Tasten und Wayne Proctor am Schlagzeug das heutige Line-up. Nach einem Probetag am letzten Montag spielt Daniel erst seit Mittwoch in der Band. Das fällt niemandem auf, die Dialoge zwischen Piano- oder Orgelsounds und der Gitarre sind ein wahrer Leckerbissen.

More Than I Can Take“ oder „A Long History Of Love“ von der neuen CD harmonieren wunderbar mit den Songs des Erstwerks und bisher nicht auf CD erschienenem Material wie „Gravy Train“ oder „Good Time Charlie” (schade eigentlich).

Und wie immer ist Clapton’s „Old Love“ der absolute Höhepunkt. DER Song um eine verflossene Liebe, die einen so lange nicht los lässt. Alan Nimmo webt dynamische Spannungsbögen auf seiner Fender Stratocaster. Wen das nicht tief berührt, der hat ein riesiges, schwarzes Loch auf der Seele. Die Gitarre wimmert, schreit und flüstert. Alan regelt die Lautstärke auf Null und spielt unverstärkt weiter. Es ist mucksmäuschenstill im Raum. Und diese Stille schmerzt. Und dieser Schmerz hält an, bis Mr. Nimmo die den Pegel wieder hochreißt und die Gitarre all die Pein herausbrüllen lässt. Ein Fall von Gänsehaut pur!

Schon lange hält es niemand mehr so recht auf den Stühlen, viele tanzen. Howlin’ Wolf’s „Mr. Highway Man“ zum Beispiel oder das schon zitierte „Gravy Train“ laden dazu ein.

Bei diesem Konzertabend stimmt einfach alles: Die Band, die Musik, das Publikum und für mich als Fotografierendem sogar und selten genug das Licht.

Am Ende stehen Standing Ovations und das gute Gefühl, Teil der Geschichte geworden zu sein. Denn hier und heute wurde ein weiteres Kapitel geschrieben. Von und mit einer Band, die auf dem besten Weg ist, international musikalisch neue Akzente zu setzen. Hier lebt beste britische Bluesrock Tradition à la Free, Bad Company, Led Zeppelin etc. weiter fort und wieder auf, nicht ohne einen eigenen Stempel aufgesetzt zu bekommen: Den Stempel King King.

Fazit: King King werden noch weitere Konzerte im Verlauf dieses Jahres auch in Deutschland geben. Wer es bisher nicht geschafft hat, diese Ausnahmeband live zu erleben, bekommt hier weiter Gelegenheiten. Und wer sie schon gesehen hat, wird zum Wiederholungstäter und geht sowie so wieder hin.

Man sieht sich also…

Denn: King King rule!

Video by klemens2000

 Links:
King King
Trisdorfer Bluesclub
John Hurd’s review (in English)

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King King

8 02 2012





King King – Take My Hand – CD Rezension

7 02 2012


King King
ist eine Band aus dem schottischen Glasgow, deren Mastermind Alan Nimmo die eine Hälfte der famosen Nimmo Brothers ist.

Die CD ist zwar schon seit letztem Jahr auf dem Markt und die Band hat in der Vergangenheit auch schon auf verschiedenen Festivals gespielt und mehr als Achtungserfolge eingefahren.

Neulich auf einer längeren Autofahrt steckte ich die CD nochmals in den Player. Länger schon hatte ich sie nicht mehr in Gänze gehört.

Gleich beim ersten Titel «Lose Control» war meine ursprüngliche Begeisterung, die beim allerersten Hören entstand, wieder präsent. Stampfender Bluesrock vom Allerfeinsten. Der richtige Soundtrack für eine Fahrt im Cabriolet irgendwo auf dem Highway Richtung Kalifornien dem Sonnenuntergang entgegen.

Naja, da hier im Moment herbe Minusgrade herrschen, bleibt es optisch leider nur bei diesem Klischee. Akustisch funktioniert der Song allerdings auch momentan – wir erleben einen klirrend– frostigen Februar – als Heizungsergänzung in unseren Breiten.

Funky und Bläser unterstützt geht es mit dem Titeltrack «Take My Hand» weiter. Bei «Don’t You Get The Feeling (You’ve Been Had)» treibt die Hammond nach vorne und das so richtig und ohne Wenn und aber.

Und schon sind wir beim John Hiatt Cover «Feels Like Rain». Hiatt ist ein begnadeter Songschreiber. Das wissen wohl auch die Nimmo Brothers, denn mit seinem Bruder Stevie zusammen hat Alan eben diesen Song
für deren gemeinsame CD « New Moon Over Memphis» 2003 bereits aufgenommen. Auch die aktuelle Interpretation bekommt von mir den gesamten Daumen nach oben.

Apropos Titel von anderen Musikern: Eric Clapton und Robert Cray zeichnen verantwortlich für «Old Love» Hier zeigt Alan Nimmo sein ganzes Können als Gitarrist (immerhin muss er sich mit „Gott“ Clapton messen), aber auch als Sänger. Schlicht großartig.

Mit Howling Wolf’s «Mr. Highway Man» kehrt die Band zu den Quellen des Blues zurück, hier unterstützt durch das phänomenale Harp- Spiel von Giles King.

Toussaint McCall’s «Nothing Takes The Place Of You» ist der bluesige Ausklang von diesem mehr als gelungenen Debüt- Album der Band King King.

Insgesamt 11 Titel füllen den Silberling. Und jeder Song ist es wert, gehört zu werden. Ob im Auto oder im stillen Kämmerlein, das bei manchen Titeln dann gar nicht mehr so still sein wird.

Wer auf solide, erdige, handgemachte, bluesrockige Musik steht, ist bei King King bestens aufgehoben.

Das gilt für die CD, aber auch für die Live- Gigs, von denen uns in Zukunft einige ins Haus stehen.
Unbedingt nicht verpassen. Man sieht sich vor der Bühne, so hoffe ich.





Hundred Seventy Split am 22.10.2011 in der Harmonie, Bonn

1 11 2011

Hundred Seventy Split - Leo Lyons & Joe Gooch

Wie aus der Hälfte der einen Band zwei Drittel einer anderen Band werden, zeigen Leo Lyons und Joe Gooch, denn sie bilden einerseits 50 Prozent der altehrwürdigen und Woodstock erprobten Truppe mit Namen «Ten Years After» und 66,66 Periode Prozent von «Hundred Seventy Split».

Heute erlebe ich die letztere Formation bereits zum zweiten Mal in der Bonner Harmonie. Der «Rockpalast» ist mit von der Partie. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Crossroads» wird das Konzert aufgezeichnet. Der voraussichtliche Sendetermin ist Montag, 28. November 2011, 00.15 – 02.15 Uhr. Hier werden allerdings lediglich „Highlights“ aus den gesamten vier Veranstaltungstagen gezeigt werden.

Wer also das volle Programm will, tut besser daran, die Band auf einem ihrer Konzerte zu besuchen.

So viel soll schon verraten sein. Es lohnt sich.

Denn was die beiden Herrn in Zusammenarbeit mit ihrem Drummer Damon Sawyer auf die Bühne zaubern ist von allererster Güte.

Der musikalische Focus steht selbstredend auf ihrem CD- Erstling, der etwa vor einem Jahr auf den Markt kam.

Zur Einstimmung habe ich eben diesen Silberling auf der Fahrt nach Bonn noch einmal durchgehört. Die CD ist durchweg klasse, doch sie wird nicht (und das kann sie auch nicht) dem gerecht, was die Drei live präsentieren. Das wahre Musikerleben spielt sich auf der Bühne ab, davon kann das Studiomaterial – auch wenn noch so gut produziert – nur einen müden Abklatsch geben, denn die Titel entwickeln sich weiter mit jedem Mal, das sie gespielt werden.

Einer meiner Favoriten von der CD ist der von Bert Jansch geschriebene Titel «Poison». Musikalisch versetzt dieser Song in die endsechziger Jahre zurück, das Schlagzeug erinnert an frühe Pink Floyd- Zeiten. Bert Jansch – man muss leider sagen – war (er starb vor ein paar Wochen) einer der führenden britischen Folkgitarristen. So beginnt der Song auch sehr folkmäßig und ruhig, führt in einem immensen Spannungsbogen immer weiter hin zu einer Klangwucht, der man sich nicht mehr entziehen kann.

Die drei Herren wissen eben, wie man einen Song arrangiert, um sich selbst zu fordern und das Publikum mitzureißen.

Der Sound ist gleichermaßen aktuell, erinnert aber immer wieder an selige (Blues-) Rockzeiten, als bei den Titellängen nicht auf die Uhr geschaut wurde. Ausschweifende Improvisationen waren damals gefragt und werden heute von Hundred Seventy Split wieder geliefert.

Das erstaunt einerseits natürlich nicht, denn Leo Lyons ist ein alter Hase und er hat genau diese Zeit miterlebt und auch mitgeprägt. Joe Gooch ist allerdings gerade mal 34 Jahre alt. Aber er ist in der Lage, diesen alten Zeitgeist aufzunehmen und ihm gleichermaßen ein modernes Gesicht zu verpassen.

Das Zuhören allein macht schon Freude, aber zu sehen, mit welchem Spaß die Musizierenden auf der Bühne bei der Sache sind, verleiht dem Ganzen noch das gewisse Extra (und genau das findet man auf keiner CD).

Eher schon auf dem Medium DVD, ein solche wird in den nächsten Tagen eingespielt werden. Ebenfalls in Planung ist eine weitere CD, genug neues Material ist bereits vorhanden.

Übrigens und zur Beruhigung: «Ten Years After» bestehen parallel weiter. Dafür gibt es während des gesamten Konzerts auch nicht den Hauch eines TYA- Titels zu hören.

Warum auch? Songs wie: «Where The Blues Began», «The Smoke», «All My Yesterdays», «A Promise Is Forever» haben genug Substanz, um die Setlist von Hundred Seventy Split zu füllen.

Und der feine Song «Going Home» hat nun rein gar nichts mit dem TYA- Track «I’m Going Home» zu tun. Und ein Helikopter kommt darin ebenfalls nicht vor.

Dass es auch mit anderer Leute Musikmaterial geht, beweisen die Drei in der Zugabe, als sie ZZ Top’s «La Grange» anstimmen. Gelegenheit für das dankbare Publikum, angesichts dieses grandios gespielten Boogies nochmals „aufzukochen“.

Fazit: Wer bodenständige, handgemachte, schnörkellose Musik mag, ist bei «Hundred Seventy Split» bestens aufgehoben.

Also: Unbedingt nicht verpassen!!! Life is live!!!

Text und Foto: © 2011 Tony Mentzel








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