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The 17th edition of the Southern Bluesnight in Heerlen featured artists like Gene Taylor, James Harman, Enrico Crivellaro, Mud Morgenfield (Muddy Waters’ oldest son), Mathieu Pesqué & Roll Pignault, Hans Theesink & Terry Evns, Khalif Wailin’ Walter.
Click here to see my impressions of a night filled with amazing music.
Tatort: die Aula der Realschule Am Heimbach, Heimbachstr. 10, 53840 Troisdorf. Zeit: gegen 19 Uhr.
Die Halle ist schon gut gefüllt. Die Stühle an den Tischreihen werden nach und nach in Beschlag genommen. Der Getränkeverkauf ist in vollem Gange. Liebe Freunde haben mir einen Platz in der ersten Reihe direkt vor der Bühne frei gehalten.
Pünktlich entern BB’s Bluesmile die Bühne. Die Band um den Bassisten und Sänger Bob Bresser greift tief ins Repertoire zeitgenössischer Bluestitel. Songs des viel zu früh verstorbenen Sean Costello finden neben Tracks von Ian Parker, Henrik Freischlader oder den Rolling Stones Platz auf der Setlist. Der Abend ist somit stilsicher eingeläutet.
In der kurzen Umbaupause wird mir klar, dass der Saal sich inzwischen komplett gefüllt hat. Schön zu sehen , wie sich die Hoffnung über eine Ahnung zur Wirklichkeit gewandelt hat. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht.
Nach dem zu Recht umjubelten Konzert im November 2012 im Leverkusener Topos ist es King King’s zweiter Auftritt in Good Old Germany überhaupt. Morgen geht’s nach Isernhagen in die „Blues Garage“.
Auf der Bühne stehen immerhin die Gewinner der letztjährigen British Blues Arwards. Ihre erste CD „Take My Hand“ wurde zudem zur besten britischen Bluesproduktion gekürt. Ihr zweiter Silberling „Standing In The Shadows“ kommt gerade frisch aus dem Presswerk und liegt heute Abend zum Kauf bereit auf dem Merchandising- Tisch.
Genug der einleitenden Worte. Was jetzt kommt; „Das hat Troisdorf noch nicht gesehen!“ Genau dies wird nach dem Konzert eine begeisterte Zuschauerin beim Verlassen der Aula laut ausrufen.
Ich zähle zu den Glücklichen, die die Band um Alan Nimmo schon mehrfach live gesehen haben. Und es war immer ein Genuss. Doch was heute Abend passiert, toppt alles Bisherige und wird zur reinen Magie.
Neben Alan Nimmo an der Gitarre und am Gesang bilden Lindsay Coulson am Bass, Daniel Bingham an den Tasten und Wayne Proctor am Schlagzeug das heutige Line-up. Nach einem Probetag am letzten Montag spielt Daniel erst seit Mittwoch in der Band. Das fällt niemandem auf, die Dialoge zwischen Piano- oder Orgelsounds und der Gitarre sind ein wahrer Leckerbissen.
„More Than I Can Take“ oder „A Long History Of Love“ von der neuen CD harmonieren wunderbar mit den Songs des Erstwerks und bisher nicht auf CD erschienenem Material wie „Gravy Train“ oder „Good Time Charlie” (schade eigentlich).
Und wie immer ist Clapton’s „Old Love“ der absolute Höhepunkt. DER Song um eine verflossene Liebe, die einen so lange nicht los lässt. Alan Nimmo webt dynamische Spannungsbögen auf seiner Fender Stratocaster. Wen das nicht tief berührt, der hat ein riesiges, schwarzes Loch auf der Seele. Die Gitarre wimmert, schreit und flüstert. Alan regelt die Lautstärke auf Null und spielt unverstärkt weiter. Es ist mucksmäuschenstill im Raum. Und diese Stille schmerzt. Und dieser Schmerz hält an, bis Mr. Nimmo die den Pegel wieder hochreißt und die Gitarre all die Pein herausbrüllen lässt. Ein Fall von Gänsehaut pur!
Schon lange hält es niemand mehr so recht auf den Stühlen, viele tanzen. Howlin’ Wolf’s „Mr. Highway Man“ zum Beispiel oder das schon zitierte „Gravy Train“ laden dazu ein.
Bei diesem Konzertabend stimmt einfach alles: Die Band, die Musik, das Publikum und für mich als Fotografierendem sogar und selten genug das Licht.
Am Ende stehen Standing Ovations und das gute Gefühl, Teil der Geschichte geworden zu sein. Denn hier und heute wurde ein weiteres Kapitel geschrieben. Von und mit einer Band, die auf dem besten Weg ist, international musikalisch neue Akzente zu setzen. Hier lebt beste britische Bluesrock Tradition à la Free, Bad Company, Led Zeppelin etc. weiter fort und wieder auf, nicht ohne einen eigenen Stempel aufgesetzt zu bekommen: Den Stempel King King.
Fazit: King King werden noch weitere Konzerte im Verlauf dieses Jahres auch in Deutschland geben. Wer es bisher nicht geschafft hat, diese Ausnahmeband live zu erleben, bekommt hier weiter Gelegenheiten. Und wer sie schon gesehen hat, wird zum Wiederholungstäter und geht sowie so wieder hin.
Man sieht sich also…
Denn: King King rule!
Links:
King King
Trisdorfer Bluesclub
John Hurd’s review (in English)
„Dismantle The Sun“ heißt das aktuelle Album des 1990 geborenen Amerikaners Eric Steckel. Um diese CD zu präsentieren, ist der Musiker zurzeit auf einer kleinen Europatour. So packe ich die Gelegenheit beim Schopf, ihn beim Konzert im Outbaix in Übach- Palenberg anzuschauen und anzuhören.
Bereits 2010 hatte ich das Vergnügen beim Grolsch Bluesfestival in Schöppingen. Damals trat er zusammen mit dem Niederländer Bas Paardekooper und dessen Band auf. Auch heute stammen seine Begleiter aus den Niederlanden.
Obwohl das so immer eine Sache mit „Leihmusikern“ ist, so sei bereits vorweg gesagt, dass die drei Herrn an Schlagzeug (Henk Punter), Keyboards (Bob Fridzema) und Bass (Barend Courbois) ihre Aufgaben vortrefflich meistern.
Kein Wunder, wenn man von so einem fantastischen Frontmann wie Eric Steckel angetrieben wird. Obwohl er gerade 22 Lenze zählt, benimmt er sich auf der Bühne wie ein „Alter“. Seine Stimme ist erheblich nachgereift, keine Spur mehr von dem knabenhaften Gesang der frühen Jahre (seine erste CD nahm Eric im zarten Alter von 11( !!) Jahren auf).
Der Instrumentaltitel zu Beginn der Show weist gleich die Richtung: Mitreißender Blues, Bluesrock und ab und zu eine kleine Prise Funk. Das groovt wie geölt und ist das richtige Mittel für die Aufwärmrunde.
Das zweistündige Konzert wird geprägt von allgemeiner und reinster Spielfreude. Klar, dass Mr. Steckel hier im Vordergrund steht. Sein Gitarrenspiel ist – einfach gesagt – ausgezeichnet. Immerhin hat John Mayall ihn schon vor geraumer Zeit für sich entdeckt und fungiert für Eric wie ein Mentor. Und wir wissen ja, welche großartigen Saitenzupfer erst durch Mayall bereits ins große Rampenlicht geschleust wurden.
Eric Steckel ist immer Herr der Lage, bei seinen doch recht ausgedehnten und höchst interessanten Soloeinlagen verliert er nie den Faden und verzettelt sich nicht in allzu ferne Gefilde, in die man ihm nicht mehr folgen könnte. Es ist kein Egotrip eines ambitionierten oder gar selbstverliebten Youngsters, der der Welt beweisen will oder muss, was er alles schon an toller Spieltechnik drauf hat. Eric hat sein Instrument wahrlich technisch im Griff, benutzt es aber mit dem gewissen Feeling, was seinen Songinterpretationen natürlich zu Gute kommt.
Neben einigen Titeln aus der aktuellen CD wie „Mississippi River“ kommen auch ältere Titel zu neuen Live- Ehren wie z.B. „The Getto“ aus dem 2008 erschienenen Album „Feels Like Home“. „Mary Had A Little Lamb“… mit diesem Song zollt er einem seiner großen Vorbilder, nämlich Stevie Ray Vaughan, Tribut. Zum Schluss gibt es eine gefühlt 10- minütige Version des Michael Burks Songs „Empty Promises“ (Ebenfalls zu finden auf der aktuellen CD). Klasse, wie hier wieder mit der Dynamik gespielt wird und Spannungsbögen aufgebaut werden. Besonders begeistern kann der Dialog zwischen Hammond und Gitarre. Von mir aus könnte das alles hier gut und gerne noch eine halbe Stunde oder mehr so weitergehen.
Aber irgendwann muss halt Schluss sein. Das Publikum fordert begeistert eine Zugabe, die es dann auch in Form einer Boogie- Collage bekommt. ZZ Top und John Lee Hooker lassen grüßen.
Fazit: Am Ende sieht man nur zufriedene Gesichter. Und das zu Recht. Eric Steckel hat hier und heute ein klasse Konzert abgeliefert. Damit ist der Konzertreigen für mich und dieses Jahr nun auch eröffnet. Endlich !! Der Anfang ist gemacht und es war ein mehr als guter. Wenn das so weiter geht, schaue ich bereits mit heller Vorfreude auf die nächsten Termine.
Empfehlung für Eric Steckel: Unbedingt nicht verpassen. Empfehlung allgemein: Leute geht in die Live- Konzerte, keine CD, keine DVD kann das wiedergeben, was es hier zu erleben gibt. Ehrlich! Wirklich! Also bis denne, man sieht sich…
Led Zeppelin – Live at the Royal Albert Hall 1970 (Full Concert)
00:27 We’re Gonna Groove (James A. Bethea, Ben E. King)
03:40 I Can’t Quit You Baby (Willie Dixon)
10:36 Dazed and Confused (Jimmy Page)
26:09 White Summer (Page)
38:32 What Is and What Should Never Be (Page, Robert Plant)
43:11 How Many More Times (John Bonham, John Paul Jones, Page)
1:03:28 Moby Dick (Bonham, Jones, Page)
1:18:49 Whole Lotta Love (Bonham, Dixon, Jones, Page, Plant)
1:25:13 Communication Breakdown (Bonham, Jones, Page)
1:29:29 C’mon Everybody (Jerry Capehart, Eddie Cochran)
1:32:00 Somethin’ Else (Bob Cochran, Sharon Sheeley)
1:34:10 Bring It On Home (Bonham, Dixon, Jones, Page, Plant)
Absoluter Geheimtipp. Sollte man nicht verpassen.
Nun ja, das ist so eine Sache mit den Geheimtipps. Zumal wenn sie so geheim sind, dass anscheinend nur 7(!) – in Buchstaben „sieben“ Zuschauer davon wissen und sich dann auch noch zum Konzert einfinden. Schade, schade.
Die Drei aus dem kalifornischen San Diego auf der Bühne des „Spirit of 66“ hätten auch an einem Montagabend im September 2012 mehr Beachtung verdient. Denn wir erleben hier eine spielfreudige Band, die im Können zugkräftigeren Acts in Nichts nachsteht. Scottie Blinn ist sicher einigen noch aus seiner Zeit bei den Mississippi Mudsharks bekannt.
Gesegnet mit einer kohlenschwarzen, gewaltigen Stimme und einer gitarrenspielerischen Fertigkeit, die ihresgleichen suchen. Begleitet wird er von seiner Frau Roxie Coverdale an Bass und weiterer Stimme und Halie Allen an den Drums. Seit etwa einem Jahr spielt man in dieser formidablen Besetzung. Denn die beiden Ladies verstehen ihr Handwerk aus dem Effeff und runden das Powertrio perfekt ab.
Das Repertoire stammt zu einem Großteil von der aktuellen CD „Songs That Shake the Cage“, die im Übrigen äußerst empfehlenswert ist. Wir hören Eigenkompositionen, wie „ Shake“ oder „Hard Times“ , aber auch Coverversionen „Mary, Don’t You Weep No More“ oder „Where Did You Sleep Last Night“ (auch bekannt unter dem Titel „Black Girl“ oder „In The Pines“). Slim Harpo’s „Scratch My Back“ ist ebenso mit von der Partie wie T- Bone Walker’s „Mean Old World“.
Als Scottie Blinn seine Gretsch- Gitarre gegen eine Stratocaster tauscht, um Stevie Ray Vaughan’s „Texas Flood“ anzustimmen ist der Abend geradezu perfekt. Was für eine Stimme und was für ein ausdrucksstarkes Gitarrenspiel! Augen zu und nur auf die Musik konzentriert beginnt man sofort an die Wiederauferstehung des Gitarrenmeisters aus Texas zu glauben.
Nun könnte man ja glauben, dass angesichts der mangelnden Masse vor der Bühne die Band mit einer – na, sagen wir - etwas verhaltenen Arbeitsmoral antwortet. Nichts davon! Gute zwei Stunden lang kommt das von der Bühne, was meinen Tag nach all dem Stress und Ärger der letzten Stunden zu einem mehr als versöhnlichen Abschluss führt. Wieder einmal bin ich froh, dass ich das Gesäß in die Höhe bekommen habe und die 40km gefahren bin und jetzt zu den „Glorreichen Sieben“ gehöre, die sich dieses quasi Privatkonzert nicht haben entgehen lassen.
Leute, unterstützt die Live- Musik vor Ort und gerne auch etwas weiter weg. Sonst wird es sie bald nicht mehr geben. Vor allem wenn es sich um so hoch karätige Bands wie Black Market III handelt.
Wenn dieser Artikel etwas dazu beigetragen hat, für Black Market III den Status des Geheimtipps aufzuweichen, dann freut mich das. Denn diese Band hat es verdient. Voll und ganz. Fazit: Unbedingt nicht verpassen!! Man sieht sich…
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PS zur zu meiner Fotostrecke von diesem Konzert auf das Titelbild klicken….