King King – live im Rockpalast

31 03 2014

One Moment In Time

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das war’s also. Und es war gut. Oder nein, es war einmalig ! Wunderbar ! Eine klasse Show von einer klasse Band. Die Bonner „Harmonie“ ausverkauft und voll gepackt mit Leuten, die sich dem Zauber, der von der Bühne prasselte, keine Sekunde entziehen konnten. Alan Nimmo, Lindsay Coulson, Bob Fridzema und Wayne Proctor spielten Songs von ihren beiden bisher erschienenen Alben „Take My Hand“ und „Standing In The Shadows“. Darunter natürlich die beiden Balladen „Old Love“ und „The Long History Of Love“, bei Alan’s Gitarrensoli in diesen beiden Titeln krabbelte mir wohlige Gänsehaut die Arme hoch. X- mal gehört schon und doch: Es war neu so, in noch nie gefühlter Intensität. Die glorreichen Vier da oben auf der Bühne genossen all diese wunderbaren Momente mit sichtlicher Freude. Und genau diese Freude, dieser hoch musikalische Spaß fand im Publikum aller herzliche Aufnahme.

Klasse! Klasse! Klasse!

Schon im Vorfeld, am Nachmittag nämlich, gibt es eine unplugged Einlage auf einem Trümmer-/ Baustellengrundstück gegenüber der „Harmonie“. Das WDR- Rockpalast Team filmt die Akustikversion von „The Long History Of Love“, Alan Nimmo Gitarre und wie immer mächtige Stimme, die restliche Band ist für den Backgroundgesang zuständig. Das Publikum bilden Leute der WDR- Crew und einige Fans’n’ Friends. Es ist kurz nach 16:30 Uhr. Ein kleiner Soundcheck und los geht’s. Der erste Take scheint im Kasten. Doch irgendwas stimmt nicht mit dem Ton. Also Take 2. Der Zeiger an der Kirchturmuhr von St. Maria – Magdalena im Hintergrund rückt von allen Beteiligten unbeachtet auf die 16:45 Uhr Marke zu. Und so passiert es, dass diese Uhr um Punkt 16:45 Uhr drei Glockenschläge vom Stapel lässt. Mitten in die Aufnahme hinein. Es gibt kein Halten mehr. Lautes Lachen aller Beteiligten und der zweite Take ist im Eimer. Die Sonne wird in wenigen Minuten hinter einem der Häuser verschwinden, so ist Eile angesagt und Take 3 sitzt dann endlich und ist hier zu betrachten.

King King

 

Der Spaß, den dieses Unterfangen gemacht hat, ist wohl nicht zu übersehen. Ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird und ich bin glücklich, dabei gewesen zu sein

Der Sendetermin des Abendkonzerts ist am 05.05.2014 auf 3Sat.





Rico Blues Combo am 02.11.2007, Burg Satzvey

2 11 2013

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Auf den Tag genau sechs Jahre her, dieser legendäre Auftritt der Rico Blues Combo auf der Burg Satzvey. Und da gerade eine Reunion der Formation  stattfindet, bietet es sich an dieser Stelle an, sich noch einmal die Eindrücke von damals ins Gedächtnis zu rufen.
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Rico Blues Combo am 02.11.2007, Burg Satzvey

Juke Joint Feeling made in Italy im Bourbonen Saal der altehrwürdigen Burg Satzvey in der Eifel. Hier kommt etwas zusammen, was auf den ersten Blick ein zumindest schräges Bild zu geben scheint.

Bourbonen Lilien zieren die roten Vorhänge, mit denen der gesamte Saal behängt ist. Hier ist eine kleine Bühne aufgebaut. Das Gesangsmikrofon steht aus Platzgründen vor der Bühne. Eine KeyB Organ, daneben ein Leslie- Kabinett mit einem abenteuerlich aussehenden Röhrenamp darauf, ein elektrifizierter Kontrabass lehnt an einen Ampeg Kofferverstärker. Das Drumset zeigt an der Bassdrum ein Ludwig Resonanzfell. Auf einem Hocker befindet sich ein Koffer mit diversen Harps und obendrauf liegt die berühmte Fahrradlampe, das Shure 520DX, d a s Mikrofon für Harps überhaupt. Zwei Fender Bassman Amps stehen links, einer für die Harmonikas, der andere für die Gitarre. Davon ruhen zwei im Ständer. Eine Fender Stratocaster in Fiesta Red, die heute einen freien Abend haben wird, wie sich später herausstellt und eine cremefarbene Telecaster, die heute einen arbeitsreichen Abend haben wird. Dann noch ein paar Bodeneffekte für die Gitarre. That’s all.

20:30 Uhr
Rico und seine Blues Combo betreten die Bühne. Dies sind Rico Migliarini (Voc; Harp), Maurizio Pugno (Gitarre), Mirco Capecci (Bass), Giuliano Bei (Drums) und als Special Guest Alberto Marsico (Orgel).

Der erste Titel zum Anwärmen ist «Down To The Village», das ist ok, aber noch lange nicht das, was die Combo später spielen wird. Es dauert einige Titel, bis die Band sich warm gespielt hat. Aber als der Punkt erreicht ist, geht es wahrhaft in die Vollen. Quer durch sämtliche Stilrichtungen des Blues, teils mit einer gehörigen Prise Be- Bop oder Jump- Blues. Brilliante Soloeinlagen von Harp, Orgel und…ja, hier schlägt natürlich das Gitarristenherz höher … einer gut aufgelegten Telecaster, meisterlich behandelt durch Maurizio Pugno. Der Junge hat’s einfach drauf. Ich verrate sicher kein Geheimnis, wenn ich sage, dass ich ein absoluter Fan der Telecaster bin. Was der ganz in Schwarz gekleidete Chitarrista ihr an Klängen entlockt, ist schon phänomenal. Für mich die absolute Offenbarung an diesem Abend. Damit möchte ich keineswegs das Können der anderen Comboleute abwerten. Alles tadellos. Die Combo funktioniert wie eine Dampfmaschine, einmal angeworfen strotzt sie vor Energie und Musikalität. Meine selektive Wahrnehmung sei mir hier verziehen.

Das Repertoire besteht aus vielen eigenen Titeln, ein Großteil findet sich auf der aktuellen CD «House of Blue Rags», die ich als „Special Offer“ in der Pause für dieci Euro bei Rico erstehe. «Don’t Say No», «Going Down Slow», eins der absoluten Hammerstücke ist «Watch Your Step», zu finden auf der CD «Live At Murphy’s». Es stammt aus der Feder von Maurizio Pugno.

Natürlich fehlen auch einige Klassiker wie der Junior Wells Titel «Messin’ with the Kid» oder «Stormy Monday» oder «What you want me to do» nicht.

Die Fünf auf der Bühne haben ihren Spaß und der springt ohne Umschweife auf das Publikum über, das allerdings nur etwa die siebenfache Personalstärke der Combo aufbringt. Das ist sehr schade, jedem, der sich eine wirklich geballte Ladung von Blues vom allerfeinsten abholen möchte, sei wärmstens ans Herz gelegt, sich die Truppe anzuschauen und anzuhören.

„Alla prossima volta“, ruft mir Maurizio noch hinterher, als wir uns nach einem kurzen Gespräch verabschieden. Ja klar, ich werde wieder dabei sein, das nächste Mal, wenn Rico und seine Blues Combo in unserer Gegend wieder aufspielen.





Gerry McAvoy’s Band Of Friends @ Spirit of 66

26 10 2013

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zur Musik … Klick aufs Foto

Es ist der 23. Oktober 2013. Die Bühne des Spirit of 66 in Verviers steht bereit für die Band of Friends, mit der Marcel Scherpenzeel, Gerry McAvoy und Ted McKenna die Musik des 1995 verstorbenen Rory Gallagher feiern.

Scherpenzeel, der heute seinen 43sten Geburtstag feiert, weiß mit Rory’s Songs bestens umzugehen. Es ist keineswegs ein purer Abklatsch, wie manche Kritiker meinen. Und bei dieser Gruppe handelt es sich auch nicht um eine der vielen Tribute Bands, sondern um eine legitime Nachfolgeformation, schließlich waren Gerry McAvoy und Ted McKenna Wegbegleiter der irischen Bluesrock- Legende.

Nein, hier ist mehr drin. Hier flammt das alte musikalische Fieber längst vergangen geglaubter Tage wieder auf. Rory’s Musik lebt weiter und dank dieser Band auch wieder live auf den Bühnen dieser Welt und wir somit auch der nachrückenden Generation nahe gebracht, die niemals die Gelegenheit hatte, Rory Gallagher im Konzert hautnah zu erleben.

Diese Musik zählt für mich genauso zu Weltkulturerbe wie der Kölner Dom oder der Tower von London.

Und wenn sie dann von der Bühne schallt, direkt in Ohr und Seele, dann ist sie so frisch wie eh und je. Nostalgie? Von mir aus auch das. „They don’t make them like you anymore, that’s for sure“, so ein Song von Mr. Gallagher. Und es ist wahr, so einen wie Rory gibt’s nicht noch einmal. Bis auf Marcel Scherpenzeel, denn der ist verdammt nah am Original.

Fazit: Wer Titel wie „Calling Card“, „Philby“, „Shadow Play“ oder „Tattoo’d Lady“ (noch) mal live erleben möchte, nix wie hin zum nächsten Konzert der Band of Friends. Somit: Unbedingt nicht verpassen!

Zur Fotostrecke … Klick aufs Bild…

Erinnerung an Rory Gallagher:
Rory Gallagher – Live at Rockpalast [3 DVDs]





King King @ Troisdorfer Bluesclub am 15.02.2013

17 02 2013

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Tatort: die Aula der Realschule Am Heimbach, Heimbachstr. 10, 53840 Troisdorf. Zeit: gegen 19 Uhr.

Die Halle ist schon gut gefüllt. Die Stühle an den Tischreihen werden nach und nach in Beschlag genommen. Der Getränkeverkauf ist in vollem Gange. Liebe Freunde haben mir einen Platz in der ersten Reihe direkt vor der Bühne frei gehalten.

Pünktlich entern BB’s Bluesmile die Bühne. Die Band um den Bassisten und Sänger Bob Bresser greift tief ins Repertoire zeitgenössischer Bluestitel. Songs des viel zu früh verstorbenen Sean Costello finden neben Tracks von Ian Parker, Henrik Freischlader oder den Rolling Stones Platz auf der Setlist. Der Abend ist somit stilsicher eingeläutet.

In der kurzen Umbaupause wird mir klar, dass der Saal sich inzwischen komplett gefüllt hat. Schön zu sehen , wie sich die Hoffnung über eine Ahnung zur Wirklichkeit gewandelt hat. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht.

Nach dem zu Recht umjubelten Konzert im November 2012 im Leverkusener Topos ist es King King’s zweiter Auftritt in Good Old Germany überhaupt. Morgen geht’s nach Isernhagen in die „Blues Garage“.

Auf der Bühne stehen immerhin die Gewinner der letztjährigen British Blues Arwards. Ihre erste CD „Take My Hand“  wurde zudem zur besten britischen Bluesproduktion gekürt. Ihr zweiter Silberling „Standing In The Shadows“ kommt gerade frisch aus dem Presswerk und liegt heute Abend zum Kauf bereit auf dem Merchandising- Tisch.

Genug der einleitenden Worte. Was jetzt kommt; „Das hat Troisdorf noch nicht gesehen!“ Genau dies wird nach dem Konzert eine begeisterte Zuschauerin beim Verlassen der Aula laut ausrufen.

Ich zähle zu den Glücklichen, die die Band um Alan Nimmo schon mehrfach live gesehen haben. Und es war immer ein Genuss. Doch was heute Abend passiert, toppt alles Bisherige und wird zur reinen Magie.

Neben Alan Nimmo an der Gitarre und am Gesang bilden Lindsay Coulson am Bass, Daniel Bingham an den Tasten und Wayne Proctor am Schlagzeug das heutige Line-up. Nach einem Probetag am letzten Montag spielt Daniel erst seit Mittwoch in der Band. Das fällt niemandem auf, die Dialoge zwischen Piano- oder Orgelsounds und der Gitarre sind ein wahrer Leckerbissen.

More Than I Can Take“ oder „A Long History Of Love“ von der neuen CD harmonieren wunderbar mit den Songs des Erstwerks und bisher nicht auf CD erschienenem Material wie „Gravy Train“ oder „Good Time Charlie” (schade eigentlich).

Und wie immer ist Clapton’s „Old Love“ der absolute Höhepunkt. DER Song um eine verflossene Liebe, die einen so lange nicht los lässt. Alan Nimmo webt dynamische Spannungsbögen auf seiner Fender Stratocaster. Wen das nicht tief berührt, der hat ein riesiges, schwarzes Loch auf der Seele. Die Gitarre wimmert, schreit und flüstert. Alan regelt die Lautstärke auf Null und spielt unverstärkt weiter. Es ist mucksmäuschenstill im Raum. Und diese Stille schmerzt. Und dieser Schmerz hält an, bis Mr. Nimmo die den Pegel wieder hochreißt und die Gitarre all die Pein herausbrüllen lässt. Ein Fall von Gänsehaut pur!

Schon lange hält es niemand mehr so recht auf den Stühlen, viele tanzen. Howlin’ Wolf’s „Mr. Highway Man“ zum Beispiel oder das schon zitierte „Gravy Train“ laden dazu ein.

Bei diesem Konzertabend stimmt einfach alles: Die Band, die Musik, das Publikum und für mich als Fotografierendem sogar und selten genug das Licht.

Am Ende stehen Standing Ovations und das gute Gefühl, Teil der Geschichte geworden zu sein. Denn hier und heute wurde ein weiteres Kapitel geschrieben. Von und mit einer Band, die auf dem besten Weg ist, international musikalisch neue Akzente zu setzen. Hier lebt beste britische Bluesrock Tradition à la Free, Bad Company, Led Zeppelin etc. weiter fort und wieder auf, nicht ohne einen eigenen Stempel aufgesetzt zu bekommen: Den Stempel King King.

Fazit: King King werden noch weitere Konzerte im Verlauf dieses Jahres auch in Deutschland geben. Wer es bisher nicht geschafft hat, diese Ausnahmeband live zu erleben, bekommt hier weiter Gelegenheiten. Und wer sie schon gesehen hat, wird zum Wiederholungstäter und geht sowie so wieder hin.

Man sieht sich also…

Denn: King King rule!

Video by klemens2000

 Links:
King King
Trisdorfer Bluesclub
John Hurd’s review (in English)

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Booking





Eric Steckel am 17.01.2013 im Outbaix, Übach- Palenberg

19 01 2013

Eric Steckel

„Dismantle The Sun“ heißt das aktuelle Album des 1990 geborenen Amerikaners Eric Steckel. Um diese CD zu präsentieren, ist der Musiker zurzeit auf einer kleinen Europatour. So packe ich die Gelegenheit beim Schopf, ihn beim Konzert im Outbaix in Übach- Palenberg anzuschauen und anzuhören.

Bereits 2010 hatte ich das Vergnügen beim Grolsch Bluesfestival in Schöppingen. Damals trat er zusammen mit dem Niederländer Bas Paardekooper und dessen Band auf. Auch heute stammen seine Begleiter aus den Niederlanden.

Obwohl das so immer eine Sache mit „Leihmusikern“ ist, so sei bereits vorweg gesagt, dass die drei Herrn an Schlagzeug (Henk Punter), Keyboards (Bob Fridzema) und Bass (Barend Courbois) ihre Aufgaben vortrefflich meistern.

Kein Wunder, wenn man von so einem fantastischen Frontmann wie Eric Steckel angetrieben wird. Obwohl er gerade 22 Lenze zählt, benimmt er sich auf der Bühne wie ein „Alter“. Seine Stimme ist erheblich nachgereift, keine Spur mehr von dem knabenhaften Gesang der frühen Jahre (seine erste CD nahm Eric im zarten Alter von 11( !!) Jahren auf).

Der Instrumentaltitel zu Beginn der Show weist gleich die Richtung: Mitreißender Blues, Bluesrock und ab und zu eine kleine Prise Funk. Das groovt wie geölt und ist das richtige Mittel für die Aufwärmrunde.

Das zweistündige Konzert wird geprägt von allgemeiner und reinster Spielfreude. Klar, dass Mr. Steckel hier im Vordergrund steht. Sein Gitarrenspiel ist – einfach gesagt – ausgezeichnet. Immerhin hat John Mayall ihn schon vor geraumer Zeit für sich entdeckt und fungiert für Eric wie ein Mentor. Und wir wissen ja, welche großartigen Saitenzupfer erst durch Mayall bereits ins große Rampenlicht geschleust wurden.

Eric Steckel ist immer Herr der Lage, bei seinen doch recht ausgedehnten und höchst interessanten Soloeinlagen verliert er nie den Faden und verzettelt sich nicht in allzu ferne Gefilde, in die man ihm nicht mehr folgen könnte. Es ist kein Egotrip eines ambitionierten oder gar selbstverliebten Youngsters, der der Welt beweisen will oder muss, was er alles schon an toller Spieltechnik drauf hat. Eric hat sein Instrument wahrlich technisch im Griff, benutzt es aber mit dem gewissen Feeling, was seinen Songinterpretationen natürlich zu Gute kommt.

Neben einigen Titeln aus der aktuellen CD wie „Mississippi River“ kommen auch ältere Titel zu neuen Live- Ehren wie z.B. „The Getto“ aus dem 2008 erschienenen Album „Feels Like Home“. „Mary Had A Little Lamb“… mit diesem Song zollt er einem seiner großen Vorbilder, nämlich Stevie Ray Vaughan, Tribut. Zum Schluss gibt es eine gefühlt 10- minütige Version des Michael Burks Songs „Empty Promises“ (Ebenfalls zu finden auf der aktuellen CD). Klasse, wie hier wieder mit der Dynamik gespielt wird und Spannungsbögen aufgebaut werden. Besonders begeistern kann der Dialog zwischen Hammond und Gitarre. Von mir aus könnte das alles hier gut und gerne noch eine halbe Stunde oder mehr so weitergehen.

Aber irgendwann muss halt Schluss sein. Das Publikum fordert begeistert eine Zugabe, die es dann auch in Form einer Boogie- Collage bekommt. ZZ Top und John Lee Hooker lassen grüßen.

Fazit: Am Ende sieht man nur zufriedene Gesichter. Und das zu Recht. Eric Steckel hat hier und heute ein klasse Konzert abgeliefert. Damit ist der Konzertreigen für mich und dieses Jahr nun auch eröffnet. Endlich !! Der Anfang ist gemacht und es war ein mehr als guter. Wenn das so weiter geht, schaue ich bereits mit heller Vorfreude auf die nächsten Termine.

Empfehlung für Eric Steckel: Unbedingt nicht verpassen. Empfehlung allgemein: Leute geht in die Live- Konzerte, keine CD, keine DVD kann das wiedergeben, was es hier zu erleben gibt. Ehrlich! Wirklich! Also bis denne, man sieht sich…

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Black Market III am10.09.2012 im Spirit Of 66, Verviers (B)

13 09 2012

Black Market III

Absoluter Geheimtipp. Sollte man nicht verpassen.

Nun ja, das ist so eine Sache mit den Geheimtipps. Zumal wenn sie so geheim sind, dass anscheinend nur 7(!)  – in Buchstaben „sieben“ Zuschauer davon wissen und sich dann auch noch zum Konzert einfinden. Schade, schade.

Die Drei aus dem kalifornischen San Diego  auf der Bühne des „Spirit of 66“ hätten auch an einem Montagabend im September 2012 mehr Beachtung verdient. Denn wir erleben hier eine spielfreudige Band, die im Können zugkräftigeren Acts in Nichts nachsteht. Scottie Blinn ist sicher einigen noch aus seiner Zeit bei den Mississippi Mudsharks bekannt.

Gesegnet mit einer kohlenschwarzen, gewaltigen  Stimme und einer gitarrenspielerischen Fertigkeit, die ihresgleichen suchen. Begleitet wird er von seiner Frau Roxie Coverdale an Bass und weiterer Stimme und Halie Allen an den Drums. Seit etwa einem Jahr spielt man in dieser formidablen Besetzung. Denn die beiden Ladies verstehen ihr Handwerk  aus dem Effeff und runden das Powertrio  perfekt ab.

Das Repertoire stammt zu einem Großteil von der aktuellen CD „Songs That Shake the Cage“, die im Übrigen äußerst empfehlenswert ist. Wir hören Eigenkompositionen, wie „ Shake“ oder  „Hard Times“ , aber auch Coverversionen „Mary, Don’t You Weep No More“ oder „Where Did You Sleep Last Night“ (auch bekannt unter dem Titel „Black Girl“ oder „In The Pines“). Slim Harpo’s „Scratch My Back“ ist ebenso mit von der Partie wie T- Bone Walker’s „Mean Old World“.

Als Scottie Blinn seine Gretsch- Gitarre gegen eine Stratocaster tauscht, um Stevie Ray Vaughan’s  „Texas Flood“ anzustimmen ist der Abend geradezu perfekt. Was für eine Stimme und was für ein ausdrucksstarkes Gitarrenspiel! Augen zu und nur auf die Musik konzentriert beginnt man sofort an die Wiederauferstehung des Gitarrenmeisters aus Texas zu glauben.

Nun könnte man ja glauben, dass angesichts der mangelnden Masse vor der Bühne die Band mit einer – na, sagen wir  - etwas verhaltenen Arbeitsmoral antwortet. Nichts davon! Gute zwei Stunden lang kommt das von der Bühne, was meinen Tag nach all dem Stress und Ärger der letzten Stunden zu einem mehr als versöhnlichen Abschluss führt. Wieder einmal bin ich froh, dass ich das Gesäß in die Höhe bekommen habe und die 40km gefahren bin und jetzt zu den „Glorreichen Sieben“ gehöre, die sich dieses quasi Privatkonzert nicht haben entgehen lassen.

Leute, unterstützt die Live- Musik vor Ort und gerne auch etwas weiter weg. Sonst wird es sie bald  nicht mehr geben. Vor allem wenn es sich um so hoch karätige Bands wie Black Market III handelt.

Wenn dieser Artikel etwas dazu beigetragen hat, für Black Market III den Status des Geheimtipps aufzuweichen, dann freut mich das. Denn diese Band hat es verdient. Voll und ganz. Fazit: Unbedingt nicht verpassen!! Man sieht sich…

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PS zur zu meiner Fotostrecke von diesem Konzert auf das Titelbild klicken….





Band Of Friends am 05.08.2012 in Gouvy (B)

6 08 2012

Marcel Scherpenzeel & Gerry McAvoy

Rory Gallagher. Er ist wohl einer der wichtigsten Musiker, die in den Bereichen Rock und Blues Geschichte geschrieben haben. Seit ich zum ersten Mal „What’s Going On“ von seiner Band Taste gehört hatte, hat mich sein Schaffen in seinen Bann gezogen.

Rory Gallagher starb am 14. Juni 1995. Er hinterließ eine immense Fangemeinde auf der ganzen Welt.

Immer wieder hat es Bands oder Projekte gegeben, die sich seiner Musik annahmen.

Mit der Band Of Friends stellt sich allerdings keine weitere Rory Gallagher Tribute Band vor, sondern es ist eher  – so der Text auf der offiziellen Webseite der Band: „Ein Zelebrieren von Rorys Leben und seiner Musik“.
Nein, Rory Gallagher kann man nicht ersetzen. Das dürfte vor allem Gerry McAvoy klar gewesen sein. Immerhin hat er als Bassmann 20 Jahre an Rory’s Seite gestanden.

Ted McKenna trommelte für die „Sensational Alex Harvey Band“ und später auch u.a. für Mr. Gallagher.

Marcel Scherpenzeel aus Amsterdam wuchs mit der Rory’s Musik  auf. Er ist ein fantastischer Gitarrist und ein treffsicherer Sänger. Das konnte er bereits mit seiner eigenen Band „Wolfpin“ unter beweis stellen.
Ich habe Gitarristen gesehen, die Rory’s Musik Ton für Ton nachzuspielen in der Lage waren. Schön und gut. Technisch gesehen. Aber wenn dann der eigentliche „Spirit“ fehlt und der gewollte Funke keine Chance hat überzuspringen, frage ich mich einfach nur und etwas verärgert (wie bei anderen Coverbands auch) : „Was soll das?“

Was ist dann also mit der dieser Bands Of Friends?

Um es kurz zu machen: der Funke springt. Und das gleich vom ersten Ton an. Der Spaß an der Sache ist diesen drei Herren deutlich anzusehen.

Gerry McAvoy ist geblieben, wie man in schon aus früheren Tagen kennt. Immer unterwegs, immer etwas ins Publikum rufend oder dieses animierend.  Von Stillstand keine Spur.

Marcel Scherpenzeel ist der ideale „Partner in Crime“ Er rennt, schwitzt, spielt und singt sich die Seele aus dem Leib, als gäbe es kein morgen mehr.

Und Ted McKenna ist trotz seiner Rückenschmerzen heute der der treibende und punktgenaue Dampfhammer.

Ob es nun „Moonchild“, „Shadow Play“, „Philby“ oder „Bad Penny“ sein mag, die Songs klingen alle frisch und authentisch.  Und manchmal schließe ich einfach die Augen und lasse alleine die Ohren ihres Amtes walten. Immer wieder entdecken sie, wie sich Marcel’s Stimme an die von Rory annähert und dann ist die Illusion nahezu perfekt.

Um es mal salopp zu sagen: Diese Band Of Friends ist der pure Knaller. Und als Zugabe gibt es dann noch eine Wahnsinnsversion von „Bullfrog Blues“ Hier beweist Herr Scherpenzeel seine grandiosen Fähigkeiten als Slidegitarrist.

Das Publikum ist schier aus dem sprichwörtlichen Häuschen.

Was will man mehr? Ja, mehr von dieser Musik, die die meisten hier im Festivalzelt schon seit Jahrzehnten begleitet. Aber wir sind auf einem Festival. Und da gibt es einen strikten Zeitplan. So ist dann bereits nach etwa 75 gefühlten Minuten Schluss.

Danke für diese tolle Zeitreise,“, sage ich Backstage zu Ted McKenna. „Ich habe mich wieder 30 Jahre jünger gefühlt.“ Er lacht: „Das ist für uns genau so. Darum machen wir es ja.

Band Of Friends ist ein Act, den man bestimmt mehrmals sehen möchte, es ist eine große Party und eine tolle Erinnerung an Zeiten, die so nie wieder zurückzuholen sind. The magic still works. Rory 4ever!!

Fazit: Unbedingt nicht verpassen!! Man sieht sich….





21. Grolsch Blues Festival in Schöppingen – Review – Tag 2

24 06 2012

Tag 2, Sonntag, 27.05.2012

Ben Poole

Ben Poole & Band
Großbritannien ist ein Land, aus dem schon viele Bluesgitarristen hervorgegangen sind, die später zur Weltelite gehörten. Um den Nachwuchs braucht man sich dort auch keinerlei Sorgen zu machen. Namen wie Clare Free, Chantel McGregor, Joanne Shaw Taylor, Markus Bonfanti, Oli Brown, Danny Bryant, Aynsley Lister oder Ian Parker und noch etliche mehr belegen dies.

Den Namen Ben Poole sollte man unverzüglich ebenfalls in diese Liste einreihen. 2011 wurde er für drei British Blues Awards nominiert und war der Vertreter seines Landes bei der 2.European Blues Challenge in Berlin am 17.März 2012.

Soeben ist seine erste CD „Everything I Want“ auf den Markt gekommen. Von dieser präsentiert er heute live eine Reihe Titel. Erstaunlich wie stilsicher und wie gewandt der 25- jährige Ben Poole mit Gitarre und Stimme umzugehen weiß. Gespielt wird in Powertrio- Art mit Alan Taylor am Schlagzeug und Barry Pethers am Bass. Tolle Vorstellung einer sympathischen Band an diesem frühen Pfingstsonntagnachmittag.

The Hackensaw Boys
The Hackensaw Boys
Who the hell are The Hackensaw Boys? Zugegebenermaßen hatte ich von dieser Formation noch nie zuvor gehört, bis sie im Line-up von Schöppingen auftauchten. Banjo, Fiddle, Gitarren, Kontrabass und ein aus Konservendosen zusammengestelltes Schlagwerk.

Wenn mich nach der konzertanten Live- Performance dieser Band nun nach Stilrichtung oder Ähnlichem fragt, kann ich nach wie vor nur mit den Schultern zucken, denn einfach zu beschreiben ist dies nicht. Roots Music, Country Music, Americana, Blues, Cajun? Irgendwie von allem etwas und auch wiederum nicht. Aber lässt man das Schubladendenken aus dem Hirn und lässt die Musik einfach auf den Körper wirken, wird man nach kurzer Zeit feststellen, dass man unwillkürlich angefangen hat zu „zappeln“. Es ist Musik, de einfach gute Laune macht, in die Beine geht und die sechs Interpreten könnte man so wie sie dort auf der Bühne stehen ohne größere Umschweife in einen Westernfilm stecken. Alles in allem wieder ein neuer und bunter Farbtupfer bei diesem Festival.

Delta Moon
Delta Moon
Vielen ist diese Band aus Atlanta, Georgia noch vom 2010er Festival in Schöppingen im Ohr. Das Typische an dieser Formation ist, dass gleich zwei hochwertige Slidegitarristen am Werk sind. Tom Gray und Mark Johnson ergänzen sich hier perfekt in ihrem Spiel. Unterstützung finden die Beiden durch Darren Stanley am Schlagzeug und Franher Joseph am Bass. Geboten wird heute eine Reise durch das Gesamtrepertoire der Band, darunter natürlich auch einige Songs der neuen CD „Black Cat Oil“. Im Großen und Ganzen wieder einmal ein gelungener Auftritt dieser Band, bei deren relaxter Musik und dem ein oder anderen kühlen Bierchen es sich auf der weitläufigen Wiese sicher gut aushalten lässt. Denn es steht uns noch so einiges in Haus und das wird es in sich haben.

Kenny Neal

Kenny Neal
Was bisher bloße Vermutung war, stellt sich alsbald als die erste Stufe zum puren (positiv gemeinten) Wahnsinn dar. Denn was der Mann aus Baton Rouge, jetzt ansässig in Palo Alto vom ersten Ton an auf die Schöppinger Bühne zaubert, ist wieder einer dieser Kracher, die man so schnell nicht vergisst. Unterstützt wird er hierbei von seinen Brüdern
Frederick Neal an den Keyboards und Darnell Neal am Bass. Am Schlagzeug sitzt Bryan Morris. Allesamt sind das vollblütige musikalische Powerpakete, die ihre Instrumente sicher auch im Schlaf beherrschen.

Allen voran natürlich Kenny, der neben Gesang und seinem phänomenalen Gitarrenspiel ebenso auf der Mundharmonika zu überzeugen weiß. Swamp Boogie, Swamp Blues… here we go!!

Begeistert bin ich und zwar absolut. Der absolute Höhepunkt an diesem Pfingstsonntag. Denke ich jetzt erst einmal.

Die letzte Umbaupause.

Lucky Peterson

Lucky Peterson & Kenny Neal
Kann das vorherige Konzert von Kenny Neal noch getoppt werden. Bei Lucky Peterson kann man sich nicht unbedingt sicher sein. Ich habe diverse Berichte über seine Konzerte gelesen und gehört und das Meinungsspektrum lief weit auseinander.

Ich nehme es gleich vorweg: An diesem Abend werden noch ganze drei Raketenstufen gezündet werden, die uns Zuschauer ganz tief in das Bluesall katapultieren werden.

Stufe eins: Ein langer, hagerer, kahlköpfiger Typ spaziert mit einer lässig umgehängten Telecaster ebenso lässig auf die Bühne. Der Schlagzeuger nimmt hinter seiner Schießbude Platz, der Bassman stöpselt das Kabel ein. Irgendwie wissen alle Drei, wann es los geht. Und es geht los. So richtig. Kein geringerer als Shawn Kellerman greift hier in die sechs Saiten und knallt uns seinen elektrisierenden Blues um die Ohren.

Und wieder die Frage: Wenn das schon so klasse anfängt, kann das denn noch gesteigert werden?

Leute, wahrlich ich sage euch: Es kann.

Und zwar mit Stufe zwei.

Lucky Peterson betritt die Bühne und begibt sich schnurstracks zu seinem Arbeitsplatz hinter der Hammondorgel. Die dort bereit gestellte Sitzbank gefällt dem Meister nicht, ein galanter Fußtritt gegen das Möbel, welches smart nach hinten wegkippt und das Problem ist gelöst.

Lucky scheint in Bestform zu sein, er traktiert die Tasten, röhrt in das Mikrofon. Wer jetzt noch nicht bescheid weiß, dem ist nicht mehr zu helfen. Dieser Mann strahlt eine Energie aus, die ausreicht, uns alle wieder aufzuladen, die nach fast zwei Festivaltagen etwas ausgepowert sind.

Plötzlich – mitten im Spiel – springt er vom Orgelpodest auf die Bühne und schnappt sich seine schwarze Gibson SG. Ohne Umschweife beginnt er einen neuen Titel, die Band scheint das zu kennen und stellt sich sofort darauf ein. Wenn man bei Lucky Peterson mitspielt, muss man flexibel sein. Äußerst flexibel. So geht es weiter. Ein Titel nach dem anderen. Wir erleben ein gigantisches Bluesmedley., das zwischenzeitlich seitens Mr. Peterson’s auch im Bad in der Menge vollführt wird.

Dann Stufe drei. Lucky Peterson sagt Kenny Neal an. Der erscheint mit einer Harmonika in der Hand. Die Session kann starten. Und ab jetzt ist alles eben mehr als perfekt. Was die fünf Musiker uns nun bieten, verdient das Prädikat „besonders wertvoll“. Blues vom Allerfeinsten. Von mir aus braucht das jetzt gar nicht mehr aufzuhören. Die meisten vor der Bühne denken sicher so wie ich.

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Doch irgendwann ist dann doch Schluss. Ein krönender Abschluss für ein wieder einmal gelungenes Festival. Jetzt erst einmal nach Luft schnappen, nachdem dieser Bluesorkan vorüber gezogen ist. Davon gibt es reichlich in dieser lauen Nacht.

Das Festivalgelände leert sich allmählich, man trifft sich wieder zum Abschlussplausch auf dem Campinggelände, das eine oder andere Bier wartet. Und dann heißt es Abschied nehmen. Bis zum nächsten Jahr. Bis zum 22. Grolsch Bluesfestival in Scöppingen.

Dank nochmal an die Veranstalter und wie immer ganz besonders an Richard Hölscher, der auch dieses Jahr wieder ein tolles Händchen bei der Programmgestaltung bewiesen hat. Bis denne dann.

all rights (c) 2012 Tony Joe Gardner





21. Grolsch Blues Festival in Schöppingen – Review – Tag 1

19 06 2012

21. Grolsch Blues Festival11 Acts in 2 Tagen. Das Programm des 12. Grolsch Bluesfestivals hat es in sich. Am Ende werden alle wieder einmal begeistert sein von diesem Programm, den Künstlern, der Organisation und der tollen Atmosphäre auf einem der mittlerweile wichtigsten Bluesfestivals der Republik.

Außerdem scheint der Sommer 2012 ausgerechnet an diesem Pfingstwochenende stattzufinden. Die Sonne lacht, die Temperaturen sind angenehm, selbst bis in die Nacht hinein, wenn der letzte Ton verklungen ist.

Tag 1, Samstag, 26.05.2012

Tinez Roots Club

Koen Schouten & Martijn 'Tinez' van Toor


Punkt 14 Uhr tritt Richard Hölscher, der Hauptverantwortliche des Festivals, ans Mikrofon und erklärt mit der Ankündigung des Tinez Roots Club das Spektakel für eröffnet.

Die niederländisch – deutsche Formation gibt gleich Vollgas und die für diesen Zeitpunkt bereits beträchtliche Zuschauermenge ist dankbarer Abnehmer für die Musik des Quartetts, die sofort in die Beine geht. 2 Saxofone, eine Hammond und ein Schlagzeug: Martijn `Tinez´van Toor an Tenorsaxofon und Gesang, Shouting“ Koen Schouten, am Baritonsaxofon, Wolfgang Roggenkamp an der Orgel und Alex Lex am Schlagwerk.

Cee Cee James


So fängt es groovig gut an und so kann es dann auch weitergehen. Und tut’s auch: Mit Cee Cee James.“Blood red Blues“ heißt ihre frisch aus der presse gekommene neue CD. Aus dieser finden sich einige Tracks auf der Setliste. Cee Cee James vermag es sehr nah an die Stimme der seligen Janis Joplin heranzukommen. Sie ist eine ausgezeichnete Bluessängerin, die zudem völlig in ihren Songs aufzugehen scheint. Begleitet wird sie von einer Band, die sie und ihre Interpretationen zu tragen weiß und bei der jeder Musiker für sich genommen ein Ass an seinem Instrument ist.

Keith B. Brown

Keith B. Brown
Etwas ruhiger wird es mit Keith B. Brown und seinen beiden Begleitern. Der aus Memphis, Tennessee stammende und mittlerweile in Paris ansässige Musiker führt uns zurück zum traditionellen, akustischen Blues. In dem Film „The Soul Of The Man“, den Martin Scorsese und Wim Wenders 203 drehten, spielte er die Rolle des Skip James. Auch heute erfüllt er seine Rolle als Bluesman aufs Beste.

Mason Rack Band

Mason Rack
Mit der nächsten Band erfolgt dann gleich ein genialer Stilbruch. Mason Rack, der Sänger, Gitarrist und Schlagzeuger aus Gold Coast, Queensland (Australien) liefert zusammen mit seiner Band für mich den ersten Höhepunkt mit gleich mehreren Ausrufezeichen bei diesem Festival ab. Bisher kannte ich ihn, seine Band und seine Musik nur von diversen Videoclips, die im WWW herumschwirren. Aber das, was sich jetzt vor meinen Augen und Ohren auftut, verdient schlicht den Ausdruck: Grandios.

Mason’s Art, die Lapsteelgitarre zu bedienen, ist wahrlich meisterlich. Vom Sound her durchaus an manchen stellen als brachial zu bezeichnen (in manchen Momenten klingt Schwermetall an), löst er sich von der ursprünglichen Spielweise, bleibt jedoch immer den Bluesroots treu. Er scheut sich nicht davor, die blues- klassischen Gefilde mit seiner Art der Interpretation zu verlassen und eine eigene Klangwelt zu schaffen, das erreicht er zudem mit seiner tiefschürfenden Stimme, die einem bisweilen Mark und Bein erschaudern lassen.

Begleitet wird Mason von Nathan Lee Archer am Bass und von Joel Purkess an den Drums. Die Show- Choreographie sieht es zudem vor, dass bei einem Titel ein Ringtausch an den Instrumenten erfolgt. Das geht fließend und reibungslos und wenn man es nicht sehen würde, eine akustische Beeinträchtigung findet nicht statt. Überhaupt Show: Hier bekommt der geneigte Zuschauer neben der musikalischen Darbietung auch etwas fürs Auge: Percussioneinlage auf Bierfässern, bei der dann die Trommelstöcke fliegend die „Betreiber“ wechseln zum Beispiel. Großes Unterhaltungskino. Ende gut, alles gut. Mason Rack und Band sind der (vorläufige) Abräumer auf diesem Festival.

Shane Dwight Band

Shane Dwight

Shane Dwight stammt aus Nashville, Tennesee. Er war schon mehrfach auf der auf der Legendary Rhythm & Blues Cruise zu Gast. Nun steht er mit seiner Band auf der Bühne hier in Schöppingen. Wir hören Songs aus seinem reichhaltigen Repertoire, so natürlich auch aus seinem aktuellen Album „A Hundred White Lies“. Immer auf dem Punkt, immer nach vorne treibend: Blues, Bluesrock vom Feinsten. Mehrmals erweist er seinem Idol Stevie Ray Vaughan mit einem von dessen Titeln Referenz. Klasse Perormance.

Henrik Freischlader & Gary Moore’s Blues Line Up

Henrik Freischlader

Tja…

Gary Moore wäre im April diesen Jahres 60 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass fand am 06.April in Budapest ein Memorial Konzert statt. Und zwar mit Gary’s ehemaligen Mitstreitern Pete Rees (Bass), Vic Martin (Keyboard) und Darin Mooney (Drums). Einer der eingeladenen Gitarristen war Henrik Freischlader, der Gary Moore als einen seiner wichtigsten Einflüsse nennt.

Für das 21. Grolsch Bluesfestival in Schöppingen gibt es nun eine Neuauflage dieses Konzertes. Und tatsächlich ist kaum zu glauben, was als Abschlusspunkt des ersten Festivaltages auf uns, das gespannte Publikum herunter schallt.

Henrik habe ich über die Jahre schon auf einigen Konzerten mit verschiedenen Formationen live erleben können. Und immer war ich begeistert von seinem Tun. Doch hier? Begeisterung? Dieses Wort ist für diesen exklusiven Fall die glatte Untertreibung. Ich stehe vor der Bühne und mir stockt schier immer wieder der Atem bei einigen Passagen. Da sind vier Musiker am Werk, die ein Publikum in ihren Bann zu ziehen wissen.

Für mich der Gänsehauttitel des Tages: „The Messiah Will Come Again“, ursprünglich von einem der Großmeister des modernen Gitarrenspiels, nämlich Roy Buchanan und später auch von Gary Moore aufgegriffen. Hats off to Mr. Freischlader. Diese Interpretation hat ganz tiefe Seele und weiß auch genau dort zu berühren. Natürlich tut diese fantastische Band das ihrige, um dem Ganzen dieses hohe musikalische Niveau zu verleihen. Für mich ist das für heute der krönende Abschluss eines wunderbaren Konzerttages, auf dem wir eine ganze Reihe großartige Musiker hören durften.

Nach dem Konzert geht’s wie immer zur Aftershowparty mit den Freunden auf den Campingplatz, aber das ist eine völlig andere Geschichte…

all rights (c) 2012 Tony Joe Gardner





Layla Zoe – The Return of The Firegirl

8 05 2012

Layla Zoe

Layla Zoe, die großartige Blues- Sängerin aus Kanada, ist wieder in Europa unterwegs.
Begleitet wird sie von Hardy Fischötter an den Drums, Kai Warszus am Bass und Jens Filser an der Gitarre. Power Trio meets Power Voice.

Das Eröffnungskonzert der Tour findet am 07.05.2012 im Spirit of 66 in Verviers statt.

Das erste Set besteht aus Bluesklassikern wie „Walking Blues“, „Little Red Rooster“ oder „Hoochie Coochie Woman“, aber auch Songs ihrer früheren Alben z. B. „Leave You For Good“ oder „Someday“.
Das alles macht schon mal eine ganze Menge Spaß, denn Layla Zoe wäre nicht Layla Zoe, wenn sie nicht völlig n ihren Songs aufgehen würde. Und genau das tut sie. Und zwar von Anfang an. Sie lebt jedes Wort, das über ihre Lippen kommt. Genau das macht ihre Performance authentisch.

Nach ihrer fulminanten Tour im November 2011 zusammen mit Tommy Schneller war ich natürlich gespannt auf dieses Wiedertreffen. Enttäuscht werde ich hier keine Sekunde lang, denn auch im zweiten Set, in dem sie Titel ihrer aktuellen CD „Sleep Little Girl“ präsentiert, gibt sie wieder alles. Ein Versprechen, das sie den Zuhörern gleich zu Beginn des Konzerts gegeben hat, findet in jedem Song seine Erfüllung.

Francis Geron hat gut daran getan, ihr die Chance zum Auftritt in seinem mittlerweile legendären Club „Spirit of 66“ zu geben. Wenn sich auch heute noch nicht die Massen vor der Bühne drängen, so kann das beim nächsten Mal schon ganz anders aussehen.

Ein Anfang jedenfalls ist gemacht und ich kann nur jedem empfehlen, einen der mitreißenden Gigs wahrzunehmen. Für mich ist Layla Zoe bereits eine der ganz Großen und sie hat es verdient, dass ein großes Publikum sie wahrnimmt. Denn sie ist mit einer Stimme gesegnet, die in der Lage ist, ihrer Seele tiefen Ausdruck zu verleihen. Zudem wird sie auf dieser Tour von Musikern begleitet, die genau dies zu unterstützen wissen.

You’ll get the real deal…

Unbedingt nicht verpassen, hier die weiteren Tourdaten:
10.05.2012 – L’Inoui, Redange, Luxemburg
11.05.2012 – L’Inoui, Redange, Luxemburg
12.05.2012 – L’Inoui, Redange, Luxemburg
16.05.2012 – Museumskeller Erfurt
17.05.2012 – Jazzclub Bielefeld
18.05.2012 – Garbaty, Berlin
19.05.2012 – Räucherei, Kiel
20.05.2012 – Downtown Bluesclub, Hamburg
22.05.2012 – Spectrum, Augsburg
23.05.2012 – Colos-Saal, Aschaffenburg
24.05.2012 – Jubez, Karlsruhe
25.05.2012 – Live Club Barmen, Wuppertal
26.05.2012 – Musiktheater Piano, Dortmund








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