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Blues Caravan 2012
13 02 2012Kommentare : 1 Kommentar »
Schlagwörter: Blues Caravan, Dani Wilde, Denis Palatin, Samantha Fish, Victoria Smith
Kategorien : Diaschow, Harmonie
The Blues Band
12 02 2012Kommentare : Kommentar schreiben »
Schlagwörter: Blues, Blues Band, Dave Kelly, Gary Flechter, paul Jones, Rob Townshend, Tom McGuiness
Kategorien : Diaschow, Harmonie
Hundred Seventy Split am 22.10.2011 in der Harmonie, Bonn
1 11 2011Wie aus der Hälfte der einen Band zwei Drittel einer anderen Band werden, zeigen Leo Lyons und Joe Gooch, denn sie bilden einerseits 50 Prozent der altehrwürdigen und Woodstock erprobten Truppe mit Namen «Ten Years After» und 66,66 Periode Prozent von «Hundred Seventy Split».
Heute erlebe ich die letztere Formation bereits zum zweiten Mal in der Bonner Harmonie. Der «Rockpalast» ist mit von der Partie. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Crossroads» wird das Konzert aufgezeichnet. Der voraussichtliche Sendetermin ist Montag, 28. November 2011, 00.15 – 02.15 Uhr. Hier werden allerdings lediglich „Highlights“ aus den gesamten vier Veranstaltungstagen gezeigt werden.
Wer also das volle Programm will, tut besser daran, die Band auf einem ihrer Konzerte zu besuchen.
So viel soll schon verraten sein. Es lohnt sich.
Denn was die beiden Herrn in Zusammenarbeit mit ihrem Drummer Damon Sawyer auf die Bühne zaubern ist von allererster Güte.
Der musikalische Focus steht selbstredend auf ihrem CD- Erstling, der etwa vor einem Jahr auf den Markt kam.
Zur Einstimmung habe ich eben diesen Silberling auf der Fahrt nach Bonn noch einmal durchgehört. Die CD ist durchweg klasse, doch sie wird nicht (und das kann sie auch nicht) dem gerecht, was die Drei live präsentieren. Das wahre Musikerleben spielt sich auf der Bühne ab, davon kann das Studiomaterial – auch wenn noch so gut produziert – nur einen müden Abklatsch geben, denn die Titel entwickeln sich weiter mit jedem Mal, das sie gespielt werden.
Einer meiner Favoriten von der CD ist der von Bert Jansch geschriebene Titel «Poison». Musikalisch versetzt dieser Song in die endsechziger Jahre zurück, das Schlagzeug erinnert an frühe Pink Floyd- Zeiten. Bert Jansch – man muss leider sagen – war (er starb vor ein paar Wochen) einer der führenden britischen Folkgitarristen. So beginnt der Song auch sehr folkmäßig und ruhig, führt in einem immensen Spannungsbogen immer weiter hin zu einer Klangwucht, der man sich nicht mehr entziehen kann.
Die drei Herren wissen eben, wie man einen Song arrangiert, um sich selbst zu fordern und das Publikum mitzureißen.
Der Sound ist gleichermaßen aktuell, erinnert aber immer wieder an selige (Blues-) Rockzeiten, als bei den Titellängen nicht auf die Uhr geschaut wurde. Ausschweifende Improvisationen waren damals gefragt und werden heute von Hundred Seventy Split wieder geliefert.
Das erstaunt einerseits natürlich nicht, denn Leo Lyons ist ein alter Hase und er hat genau diese Zeit miterlebt und auch mitgeprägt. Joe Gooch ist allerdings gerade mal 34 Jahre alt. Aber er ist in der Lage, diesen alten Zeitgeist aufzunehmen und ihm gleichermaßen ein modernes Gesicht zu verpassen.
Das Zuhören allein macht schon Freude, aber zu sehen, mit welchem Spaß die Musizierenden auf der Bühne bei der Sache sind, verleiht dem Ganzen noch das gewisse Extra (und genau das findet man auf keiner CD).
Eher schon auf dem Medium DVD, ein solche wird in den nächsten Tagen eingespielt werden. Ebenfalls in Planung ist eine weitere CD, genug neues Material ist bereits vorhanden.
Übrigens und zur Beruhigung: «Ten Years After» bestehen parallel weiter. Dafür gibt es während des gesamten Konzerts auch nicht den Hauch eines TYA- Titels zu hören.
Warum auch? Songs wie: «Where The Blues Began», «The Smoke», «All My Yesterdays», «A Promise Is Forever» haben genug Substanz, um die Setlist von Hundred Seventy Split zu füllen.
Und der feine Song «Going Home» hat nun rein gar nichts mit dem TYA- Track «I’m Going Home» zu tun. Und ein Helikopter kommt darin ebenfalls nicht vor.
Dass es auch mit anderer Leute Musikmaterial geht, beweisen die Drei in der Zugabe, als sie ZZ Top’s «La Grange» anstimmen. Gelegenheit für das dankbare Publikum, angesichts dieses grandios gespielten Boogies nochmals „aufzukochen“.
Fazit: Wer bodenständige, handgemachte, schnörkellose Musik mag, ist bei «Hundred Seventy Split» bestens aufgehoben.
Also: Unbedingt nicht verpassen!!! Life is live!!!
Text und Foto: © 2011 Tony Mentzel
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Schlagwörter: Blues, Bluesrock, Hundred Seventy Split
Kategorien : Fotos, Harmonie, Konzertbericht
Meena & Erja Lyytinen, Double Trouble Tour, 11.10.2011, Harmonie in Bonn – Review
14 10 2011Es ist Dienstagabend in Bonn- Endenich, in dem ich mich dank einer halbstündigen wie verzweifelten Parkplatzsuche mittlerweile sehr gut zurecht finde. Aber mein Ziel heißt ja nicht umsonst „Harmonie“, so dass sich kurz nach deren Betreten so etwas wie der sanfte Mantel des Vergessens um die frustrierende Odyssee nach einer Abstellmöglichkeit für mein Bluesmobil legt.
Dieser Ort ist eine Kulturoase, an der regelmäßig auch die von Thomas Ruf initiierte Blueskarawane einen Stopp einlegt.
So kommt auch so etwas wie Blues Caravan Feeling light auf, denn die beiden Hauptakteurinnen der „Double Trouble“ Tour sind ehemalige Mitreisende der Karawane in Sachen Blues.
Meena und ihren Gitarristen Chris Fillmore sah ich zuletzt beim grandiosen Festival in Schöppingen, Erja habe ich mittlerweile seit zwei Jahren nicht mehr gesehen.
Das erste Set heute Abend bestreitet die stimmgewaltige Meena, an ihrer Seite stehen, wie schon gesagt, der fantastische Chris Fillmore an der Gitarre, am Bass der Brite Roger Inniss, einer der großartigsten Spieler im Tieftonsektor und immer wieder gern angeheuerter Sideman zum Beispiel bei Joanne Shaw Taylor, Shakura S’Aida, Oli Brown oder Deborah Coleman. An den Drums sehen wir heute Abend Miri Miettinen aus Finland, den ich letztes Jahr schon mit Ben Granfelt ebenfalls in Schöppingen bewundern durfte.
„You Can Have My Husband, But Please Don’t Take My Man“ ist Meena’s Opener. Schnörkellos und sofort auf dem Punkt. Die Kapelle rockt, die Harmonie gleich mit und Meena überstrahlt all dies mit ihrer kräftigen, variantenreichen Stimme. In einigen Momenten erinnert ihre Stimme leicht an das Timbre von Janis Joplin.
Beim Etta James Klassiker „I’d Rather Go Blind“, von dem es bereits viele hervorragende Interpretationen gibt, hat Meena schon bei ihrem ersten Silberling bewiesen, dass sie hier durchaus mithalten kann, doch die heutige Live- Version setzt dem noch ein Sahnehäubchen auf.
Chris Fillmore tut das Seinige an der Gitarre, um dem Ganzen zum Hörgenuss zu verhelfen. Ob im Rhythmus- oder im Solospiel, ob an der Fender Stratocaster oder an der Dobro – hier wird nicht an Facettenreichtum gespart, technisch auf sehr hohem Niveau und dennoch versehen mit einer gehörigen Portion an Feeling. Das ist es eben, was einen perfekten Sideman wie Chris Fillmore auszeichnet.
Über das Soundfundament braucht man sich auch keine Sorgen zu machen: Roger Inniss und Miri Miettinen harmonieren aufs Beste. Was will man also mehr?
Das erste Set vergeht im Fluge, keine Sekunde Langeweile, dem Publikum, das ruhig etwas größer hätte sein dürfen, gefällt’s. So sollen sich die ärgern, die dann doch lieber zu Hause geblieben sind. Denn allein schon bis hierher hat sich der Weg nebst und trotz nerviger Parkplatzsuche gelohnt.
Kurze Pause.
Das „Drum ’n’ Bass“- Fundament bleibt das Gleiche, dazu betreten nun der Gitarrist Davide Floreno und Erja Lyytinen die Bühne.
Natürlich hat Erja ihre aktuelle CD „Voracious Love“ im Gepäck, die mir persönlich in der Produktion ein wenig zu poppig geschliffen geraten ist. Naja.
Was soll’s? Im Live- Gewand klingen „Can’t Fall In Love“ oder „Birds“ um einiges rauer und ungeschliffener. Und das ist auch gut so.
Dass Erja eine ausgezeichnete Slidegitarristin ist, konnte ich schon oft feststellen. Mittlerweile hat sie allerdings auch im Standardspiel mächtig zugelegt. In den Soli dieser Spielart verblüfft sie mich mit vielen gelungenen Ideen, die mit ihren nicht erwarteten Wendungen immer wieder in ihren Bann ziehen. Hats off, Mylady.
Es macht einfach Freude, ihrem Spiel zuzusehen. Der Nachteil vom Ganzen: Auch hier rauscht die Zeit wie nichts vorbei und schon sehen wir uns am Ende ihres Sets. Nicht unerwähnt lassen möchte ich Davide Floreno’s solide Rhythmusarbeit auf der Telecaster. Sein wahres Können allerdings blitzt in einem brillanten Solo auf, für das er in einem Titel den nötigen Raum bekommt.
Wie auch beim Blues Caravan gewohnt versammeln sich alle Beteiligten zum grande Finale auf der Bühne.
„Soul Of A Man“ ist einer der Songs, die alle gemeinsam interpretieren. Die Unterschiedlichkeit der einzelnen Künstler fügt sich hier zu einer eigenen Einheit zusammen. Zugaberufe, die mehr als berechtigt sind, werden erhört.
Nach dem Konzert trifft man sich am zum Smalltalk am Merchandisingstand. Zufriedene Gesichter bei den Zuschauern aber auch bei den MusikerInnen.
So hoffe ich, dass es keine weitern zwei Jahre dauert, bis es das nächste Wiedersehen und –hören mit Erja gibt.
Dass doppelter Ärger in Form von „Double Trouble“ überhaupt und dann auch gleich doppelt Spaß macht, ist eine wohltuende neue Erfahrung für mich.
So begebe ich mich nach einem herzlichen Abschied hinaus in die herbstliche Bonner Nacht zu meinem Auto, da irgendwo in einer Seitenstraße, den Kopf voll mit guter Musik und in dem Wissen, dass ich sicher etwas verpasst hätte, wenn ich diesen Abend daheim geblieben wäre.
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Schlagwörter: Blues, Chris Fillmore, Erja Lyytinen, Meena, Roger Inniss
Kategorien : Fotos, Harmonie
Meena & Erja Lyytinen, Double Trouble Tour, 11.10.2011, Harmonie in Bonn – Diashow
13 10 2011Kommentare : Kommentar schreiben »
Schlagwörter: Chris Fillmore, Cryle, Davide Floreno, Erjy Lyytinen, Meena, Roger Inniss
Kategorien : Diaschow, Fotos, Harmonie
Blues Caravan 2011 am 30.01.2011 in der Harmonie, Bonn
2 02 2011
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Schlagwörter: Blues, Blues Caravan, Cassie Taylor, Dani Wilde, Denis Palatin, Samantha Fish
Kategorien : Harmonie, Konzertbericht
Oli Brown am 21.04.2010 in der Harmonie, Bonn
14 11 2010“What a difference a year makes…” Genau dieser Satz geistert mir durchs Hirn, nachdem ich die ersten drei, vier Titel von Oli Brown gehört habe. Der Unterschied oder besser die Unterschiede zu meiner ersten Konzerterfahrung mit dem sympathischen jungen Briten ist/sind schnell ausgemacht: Sein Gitarrenspiel hat immens gewonnen, seine Stimme ist um einiges „nachgedunkelt“, seine Bühnenpräsenz kommt an die von den ganz alten Hasen heran.
Dass der Junge seinen Weg gehen wird, war mir nach seiner Performance im Rahmen des Blues Caravan 2009 an gleicher Stelle vor zirka einem Jahr schon klar geworden. «Fresh Blues» war damals das Motto. Und der frische Wind hält nach wie vor an.
Immer wieder vergisst man, dass dort oben auf der Bühne ein nur Zwanzigjähriger steht. Es ist schier verblüffend, was dieser schlaksige Bursche, hier zum Start seiner Deutschlandtour abliefert.
Im Gepäck hat Oli seine ganz pressfrische CD «Heads I Win, Tails You Lose». Dieses Motto ist wohl Programm: Egal wie die Münze fällt, er wird wohl – so souverän wie er sich hier zeigt – immer gewinnen.
Schon beim Hören der neuen Scheibe konnte ich einen gewissen Reifungsprozess gegenüber dem Erstwerk feststellen. Oli Brown ist ein sehr ambitionierter Mensch, der sehr viel Zeit und Liebe in seine Musik investiert.
Eben das spürt man in jeder Phase dieser hoch musikalischen Aufführung, die natürlich nicht alleine auf das Brown’sche Konto geht, denn er wird tatkräftig unterstützt von Simon Dring an den Drums und Roger Inniss (!) am sechssaitigen Bass.
Bei Roger Inniss frage ich mich immer, wie der es schafft, im Zusammenspiel mit so verschiedenen Künstlern (Blues Caravan 2010, Deborah Coleman, Snowy White etc.) immer wieder eine perfekte und hochkarätige Leistung abzuliefern. Für mich ist dieser Mann ein absolutes Phänomen, das in der Lage zu sein scheint, beliebig viele Songs und deren Abläufe speichern zu können.
Am heutigen Abend sind dies Songs wie «Evil Soul», «Fever», «Love’s Gone Cold» vom aktuellen Album oder «Played By The Devil» und «Black Betty» vom ersten Album.
Zur Eröffnung des zweiten Sets kommen eine Oli Brown typische Version von «Hoochie Coochie Man» und ein weiters Glanzstück: Die Interpretation von «Every Day I Have The Blues».
Das muss einfach wahr sein, denn jemand der nicht jeden Tag den Blues hat, wird einen Titel wie diesen niemals so intensiv auf die Bühne bringen können.



Erstaunlich auch ist die professionelle Kondition der drei Agierenden: Gegen zwei Uhr in der Früh ist man in Großbritannien mit dem Van aufgebrochen, der Kanal wurde per Fähre überquert und von Dünkirchen ging es dann nach Bonn, wo man dann trotz Stau um Brüssel gerade rechtzeitig zum Soundcheck eintraf.
Oli spielt eine Signature Gitarre aus der britischen Edelgitarrenschmiede «Vanquish». Dieses Instrument ist reine Handarbeit und zusammengebaut nach Oli’s Wünschen und Vorstellungen.
Sein Vater Graham Brown, der als sein Manager fungiert, drückt mir vor dem Konzert stolz ein Exemplar in die Hand: „Hier teste sie mal und sag mal, was du davon hältst.“ Das Instrument ist trotz Solid Body erstaunlich leicht, optisch eine Schönheit, allerdings ist mir der Hals etwas zu dick. „Das wäre kein Problem, die Jungs bauen dir den Hals ein, der für deine Finger ok ist.“, lacht Graham. „Was kostet so ein Schätzchen?“ – „Je mach Ausstattung etwas mehr als 3000 Euro, hier das Vorführmodell kannst du für 2700 Euro haben.“ „Oh, ja ok. Aber du weißt ja der Hals…“, bedanke ich mich lachend.
Die Gitarre tut auch dann brav ihre Arbeit, wenn Oli Brown sie in den Händen hält und ihr Höchstleistung abverlangt. Mit seinen jungen Jahren ist Mr. Brown Junior bereits ein ausgebuffter Sechssaitenspieler, der die feinsten Licks nur so aus dem Ärmel schüttelt.
Das weiß das zahlenmäßig nicht gering erschienene Publikum – es werden um die 100 Leute sein – auch zu schätzen. Nach so manchem Solo des Youngsters gibt es verdientermaßen heftig, lautstarken Szenenapplaus.
Ein wenig verwundert war ich darüber, dass man im Saal Tische und Stühle belassen hatte, offensichtlich hatte man seitens der Betreiber der „Harmonie“ nicht mit solch großem Zuspruch gerechnet.
Wie dem auch sei…
Fazit: Wie schon bei Danny Bryant ist im Laufe der Zeit bei Oli Brown eine konsequente Weiterentwicklung festzustellen. Es macht Laune, ihn auf der Bühne erleben zu dürfen. Oli Brown ist ein Künstler, der im Blueszirkus sicherlich eine große Zukunft hat, wenn er sich treu bleibt. Und so freue ich mich bereits jetzt auf die nächste Begegnung mit ihm und seiner Band. Irgendwo. Irgendwann. Darum meine uneingeschränkte Empfehlung: Unbedingt nicht verpassen!! See you there…
Text und Fotos © 2010 Tony Mentzel
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Schlagwörter: Oli Brown, Roger Inniss
Kategorien : Harmonie, Konzertbericht
Dana Fuchs am 18.03.2010 in der Harmonie, Bonn
14 11 2010Naturgewalten kann man sich entgegen stellen, meist ist man ihnen jedoch hilflos ausgeliefert. Sie reißen dich mit und du hast keinen Einfluss darauf wohin. Du ergibst dich in dein Schicksal. Meist ist dieses Schicksal dann ein Tragisches, wohl aber kaum, wenn diese Naturgewalt auf den Namen Dana Fuchs hört.
Sich diesem wahr- und leibhaftigen energiegeladenen Wirbelwind auszusetzen, wird binnen einiger Minuten zum reinsten Vergnügen, dem man sich so schnell auch gar nicht mehr entziehen möchte.
Die Power, die von dieser Lady ausgeht, die mit behändem Leib, tiefer Seele und gewaltiger Stimme dabei ist, schlägt dich derart in ihren den Bann, dass du Gefahr läufst, für so manchen Moment das überlebenswichtige Atmen zu vergessen.
Diese Frau hat eine Bühnenpräsenz wie kaum eine andere. Sie springt, lässt sich fallen, verbiegt sich, steht kaum eine Sekunde still, rennt, schreitet.
Ihre Songs tragen Freude, Leid und Hoffnung in sich. Diese Stimmungen weiß Dana Fuchs schlafwandlerisch in jeder Sekunde authentisch umzusetzen. Dabei ist sie über jeden Zweifel erhaben, irgendetwas oberflächlich abzuhandeln oder selbst aufgesetzt zu wirken.
Ihre Musik, ihre Stimme treffen genau ihre Ziele. In die Beine wie mitten ins Herz, egal ob sie flüstert. faucht oder schreit.



Am heutigen Abend in der Bonner Harmonie, die recht gut gefüllt ist, wird sie unterstützt von Jon Diamond, mit dem sie die meisten Songs geschrieben hat, – Gitarre, Harmonika, Walter Latupeirissa – Bass und Carter McLean – Drums.
Die Songauswahl ist an sich schon grandios, aber das Sahnehäubchen, nein, die fette Sahnehaube, ist für mich das Medley zum Schluss: «Helter Skelter» von den Beatles wird zu Don Nix‘ «Goin’ Down», welches sich wiederum zu einer Knallerversion von Led Zeppelin’s «Whole Lotta Love» mit einer kurzen Schlusshommage an Willie Dixon’s ursprünglichen Bluestitel «You Need Love» wandelt.
Mehr geht nicht, besser geht nicht.
Das Konzert wird von den WDR Kameraleuten für den «Rockpalast» aufgezeichnet und wird am frühen Morgen des 09.05.2010 im Rahmen der Sendereihe «Crossroads» ausgestrahlt.
Eine gute Gelegenheit, einen Eindruck von diesem Konzert und dieser New Yorker Lady zu bekommen, die demnächst wieder in Bonn, dann an der Museumsmeile, am 29.06.2010 im Vorprogramm von Joe Cocker auftritt. Den Alt- Woodstocker kennt sie seit iher gemeinsamen schauspielerischen und gesanglichen Arbeit für den Film «Across The Universe» aus dem Jahre 2007.
Die Bühne wird bereits abgebaut, Instrumente, Zubehör, etc. werden verstaut, da stehen Jon Diamond und Dana Fuchs noch am Merchandisingstand geben Autogramme und plauschen mit den Fans.
Jon fragt mich, ob ich mit dem Gitarrensound zufrieden war. War ich nicht, da für meine Ohren zu leise. „Ich hab’s gewusst, aber hier darf man nicht über 99 Dezibel spielen. Der Soundmensch hatte was dagegen, normalerweise bin ich gewiss nicht zu leise. Aber man muss halt Kompromisse machen.“
Dana spricht mir noch einen lieben Gruß für die Hörer von Juke Joint Bluesradio ins Mikrofon. Beim nächsten Mal werden wir uns etwas ausführlicher unterhalten. Das ist bereits abgesprochen. Darauf bin ich gespannt und freue mich schon jetzt.
Fazit: Ich bin wie man sicher meinen voran gegangenen Worten entnehmen konnte restlos begeistert und immer noch – immerhin bereits 48 Stunden nach dem „Hurricane Dana“ – hin- und weggerissen von diesem Konzert und dieser Performance der Extraklasse. Dana Fuchs und Band sind oft in Europa unterwegs, so wird es sicherlich für jeden die Möglichkeit geben, sie unbedingt nicht zu verpassen.
Vielleicht dann sogar zusammen mit Joe Cocker. Allerdings liegen da die Ticketpreise um die 60 Euronen.
Hier noch die gesamte Setlist:
1. Almost Home
2. Not For Me
3. Lonely For A Lifetime
4. Songbird
5. Bible Baby
6. Misery
7. Nothing That I Cry For
8. Drive
9. Moment Away
10. Medley: Helter Skelter / Goin’ Down / Whole Lotta Love
Text und Fotos (c) 2010 Tony Mentzel
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Schlagwörter: Dana Fuchs, Joe Diamond
Kategorien : Harmonie, Konzertbericht
Blues Caravan 2010 am 24.01.2010 in der Harmonie, Bonn
14 11 2010Der Blues Caravan, ins Leben gerufen durch Thomas Ruf, hat mittlerweile einen gewissen Kultstatus erreicht. Man ist jedes Jahr aufs Neue gespannt, wen Herr Ruf mit auf die Karawanenpiste schickt und wie sich die drei Hauptheroen zu einander fügen.
Das glückliche Händchen, das Thomas Ruf bereits bei den vorigen Tourneebesetzungen bewiesen hat, winkt auch in diesem Jahr das geneigte Publikum vor die Bühnen.
19:15 Uhr Der Saal ist gewiss nicht überfüllt oder gar ausverkauft. Die musikalische „Backline“ betritt die Bühne in der Harmonie. Denis Palatin setzt sich hinter sein Drumset, Johnny Dyke nimmt hinter den Keyboards Platz, Roger Inniss schnallt den sechsaitigen Bass um und Donna Grantis ihre PRS Gitarre. Der Opener dieses Quartetts ist ein Warmspiel- Instrumental. Und das geht gleich auf die Zwölf, gleich wird klar, dass diese Band auch schon beim erst vierten Gig der Serie ein dicht geschnürtes Paket bildet. Kein Wunder, denn Denis Palatin und Roger Inniss arbeiten schon längere Zeit zusammen, bei Deborah Coleman beispielsweise. «Une belle équipe…», so sagte mir Denis vorher. Ja, das ist sie, diese Band, eine tolle Mannschaft.
Meena, die ebenso charmante wie stimmgewaltige Blueslady aus Österreich ergreift das Mikro. Und da sind sie gleich, die ersten Schauer, die wohlig über den Rücken laufen. Wenn Meena singt, durchlebt sie jede Faser eines Songs, man sieht deutlich, wie sie förmlich in der Musik aufgeht. Ihre Stimme setzt sie dynamisch, gefühls- und variantenreich ein. „Irgendein Mitschüler hat einmal eine Platte von Janis Joplin mit in die Schule gebracht, so bin ich zum Blues gekommen.“, hat sie mir vor dem Konzert verraten. Den Titelsong ihrer CD «Try Me», im Original von James Brown, hatte sie im Vorfeld zu den Aufnahmen nur ein einziges Mal gehört. „So bin ich relativ unvoreingenommen an die Sache herangegangen.“ Und das Resultat ist auf der CD als auch live schlichtweg beeindruckend. Während bei der CD- Version Joanne Shaw-Taylor, Teilnehmerin des letztjährigen Blues Caravan das Solo spielt, tut es ihr hier Donna Grantis nicht minder feinfühlig nach.
Für einen Titel, nämlich «I Shoot You Down» begleitet sich Meena auf der Dobro, auch das gelingt ihr prächtig, ein feines Slide- Intro und im weiteren Songverlauf weiß sich im musikalischen Gesamtgefüge mit der Band auch gitarristisch Gehör zu verschaffen.
Machen wir’s kurz: Volle Punktzahl für Meena. Sie ist eine Frau, die auf die Bühnen dieser Welt gehört, denn sie hat dem staunenden Publikum eine Menge zu bieten.
Shakura S’Aida ist ein Vollprofi und gesegnet mit einer außerordentlichen Stimme. Sie weiß sich darüberhinaus durch Gestik und Mimik in Szene zusetzen. Sie spielt mit dem Publikum und hat dabei die Situation jederzeit im Griff. Mit Donna Grantis hat sie 10 der auf der CD «Brown Sugar» erschienenen Songs selbst geschrieben.
Ein Teil hiervon kommt an diesem Abend als musikalischer Hochgenuss live von der Bühne. Bei der Ballade «Angel On High» wird es zeitweise mucksmäuschen still im Saal, bis Shakura das Publikum auffordert, den Refrain mitzusingen. Und das Publikum singt mit, ein überaus feierlich- schöner Moment. Klar, dass auch Shakura weitere Titel aus ihrem Album präsentiert: Der Titeltrack darf ebenso wenig fehlen wie «Mr. Right» oder «Walk Out That Door».
Machen wir es auch hier kurz: Ebenfalls die volle Punktzahl. Ich bin sicher, der diesjährige Blues Caravan wird Shakura S’Aida‘s sicheren Platz im internationalen Blueszirkus weiter festigen und ihr einen wachsenden Fanstamm bescheren. Verdient hat sie es allemal.




Coco Montoya ist ein nicht nur musikalisches Schwergewicht. Dass er seinerzeit mit Walter Trout zusammen bei John Mayall’s Bluesbreakers gespielt hat, dürfte hinlänglich bekannt sein. Etliche CDs hat er inzwischen auf den Markt gebracht, aktuell ist sein Album «I Want It All Back». Eine Besprechung dieser CD findet ihr hier.
Schon beim Soundcheck am heutigen Abend war mir klar, wer gitarristisch hier das Heft in der Hand hat. Coco spielte ein paar Fingeraufwärmübungen, wenn du alleine das hörst, weißt du, was dieser Künstler für ein Potential hat.
«Hey Señorita», «Fannie Mae» stammen vom aktuellen Silberling, genauso wie der Titeltrack, bei dem Meena die Backing Vocals übernimmt, jedoch klingen diese Titel live um einiges frischer und weniger glatt als von der Konserve, die übrigens Keb‘ Mo produziert hat.
Als dann der gute Coco noch einen veritablen Slowblues feinster Machart vom Stapel lässt, stockt den meisten im Auditorium schier der Atem. Da perlen die Gitarrenläufe nur so vom Griffbrett, es ist die wahre und die reine Wonne, dem Meister dabei zuzusehen und zuzuhören. Auch stimmlich ist Coco auf der Höhe. Wow, was für eine Performance! Was wäre es schön, wenn man all das bisher Erlebte hier konservieren und mitnehmen könnte für Tage, wenn mal wieder nichts anderes als Tristesse angesagt ist. Doch vielleicht gibt es ja eines Tages die DVD zum 2010-er Blues Caravan und die kann nur gut werden.


Zum guten Schluss gibt es dann Meena, Shakura und Coco mit Titeln wie «Take Me To The River» und Luther Allisons Klassiker «Just As I Am» als Komplettpaket und Extra- Sahnehäubchen obendrauf. Klasse. Klasse. Klasse.
Fazit: Es besteht noch genügend Gelegenheit, diesen Blues Caravan zu erleben. Und für jeden sollte eine Bluesoase in der Nähe dabei sein, an dem diese bunte Karawane in irgendeiner grauen Steinwüste dann Halt macht. Also unbedingt nicht verpassen. Es wäre sträflich.
Text und Fotos © 2010 Tony Mentzel
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Schlagwörter: Blues Caravan, Coco Montoya, Denis Palatin, Johnny Dykes, Meena, Roger Inniss, Shakura S'Aida
Kategorien : Harmonie, Konzertbericht

















