King King – live im Rockpalast

31 03 2014

One Moment In Time

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das war’s also. Und es war gut. Oder nein, es war einmalig ! Wunderbar ! Eine klasse Show von einer klasse Band. Die Bonner „Harmonie“ ausverkauft und voll gepackt mit Leuten, die sich dem Zauber, der von der Bühne prasselte, keine Sekunde entziehen konnten. Alan Nimmo, Lindsay Coulson, Bob Fridzema und Wayne Proctor spielten Songs von ihren beiden bisher erschienenen Alben „Take My Hand“ und „Standing In The Shadows“. Darunter natürlich die beiden Balladen „Old Love“ und „The Long History Of Love“, bei Alan’s Gitarrensoli in diesen beiden Titeln krabbelte mir wohlige Gänsehaut die Arme hoch. X- mal gehört schon und doch: Es war neu so, in noch nie gefühlter Intensität. Die glorreichen Vier da oben auf der Bühne genossen all diese wunderbaren Momente mit sichtlicher Freude. Und genau diese Freude, dieser hoch musikalische Spaß fand im Publikum aller herzliche Aufnahme.

Klasse! Klasse! Klasse!

Schon im Vorfeld, am Nachmittag nämlich, gibt es eine unplugged Einlage auf einem Trümmer-/ Baustellengrundstück gegenüber der „Harmonie“. Das WDR- Rockpalast Team filmt die Akustikversion von „The Long History Of Love“, Alan Nimmo Gitarre und wie immer mächtige Stimme, die restliche Band ist für den Backgroundgesang zuständig. Das Publikum bilden Leute der WDR- Crew und einige Fans’n’ Friends. Es ist kurz nach 16:30 Uhr. Ein kleiner Soundcheck und los geht’s. Der erste Take scheint im Kasten. Doch irgendwas stimmt nicht mit dem Ton. Also Take 2. Der Zeiger an der Kirchturmuhr von St. Maria – Magdalena im Hintergrund rückt von allen Beteiligten unbeachtet auf die 16:45 Uhr Marke zu. Und so passiert es, dass diese Uhr um Punkt 16:45 Uhr drei Glockenschläge vom Stapel lässt. Mitten in die Aufnahme hinein. Es gibt kein Halten mehr. Lautes Lachen aller Beteiligten und der zweite Take ist im Eimer. Die Sonne wird in wenigen Minuten hinter einem der Häuser verschwinden, so ist Eile angesagt und Take 3 sitzt dann endlich und ist hier zu betrachten.

King King

 

Der Spaß, den dieses Unterfangen gemacht hat, ist wohl nicht zu übersehen. Ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird und ich bin glücklich, dabei gewesen zu sein

Der Sendetermin des Abendkonzerts ist am 05.05.2014 auf 3Sat.





Randy Hansen – Ein Phänomen auf Frühjahrstournee durch Deutschland

21 03 2014

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Dies ist ein Bericht, den ich zur letzten Herbsttour von Randy Hansen geschrieben habe. Da jetzt die Frühjahrstour bevor steht, hier noch einmal meine Eindrücke aks kleiner Vorgeschmack auf das, was euch erwartet.
Ich hoffe, man sieht sich vor der einen oder anderen Bühne. Die aktuellen Tourdaten findet ihr unten.

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„Das, was man die britische Invasion nennt, hat mich musikalisch ziemlich beeinflusst. Glücklicherweise war Jimi Hendrix auch irgendwie ein Teil davon.“

Randy Hansen spricht diesen Satz mit einem breiten Grinsen, während er backstage vom „Live- Proberaum“, einer wirklich tollen Location in Zülpich, die mir bisher unbekannt war, seine drei Strats in Stimmung bringt.

Sein Statement mag absurd klingen, aber schließlich wurde die Jimi Hendrix Experience 1966 in London gegründet und somit begann dort der unvergleichbare Siegeszug des Musikers, der den Gitarrensound für immer revolutionieren sollte.

Das hier mag ich auch...“, lacht Randy und spielt die Riffs von „Pinball Wizzard“ an. „Oder das hier: „Hand across the water, hands across the sky“, singt er mit Falsettstimme. „Die haben schon verrückte Sachen gemacht, damals!“ Ich muss länger in der Schublade kramen, bis mir einfällt, dass der Titel von Paul McCartney stammt und „Admiral Halsey“ heißt.

Die anderen sind zum Abendessen im Hotel. Randy isst vor dem Auftritt nicht. Für mich ist es immer wieder etwas Besonderes, mit diesem Ausnahmekünstler zu sprechen. Er, der auf der Bühne zum tanzenden Derwisch wird und auch sonst für jeden Spaß zu haben ist, zeigt auf einmal seine andere, tiefe, sehr persönliche Seite. Er erzählt von seinen Ursprüngen, seiner Familie. Ich erlebe den ganz privaten Randy Hansen.

1975 beschloss er, sich der Musik von Jimi Hendrix zu widmen. Dabei ist er nicht nur ein ausgezeichneter Gitarrist, er weiß auch durchaus mit dem Piano umzugehen. Das hat er eben eindrucksvoll bewiesen, als er sich gerade noch hier an das E-Piano gesetzt und einige Minuten gespielt hat.

Randy Hansen (2)

Zur Erinnerung sei noch mal erwähnt, dass Mr. Hansen bereits 1979 17 Minuten Filmmusik zu Francis Ford Coppola’sApocalypse Now“ beigesteuert hat.

Zum ersten Mal nahm ich Notiz von Randy Hansen, als ich im Fernsehen eine Aufzeichnung des WDR von 1991 mit dem Titel „The Jimi Hendrix Concert  sah. Der ehemalige Scorpions Gitarrist Uli Jon Roth hatte Randy hierfür gewinnen können, weitere Musiker: Jack Bruce, John Wetton, Simon Phillips…

Schon damals war ich verblüfft von der Ähnlichkeit in Erscheinung, Gitarrenspiel und Stimme Randy‘s zum Original.

Inzwischen habe ich den wie Jimi aus Seattle stammenden Mann immer wieder auf seinen Konzerten in Deutschland begleiten und erleben dürfen.

Kein Abend ist wie der andere. Es gibt keine Setlist, nur so eine Art „Auswahlmenü“ von etwa 40 Titeln auf einem Blatt Papier, das bei Randy’s Effektpedalen auf dem Bühnenboden geklebt ist. Daraus wählt er munter aus, kombiniert zwei oder gleich mehrere Songs zu einem Medley. Ganz gern baut er ein paar Beatles Elemente ein, das Riff aus „Ticket To Ride“ beispielsweise, fügt „Lucy In The Sky“ und „Dear Prudence“ zusammen. Und das alles im klassischen Hendrix- Sound.

Randy Hansen (1)

Neben den immergrünen Hendrix Songs wie „Purple Haze“, „Hey Joe“ oder „Foxy Lady“ gibt es an manchen Abenden „Gloria“ von Van Morrison oder „Won’t Get Fooled Again“ (Hammerversion) von Pete Townshend zu hören.

Und: Niemand spielt das famose „Red House“ so einfühlsam wie Randy. Dies ist jedes Mal ein wahres Fest für Ohren und Seele. Dabei hat Randy mir einmal erzählt, dass er anfangs gar nicht so sehr zum Blues tendierte. Aber er hat’s einfach. Und das ist gut so !!

Ich brauche diese Abwechslung bei meinen Konzerten. Wenn du fast jeden Abend auf der Bühne stehst, musst du dir auch jeden Abend etwas anderes überlegen. Das gilt vor allem für die Solopassagen. Da gibt es natürlich Sequenzen, die ich nicht verändere, weil sie typisch für den Track sind, aber in den Improvisationsteilen stelle ich mir jedes Mal neue Aufgaben. Gerade bei den langen Solopassagen. Ich brauche diese Herausforderung an mich selbst, sonst wird es leicht langweilig. So bekommt das Publikum jeden Abend einzigartige Versionen der Songs. Ja, richtige Unikate.

Randy dehnt die Saiten nochmals aufs Maximum, überprüft danach erneut die Stimmung. „Ok, let’s try the next one.“

Mitgebracht hat er drei Fender Stratocaster. „Das hier ist meine Lieblingsgitarre, aber sie hat schon einiges mitgemacht, siehst du die Risse hier im Body? Die gehen teilweise ziemlich tief.“ – „Was macht sie zu deinem Favoriten?“, will ich wissen. „Hauptsächlich das Griffbrett auf dieser Linkshändergitarre, die ich als Rechtshänder spiele, so sieht das wie bei Jimi aus, nur spiegelverkehrt.“ Randy lacht: „Außerdem möchte ich dem Publikum die Seite zeigen, die es sonst nie sieht, ich finde sie von der Form her einfach einfach schöner, sie erinnert an die einer Frau.“

Über was sich der gute Randy so alles Gedanken macht!

988762_691382637547101_382381998_nSobald es „Showtime“ heißt, legt Randy den Schalter um auf „Stage- Mode“, dann ist er der Showman, der seine Plektren in die Luft wirft, um sie hinter dem Rücken wieder aufzufangen, der seine Gitarre durch die Luft wirbelt oder sie einfach an die Bühnendecke hängt, von wo sie einsam weiterjault. Er springt ins Publikum, spielt mittendrin weiter, liebt den Kontakt mit den Menschen dort, dann schleudert er sich wieder samt Gitarre in einer Rolle rückwärts auf die Bühne. Plötzlich liegt die Gitarre auf dem Boden und Randy traktiert sie mit dem Fuß. Ein anderes Mal schnappt er sich einen Bierkrug oder eine Flasche und schüttelt mal eben ein Slide- Solo aus dem Ärmel. Er schreit, stampft, hüpft, tanzt, springt, rennt über die Bühne. Die totale Verausgabung. Immer in Bewegung! Seine beiden Begleiter Ufo Walter am Bass und Manni von Bohr an den Drums tragen das mit professioneller und hoch musikalischer Gelassenheit. Randy Hansen ist das, was man landläufig eine „wahre Rampensau“ nennen kann. Immer auf Hundertprozent. Und manchmal sogar darüber.

Dabei hat er aber immer alles unter Kontrolle, seine Songs, seinen Sound, seine Gitarre, seine Stimme, die ganze Show. Er gibt dem Publikum genau das, was es von ihm erwartet, die perfekte Jimi Hendrix Illusion.

Ich bin nicht Jimi, ich bin und bleibe Randy, der diese Musik in Jahrzehnten in sich aufgesogen hat, seine Musik ist einfach zu schade für die Konserve und für die Archive. Ich will, dass sie weiter lebt und dass jüngere Generationen sie auch live erleben können.“
Das sagt dieser Mann, der sein musikalisches Leben hauptsächlich der Musik von Jimi Hendrix widmet. Dabei hat selbst eine Reihe beachtenswerter Titel geschrieben, die er aber bewusst im Hintergrund hält.

Randy Hansen

Nach der Show ist vor der Show: Nach dem Signieren von CDs und DVDs am Merchandising- Stand und einer Verschnaufpause mit Late- Night- Diner – in der Bonner Harmonie ist das ein Hamburger mit Pommes und etwas Salat „So bin ich extra von Seattle hierher gekommen, um diesen Super- Hamburger zu verspeisen.“ (Zitat Randy) – nach alledem ist es genau er, der seine Verstärker und Boxen zum Van wuchtet und der dann später auf der Ladefläche eben dieses Vans steht und der nach einem ausgeklügelten logistischem System all die Flightcases mit Amps und Zubehör, Drumbags und Gitarrenkoffer verstaut.

Die Türen werden zugeworfen. Von Bonn geht es nach Bremen. Von dort quasi wieder die gleiche Strecke zurück nach Zülpich, um wieder die gleiche Autobahn nach Oldenburg zu nehmen. Darauf geht es nach Freudenburg. Ducsaal. Rauf und runter durch die Republik und manchmal auch quer führt auch diese Herbsttour wieder. Dieses Jahr ist sogar ein Abstecher für ein Konzert nach Moskau auf dem Tourplan. Hier wird aber geflogen.

Und es macht immer wieder Spaß, Randy und seine Band(e) zu sehen, sei es auf der Bühne oder dahinter. Für beste Unterhaltung ist immer gesorgt.

So freue ich mich schon auf die Spring- Tour 2014. Und ich denke, man sieht sich. Irgendwo in Deutschland.

_________________________________________________

Hier sind die Daten der Springtour 2014:

Thursday Apr 24, 2014
Scala
Uhlandstraße 9,
D-51379 Leverkusen-Opladen
Germany

Friday Apr 25, 2014
Räucherei
Preetzer Str. 35
D-24143 Kiel,
Germany

Saturday Apr 26, 2014
Royal Irene Muziektheater
Steegstraat 21
5921 GJ Venlo-Blerick
Netherlands

Sunday Apr 27, 2014
Musiktheater Piano
Lütgendortmunder Str.43
D-44388 Dortmund
Germany

Tuesday Apr 29, 2014
Object 5
Seebener Str. 5
D-06114 Halle
Germany

Wednesday Apr 30, 2014
Hot Jazz Club
Hafenweg 26b
D-48155 Münster
Germany

Friday May 2, 2014
Altes E-Werk Nierstein
Pestalozziplatz 1
D-55283 Nierstein
Germany

Saturday May 3, 2014
Kulturzentrum ´Stadthaus`
38, avenue Charlotte
4530 Differdange
Luxemburg





Randy Hansen – Ein Phänomen auf Herbsttournee durch Deutschland

17 11 2013

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„Das, was man die britische Invasion nennt, hat mich musikalisch ziemlich beeinflusst. Glücklicherweise war Jimi Hendrix auch irgendwie ein Teil davon.“

Randy Hansen spricht diesen Satz mit einem breiten Grinsen, während er backstage vom „Live- Proberaum“, einer wirklich tollen Location in Zülpich, die mir bisher unbekannt war, seine drei Strats in Stimmung bringt.

Sein Statement mag absurd klingen, aber schließlich wurde die Jimi Hendrix Experience 1966 in London gegründet und somit begann dort der unvergleichbare Siegeszug des Musikers, der den Gitarrensound für immer revolutionieren sollte.

Das hier mag ich auch...“, lacht Randy und spielt die Riffs von „Pinball Wizzard“ an. „Oder das hier: „Hand across the water, hands across the sky“, singt er mit Falsettstimme. „Die haben schon verrückte Sachen gemacht, damals!“ Ich muss länger in der Schublade kramen, bis mir einfällt, dass der Titel von Paul McCartney stammt und „Admiral Halsey“ heißt.

Die anderen sind zum Abendessen im Hotel. Randy isst vor dem Auftritt nicht. Für mich ist es immer wieder etwas Besonderes, mit diesem Ausnahmekünstler zu sprechen. Er, der auf der Bühne zum tanzenden Derwisch wird und auch sonst für jeden Spaß zu haben ist, zeigt auf einmal seine andere, tiefe, sehr persönliche Seite. Er erzählt von seinen Ursprüngen, seiner Familie. Ich erlebe den ganz privaten Randy Hansen.

1975 beschloss er, sich der Musik von Jimi Hendrix zu widmen. Dabei ist er nicht nur ein ausgezeichneter Gitarrist, er weiß auch durchaus mit dem Piano umzugehen. Das hat er eben eindrucksvoll bewiesen, als er sich gerade noch hier an das E-Piano gesetzt und einige Minuten gespielt hat.

Randy Hansen (2)

Zur Erinnerung sei noch mal erwähnt, dass Mr. Hansen bereits 1979 17 Minuten Filmmusik zu Francis Ford Coppola’sApocalypse Now“ beigesteuert hat.

Zum ersten Mal nahm ich Notiz von Randy Hansen, als ich im Fernsehen eine Aufzeichnung des WDR von 1991 mit dem Titel „The Jimi Hendrix Concert  sah. Der ehemalige Scorpions Gitarrist Uli Jon Roth hatte Randy hierfür gewinnen können, weitere Musiker: Jack Bruce, John Wetton, Simon Phillips…

Schon damals war ich verblüfft von der Ähnlichkeit in Erscheinung, Gitarrenspiel und Stimme Randy‘s zum Original.

Inzwischen habe ich den wie Jimi aus Seattle stammenden Mann immer wieder auf seinen Konzerten in Deutschland begleiten und erleben dürfen.

Kein Abend ist wie der andere. Es gibt keine Setlist, nur so eine Art „Auswahlmenü“ von etwa 40 Titeln auf einem Blatt Papier, das bei Randy’s Effektpedalen auf dem Bühnenboden geklebt ist. Daraus wählt er munter aus, kombiniert zwei oder gleich mehrere Songs zu einem Medley. Ganz gern baut er ein paar Beatles Elemente ein, das Riff aus „Ticket To Ride“ beispielsweise, fügt „Lucy In The Sky“ und „Dear Prudence“ zusammen. Und das alles im klassischen Hendrix- Sound.

Randy Hansen (1)

Neben den immergrünen Hendrix Songs wie „Purple Haze“, „Hey Joe“ oder „Foxy Lady“ gibt es an manchen Abenden „Gloria“ von Van Morrison oder „Won’t Get Fooled Again“ (Hammerversion) von Pete Townshend zu hören.

Und: Niemand spielt das famose „Red House“ so einfühlsam wie Randy. Dies ist jedes Mal ein wahres Fest für Ohren und Seele. Dabei hat Randy mir einmal erzählt, dass er anfangs gar nicht so sehr zum Blues tendierte. Aber er hat’s einfach. Und das ist gut so !!

Ich brauche diese Abwechslung bei meinen Konzerten. Wenn du fast jeden Abend auf der Bühne stehst, musst du dir auch jeden Abend etwas anderes überlegen. Das gilt vor allem für die Solopassagen. Da gibt es natürlich Sequenzen, die ich nicht verändere, weil sie typisch für den Track sind, aber in den Improvisationsteilen stelle ich mir jedes Mal neue Aufgaben. Gerade bei den langen Solopassagen. Ich brauche diese Herausforderung an mich selbst, sonst wird es leicht langweilig. So bekommt das Publikum jeden Abend einzigartige Versionen der Songs. Ja, richtige Unikate.

Randy dehnt die Saiten nochmals aufs Maximum, überprüft danach erneut die Stimmung. „Ok, let’s try the next one.“

Mitgebracht hat er drei Fender Stratocaster. „Das hier ist meine Lieblingsgitarre, aber sie hat schon einiges mitgemacht, siehst du die Risse hier im Body? Die gehen teilweise ziemlich tief.“ – „Was macht sie zu deinem Favoriten?“, will ich wissen. „Hauptsächlich das Griffbrett auf dieser Linkshändergitarre, die ich als Rechtshänder spiele, so sieht das wie bei Jimi aus, nur spiegelverkehrt.“ Randy lacht: „Außerdem möchte ich dem Publikum die Seite zeigen, die es sonst nie sieht, ich finde sie von der Form her einfach einfach schöner, sie erinnert an die einer Frau.“

Über was sich der gute Randy so alles Gedanken macht!

988762_691382637547101_382381998_nSobald es „Showtime“ heißt, legt Randy den Schalter um auf „Stage- Mode“, dann ist er der Showman, der seine Plektren in die Luft wirft, um sie hinter dem Rücken wieder aufzufangen, der seine Gitarre durch die Luft wirbelt oder sie einfach an die Bühnendecke hängt, von wo sie einsam weiterjault. Er springt ins Publikum, spielt mittendrin weiter, liebt den Kontakt mit den Menschen dort, dann schleudert er sich wieder samt Gitarre in einer Rolle rückwärts auf die Bühne. Plötzlich liegt die Gitarre auf dem Boden und Randy traktiert sie mit dem Fuß. Ein anderes Mal schnappt er sich einen Bierkrug oder eine Flasche und schüttelt mal eben ein Slide- Solo aus dem Ärmel. Er schreit, stampft, hüpft, tanzt, springt, rennt über die Bühne. Die totale Verausgabung. Immer in Bewegung! Seine beiden Begleiter Ufo Walter am Bass und Manni von Bohr an den Drums tragen das mit professioneller und hoch musikalischer Gelassenheit. Randy Hansen ist das, was man landläufig eine „wahre Rampensau“ nennen kann. Immer auf Hundertprozent. Und manchmal sogar darüber.

Dabei hat er aber immer alles unter Kontrolle, seine Songs, seinen Sound, seine Gitarre, seine Stimme, die ganze Show. Er gibt dem Publikum genau das, was es von ihm erwartet, die perfekte Jimi Hendrix Illusion.

Ich bin nicht Jimi, ich bin und bleibe Randy, der diese Musik in Jahrzehnten in sich aufgesogen hat, seine Musik ist einfach zu schade für die Konserve und für die Archive. Ich will, dass sie weiter lebt und dass jüngere Generationen sie auch live erleben können.“
Das sagt dieser Mann, der sein musikalisches Leben hauptsächlich der Musik von Jimi Hendrix widmet. Dabei hat selbst eine Reihe beachtenswerter Titel geschrieben, die er aber bewusst im Hintergrund hält.

Randy Hansen

Nach der Show ist vor der Show: Nach dem Signieren von CDs und DVDs am Merchandising- Stand und einer Verschnaufpause mit Late- Night- Diner – in der Bonner Harmonie ist das ein Hamburger mit Pommes und etwas Salat „So bin ich extra von Seattle hierher gekommen, um diesen Super- Hamburger zu verspeisen.“ (Zitat Randy) – nach alledem ist es genau er, der seine Verstärker und Boxen zum Van wuchtet und der dann später auf der Ladefläche eben dieses Vans steht und der nach einem ausgeklügelten logistischem System all die Flightcases mit Amps und Zubehör, Drumbags und Gitarrenkoffer verstaut.

Die Türen werden zugeworfen. Von Bonn geht es nach Bremen. Von dort quasi wieder die gleiche Strecke zurück nach Zülpich, um wieder die gleiche Autobahn nach Oldenburg zu nehmen. Darauf geht es nach Freudenburg. Ducsaal. Rauf und runter durch die Republik und manchmal auch quer führt auch diese Herbsttour wieder. Dieses Jahr ist sogar ein Abstecher für ein Konzert nach Moskau auf dem Tourplan. Hier wird aber geflogen.

Und es macht immer wieder Spaß, Randy und seine Band(e) zu sehen, sei es auf der Bühne oder dahinter. Für beste Unterhaltung ist immer gesorgt.

So freue ich mich schon auf die Spring- Tour 2014. Und ich denke, man sieht sich. Irgendwo in Deutschland.

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Hier sind die Daten der Springtour 2014:

Thursday Apr 24, 2014
Scala
Uhlandstraße 9,
D-51379 Leverkusen-Opladen
Germany

Friday Apr 25, 2014
Räucherei
Preetzer Str. 35
D-24143 Kiel,
Germany

Saturday Apr 26, 2014
Royal Irene Muziektheater
Steegstraat 21
5921 GJ Venlo-Blerick
Netherlands

Sunday Apr 27, 2014
Musiktheater Piano
Lütgendortmunder Str.43
D-44388 Dortmund
Germany

Tuesday Apr 29, 2014
Object 5
Seebener Str. 5
D-06114 Halle
Germany

Wednesday Apr 30, 2014
Hot Jazz Club
Hafenweg 26b
D-48155 Münster
Germany

Friday May 2, 2014
Altes E-Werk Nierstein
Pestalozziplatz 1
D-55283 Nierstein
Germany

Saturday May 3, 2014
Kulturzentrum ´Stadthaus`
38, avenue Charlotte
4530 Differdange
Luxenburg





Blues Caravan 2012

13 02 2012

Blues Caravan 2012 - Samantha Fish

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The Blues Band

12 02 2012

Paul Jones (The Blues Band)

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Hundred Seventy Split am 22.10.2011 in der Harmonie, Bonn

1 11 2011

Hundred Seventy Split - Leo Lyons & Joe Gooch

Wie aus der Hälfte der einen Band zwei Drittel einer anderen Band werden, zeigen Leo Lyons und Joe Gooch, denn sie bilden einerseits 50 Prozent der altehrwürdigen und Woodstock erprobten Truppe mit Namen «Ten Years After» und 66,66 Periode Prozent von «Hundred Seventy Split».

Heute erlebe ich die letztere Formation bereits zum zweiten Mal in der Bonner Harmonie. Der «Rockpalast» ist mit von der Partie. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Crossroads» wird das Konzert aufgezeichnet. Der voraussichtliche Sendetermin ist Montag, 28. November 2011, 00.15 – 02.15 Uhr. Hier werden allerdings lediglich „Highlights“ aus den gesamten vier Veranstaltungstagen gezeigt werden.

Wer also das volle Programm will, tut besser daran, die Band auf einem ihrer Konzerte zu besuchen.

So viel soll schon verraten sein. Es lohnt sich.

Denn was die beiden Herrn in Zusammenarbeit mit ihrem Drummer Damon Sawyer auf die Bühne zaubern ist von allererster Güte.

Der musikalische Focus steht selbstredend auf ihrem CD- Erstling, der etwa vor einem Jahr auf den Markt kam.

Zur Einstimmung habe ich eben diesen Silberling auf der Fahrt nach Bonn noch einmal durchgehört. Die CD ist durchweg klasse, doch sie wird nicht (und das kann sie auch nicht) dem gerecht, was die Drei live präsentieren. Das wahre Musikerleben spielt sich auf der Bühne ab, davon kann das Studiomaterial – auch wenn noch so gut produziert – nur einen müden Abklatsch geben, denn die Titel entwickeln sich weiter mit jedem Mal, das sie gespielt werden.

Einer meiner Favoriten von der CD ist der von Bert Jansch geschriebene Titel «Poison». Musikalisch versetzt dieser Song in die endsechziger Jahre zurück, das Schlagzeug erinnert an frühe Pink Floyd- Zeiten. Bert Jansch – man muss leider sagen – war (er starb vor ein paar Wochen) einer der führenden britischen Folkgitarristen. So beginnt der Song auch sehr folkmäßig und ruhig, führt in einem immensen Spannungsbogen immer weiter hin zu einer Klangwucht, der man sich nicht mehr entziehen kann.

Die drei Herren wissen eben, wie man einen Song arrangiert, um sich selbst zu fordern und das Publikum mitzureißen.

Der Sound ist gleichermaßen aktuell, erinnert aber immer wieder an selige (Blues-) Rockzeiten, als bei den Titellängen nicht auf die Uhr geschaut wurde. Ausschweifende Improvisationen waren damals gefragt und werden heute von Hundred Seventy Split wieder geliefert.

Das erstaunt einerseits natürlich nicht, denn Leo Lyons ist ein alter Hase und er hat genau diese Zeit miterlebt und auch mitgeprägt. Joe Gooch ist allerdings gerade mal 34 Jahre alt. Aber er ist in der Lage, diesen alten Zeitgeist aufzunehmen und ihm gleichermaßen ein modernes Gesicht zu verpassen.

Das Zuhören allein macht schon Freude, aber zu sehen, mit welchem Spaß die Musizierenden auf der Bühne bei der Sache sind, verleiht dem Ganzen noch das gewisse Extra (und genau das findet man auf keiner CD).

Eher schon auf dem Medium DVD, ein solche wird in den nächsten Tagen eingespielt werden. Ebenfalls in Planung ist eine weitere CD, genug neues Material ist bereits vorhanden.

Übrigens und zur Beruhigung: «Ten Years After» bestehen parallel weiter. Dafür gibt es während des gesamten Konzerts auch nicht den Hauch eines TYA- Titels zu hören.

Warum auch? Songs wie: «Where The Blues Began», «The Smoke», «All My Yesterdays», «A Promise Is Forever» haben genug Substanz, um die Setlist von Hundred Seventy Split zu füllen.

Und der feine Song «Going Home» hat nun rein gar nichts mit dem TYA- Track «I’m Going Home» zu tun. Und ein Helikopter kommt darin ebenfalls nicht vor.

Dass es auch mit anderer Leute Musikmaterial geht, beweisen die Drei in der Zugabe, als sie ZZ Top’s «La Grange» anstimmen. Gelegenheit für das dankbare Publikum, angesichts dieses grandios gespielten Boogies nochmals „aufzukochen“.

Fazit: Wer bodenständige, handgemachte, schnörkellose Musik mag, ist bei «Hundred Seventy Split» bestens aufgehoben.

Also: Unbedingt nicht verpassen!!! Life is live!!!

Text und Foto: © 2011 Tony Mentzel





Meena & Erja Lyytinen, Double Trouble Tour, 11.10.2011, Harmonie in Bonn – Review

14 10 2011

Double Trouble Tour 2011

Es ist Dienstagabend in Bonn- Endenich, in dem ich mich dank einer halbstündigen wie verzweifelten Parkplatzsuche mittlerweile sehr gut zurecht finde. Aber mein Ziel heißt ja nicht umsonst „Harmonie“, so dass sich kurz nach deren Betreten so etwas wie der sanfte Mantel des Vergessens um die frustrierende Odyssee nach einer Abstellmöglichkeit für mein Bluesmobil legt.

Dieser Ort ist eine Kulturoase, an der regelmäßig auch die von Thomas Ruf initiierte Blueskarawane einen Stopp einlegt.

So kommt auch so etwas wie Blues Caravan Feeling light auf, denn die beiden Hauptakteurinnen der „Double Trouble“ Tour sind ehemalige Mitreisende der Karawane in Sachen Blues.

Meena und ihren Gitarristen Chris Fillmore sah ich zuletzt beim grandiosen Festival in Schöppingen, Erja habe ich mittlerweile seit zwei Jahren nicht mehr gesehen.

Das erste Set heute Abend bestreitet die stimmgewaltige Meena, an ihrer Seite stehen, wie schon gesagt, der fantastische Chris Fillmore an der Gitarre, am Bass der Brite Roger Inniss, einer der großartigsten Spieler im Tieftonsektor und immer wieder gern angeheuerter Sideman zum Beispiel bei Joanne Shaw Taylor, Shakura S’Aida, Oli Brown oder Deborah Coleman. An den Drums sehen wir heute Abend Miri Miettinen aus Finland, den ich letztes Jahr schon mit Ben Granfelt ebenfalls in Schöppingen bewundern durfte.

„You Can Have My Husband, But Please Don’t Take My Man“ ist Meena’s Opener.  Schnörkellos und sofort auf dem Punkt. Die Kapelle rockt, die Harmonie gleich mit und Meena überstrahlt all dies mit ihrer kräftigen, variantenreichen Stimme. In einigen Momenten erinnert ihre Stimme leicht an das Timbre von Janis Joplin.

Beim Etta James Klassiker „I’d Rather Go Blind“, von dem es bereits  viele hervorragende Interpretationen gibt, hat Meena  schon bei ihrem ersten Silberling bewiesen, dass sie hier durchaus mithalten kann, doch die heutige Live- Version setzt dem noch ein Sahnehäubchen auf.

Chris Fillmore tut das Seinige an der Gitarre, um dem Ganzen zum  Hörgenuss zu verhelfen. Ob im Rhythmus- oder im Solospiel, ob an der Fender Stratocaster oder an der Dobro – hier wird nicht an Facettenreichtum gespart, technisch auf sehr hohem Niveau und dennoch versehen mit einer gehörigen Portion an Feeling. Das ist es eben, was einen perfekten Sideman wie Chris Fillmore auszeichnet.

Über das Soundfundament braucht man sich auch keine Sorgen zu machen: Roger Inniss und Miri Miettinen harmonieren aufs Beste. Was will man also mehr?

Das erste Set vergeht im Fluge, keine Sekunde Langeweile, dem Publikum, das ruhig etwas größer hätte sein dürfen, gefällt’s.  So sollen sich die ärgern, die dann doch lieber zu Hause geblieben sind. Denn allein schon bis hierher hat sich der Weg nebst und trotz  nerviger Parkplatzsuche gelohnt.

Kurze Pause.

Das „Drum ’n’ Bass“- Fundament bleibt das Gleiche, dazu betreten nun der Gitarrist Davide Floreno und Erja Lyytinen die Bühne.

Natürlich hat Erja ihre aktuelle CD „Voracious Love“ im Gepäck, die mir persönlich in der Produktion ein wenig zu poppig geschliffen geraten ist. Naja.

Was soll’s? Im Live- Gewand klingen „Can’t Fall In Love“ oder „Birds“ um einiges rauer und ungeschliffener. Und das ist auch gut so.

Dass Erja eine ausgezeichnete Slidegitarristin ist, konnte ich schon oft feststellen. Mittlerweile hat sie allerdings auch im Standardspiel mächtig zugelegt. In den Soli dieser Spielart verblüfft sie mich mit vielen gelungenen Ideen, die mit ihren nicht erwarteten Wendungen immer wieder in ihren Bann ziehen. Hats off,  Mylady.

Es macht einfach Freude, ihrem Spiel zuzusehen. Der Nachteil vom Ganzen: Auch hier rauscht die Zeit wie nichts vorbei und schon sehen wir uns am Ende ihres Sets. Nicht unerwähnt lassen möchte ich Davide Floreno’s solide Rhythmusarbeit auf der Telecaster. Sein wahres Können allerdings blitzt in einem brillanten Solo auf, für das er in einem Titel den nötigen Raum bekommt.

Wie auch beim Blues Caravan gewohnt versammeln sich alle Beteiligten zum grande Finale auf der Bühne.

„Soul Of A Man“ ist einer der Songs, die alle gemeinsam interpretieren. Die Unterschiedlichkeit der einzelnen Künstler fügt sich hier zu einer eigenen Einheit zusammen. Zugaberufe, die mehr als berechtigt sind, werden erhört.

Nach dem Konzert trifft man sich am zum Smalltalk am Merchandisingstand. Zufriedene Gesichter bei den Zuschauern aber auch bei den MusikerInnen.

So hoffe ich, dass es keine weitern zwei Jahre dauert, bis es das nächste Wiedersehen und –hören mit Erja gibt.

Dass doppelter Ärger in Form von „Double Trouble“ überhaupt und dann auch gleich doppelt Spaß macht, ist eine wohltuende neue Erfahrung für mich.

So begebe ich mich nach einem herzlichen Abschied hinaus in die herbstliche Bonner Nacht zu meinem Auto, da irgendwo in einer Seitenstraße, den Kopf voll mit guter Musik und in dem Wissen, dass ich sicher etwas verpasst hätte, wenn ich diesen Abend daheim geblieben wäre.





Meena & Erja Lyytinen, Double Trouble Tour, 11.10.2011, Harmonie in Bonn – Diashow

13 10 2011

Meena & Erja Lyytinen

Zur Diashow auf das Foto klicken…





Blues Caravan 2011 am 30.01.2011 in der Harmonie, Bonn

2 02 2011
 

Blues Caravan 2011

Blues Caravan 2011: Cassie Taylor-Samantha Fish-Denis Palatin-Dani Wilde

Es ist Ende Januar. Wie mittlerweile üblich zieht sie wieder durch die Lande: Die Blues Karawane, initiiert von Ruf Records. Heute macht sie ihren alljährlichen Stopp in der Bonner Harmonie.Blues Caravan 2011 besteht aus Samantha Fish, Cassie Taylor und Dani Wilde. Der einzige Mann auf der Bühne ist der französische Drummer Denis Palatin.

Das diesjährige Motto lautet «Girls With Guitars». So ist es dann auch: Frau Fish und Frau Wilde bedienen die Sechsaiter, während Frau Taylor den Bass spielt.

Außerdem teilen sich die drei Damen die Gesangsparts, mal sind sie in der Rolle der Lead-, dann wieder in der Backgroundsängerin.

Ums gleich vorweg zu sagen: Auch das aktuelle Konzept des Blues Caravan geht auf. Mit dem Stones- Klassiker «Bitch» gibt es gleich zu Beginn des Konzerts eins auf die berühmte Zwölf. Die musikalische Marschrichtung ist klar: Gradliniger, moderner, elektrischer Blues(rock).

Dani Wilde habe ich schon auf der Blues Caravan- Tour 2009 erlebt. Festzustellen ist eine Weiterentwicklung im Gitarrenspiel, aber auch gesanglich. Mit ihrem Gesang auf den beiden von ihr vorliegenden CDs habe ich bzw. haben meine Ohren so meine/ihre Probleme bei bestimmten höheren Frequenzen. Live klingt das Ganze für mich und meine Ohren dann doch schon um einiges verträglicher.

Gesanglich für meine Lauscher unbedenklich sind die beiden anderen Ladys.

Beachtlich finde ich, wie cool und professionell die Drei sich trotz ihrer jungen Jahre (Samantha Fish feiert heute ihren 22. Geburtstag) auf der Bühne zu Werke gehen.

Vor allem Frau Fish’s Gitarrenarbeit lässt mich staunen. Facettenreiches und sauberes Spiel. Samantha ist bereits mit vielen Wassern gewaschen, längst noch nicht mit allen, in der Altersklasse verständlich. Da ist noch eine Menge Platz nach oben, den sie allerdings sehr schnell ausfüllen wird.

Ähnliches habe ich vor zwei Jahren bei Joanne Shaw Taylor prognostiziert. Ihr derzeitiger Erfolg vor allen in den USA gibt mir Recht.

Cassie Taylor ist „A Bluesman’s Daughter“ und zwar die von Otis Taylor. Auch sie konnte ich schon vor einigen Jahren live sehen, damals eben mit ihrem Vater und dessen Band. Auch bei Cassie ist eine Weiterentwicklung zu attestieren. Ihre Stimme hat eine ziemliche Bandbreite und beim Bassspiel ist sie mittlerweile weit über das Stadium des Grundtonzupfens (so noch mein Eindruck vor ein paar Jahren) hinausgewachsen.

Über Denis Palatin brauche ich nicht viel zu sagen. Er ist der Schlagzeuger, den ich in den letzten Jahren am häufigsten – und das in den verschiedensten Formationen – erleben konnte, meist im kongenialen Zusammenspiel mit Roger Inniss, den nicht nur ich vermisse, obwohl Cassie ihre Sache gut macht. Denis ist Garant für druckvolles, präzises Schlagwerk und somit immer eine sehr gute Wahl

Das Konzept des Konzerts sieht vor, dass alle drei Künstlerinnen mit eigenen Titeln gefeatured werden. So kann es sein, dass das Quartett zeitweilig zum Trio schrumpft. Aber auch als Powertrio weiß jede der möglichen Kombinationen zu überzeugen.

Wir hören Titel von der aktuellen CD «Girls With Guitars», die übrigens in Berlin von Mike Zito produziert wurde: «Wait A Minute», «Are You Ready», «Mr. Loving Man», «Leaving Chicago» oder das durch Steve Miller bekannt gewordene «Jet Airliner.

Die Titel „sitzen“.

Die Bonner Harmonie ist sehr gut gefüllt, die Resonanz im Publikum auf die Darbietungen auf der Bühne ist teilweise überschwänglich. Von den Leuten in meinem direkten Umfeld höre ich nur positive Kritik. Und die ist dann auch durchaus berechtigt.

So ist der Ruf nach Zugabe dann auch unvermeidbar. Und diese folgt dann auch und zwar mit dem ACDC—Titel «Highway To Hell». Hut ab vor dieser gelungen Interpretation.

Den runden Abschluss findet das Ganze mit einer „unplugged“ Version des Beatles- Klassikers «With A Little Help From My Friends». Feiner Chorgesang und feine Solostimmen, begleitet durch Dani Wilde’s Akustikgitarre.

Fazit: Die Karawane zieht weiter. Wo immer sie auch Halt macht, sollte man sich die Gelegenheit auf gute zwei Stunden bester Unterhaltung nicht nehmen lassen.

Text & Fotos © 2011 Tony Mentzel





Oli Brown am 21.04.2010 in der Harmonie, Bonn

14 11 2010

Oli Brown

What a difference a year makes…” Genau dieser Satz geistert mir durchs Hirn, nachdem ich die ersten drei, vier Titel von Oli Brown gehört habe. Der Unterschied oder besser die Unterschiede zu meiner ersten Konzerterfahrung mit dem sympathischen jungen Briten ist/sind schnell ausgemacht: Sein Gitarrenspiel hat immens gewonnen, seine Stimme ist um einiges „nachgedunkelt“, seine Bühnenpräsenz kommt an die von den ganz alten Hasen heran.

Dass der Junge seinen Weg gehen wird, war mir nach seiner Performance im Rahmen des Blues Caravan 2009 an gleicher Stelle vor zirka einem Jahr schon klar geworden. «Fresh Blues» war damals das Motto. Und der frische Wind hält nach wie vor an.

Immer wieder vergisst man, dass dort oben auf der Bühne ein nur Zwanzigjähriger steht. Es ist schier verblüffend, was dieser schlaksige Bursche, hier zum Start seiner Deutschlandtour abliefert.

Im Gepäck hat Oli seine ganz pressfrische CD «Heads I Win, Tails You Lose». Dieses Motto ist wohl Programm: Egal wie die Münze fällt, er wird wohl – so souverän wie er sich hier zeigt – immer gewinnen.

Schon beim Hören der neuen Scheibe konnte ich einen gewissen Reifungsprozess gegenüber dem Erstwerk feststellen. Oli Brown ist ein sehr ambitionierter Mensch, der sehr viel Zeit und Liebe in seine Musik investiert.

Eben das spürt man in jeder Phase dieser hoch musikalischen Aufführung, die natürlich nicht alleine auf das Brown’sche Konto geht, denn er wird tatkräftig unterstützt von Simon Dring an den Drums und Roger Inniss (!) am sechssaitigen Bass.

Bei Roger Inniss frage ich mich immer, wie der es schafft, im Zusammenspiel mit so verschiedenen Künstlern (Blues Caravan 2010, Deborah Coleman, Snowy White etc.) immer wieder eine perfekte und hochkarätige Leistung abzuliefern. Für mich ist dieser Mann ein absolutes Phänomen, das in der Lage zu sein scheint, beliebig viele Songs und deren Abläufe speichern zu können.

Am heutigen Abend sind dies Songs wie «Evil Soul», «Fever», «Love’s Gone Cold» vom aktuellen Album oder «Played By The Devil» und «Black Betty» vom ersten Album.

Zur Eröffnung des zweiten Sets kommen eine Oli Brown typische Version von «Hoochie Coochie Man» und ein weiters Glanzstück: Die Interpretation von «Every Day I Have The Blues».

Das muss einfach wahr sein, denn jemand der nicht jeden Tag den Blues hat, wird einen Titel wie diesen niemals so intensiv auf die Bühne bringen können.

Erstaunlich auch ist die professionelle Kondition der drei Agierenden: Gegen zwei Uhr in der Früh ist man in Großbritannien mit dem Van aufgebrochen, der Kanal wurde per Fähre überquert und von Dünkirchen ging es dann nach Bonn, wo man dann trotz Stau um Brüssel gerade rechtzeitig zum Soundcheck eintraf.

Oli spielt eine Signature Gitarre aus der britischen Edelgitarrenschmiede «Vanquish». Dieses Instrument ist reine Handarbeit und zusammengebaut nach Oli’s Wünschen und Vorstellungen.

Sein Vater Graham Brown, der als sein Manager fungiert, drückt mir vor dem Konzert stolz ein Exemplar in die Hand: „Hier teste sie mal und sag mal, was du davon hältst.“ Das Instrument ist trotz Solid Body erstaunlich leicht, optisch eine Schönheit, allerdings ist mir der Hals etwas zu dick. „Das wäre kein Problem, die Jungs bauen dir den Hals ein, der für deine Finger ok ist.“, lacht Graham. „Was kostet so ein Schätzchen?“ – „Je mach Ausstattung etwas mehr als 3000 Euro, hier das Vorführmodell kannst du für 2700 Euro haben.“ „Oh, ja ok. Aber du weißt ja der Hals…“, bedanke ich mich lachend.

Die Gitarre tut auch dann brav ihre Arbeit, wenn Oli Brown sie in den Händen hält und ihr Höchstleistung abverlangt. Mit seinen jungen Jahren ist Mr. Brown Junior bereits ein ausgebuffter Sechssaitenspieler, der die feinsten Licks nur so aus dem Ärmel schüttelt.

Das weiß das zahlenmäßig nicht gering erschienene Publikum – es werden um die 100 Leute sein – auch zu schätzen. Nach so manchem Solo des Youngsters gibt es verdientermaßen heftig, lautstarken Szenenapplaus.

Ein wenig verwundert war ich darüber, dass man im Saal Tische und Stühle belassen hatte, offensichtlich hatte man seitens der Betreiber der „Harmonie“ nicht mit solch großem Zuspruch gerechnet.

Wie dem auch sei…

Fazit: Wie schon bei Danny Bryant ist im Laufe der Zeit bei Oli Brown eine konsequente Weiterentwicklung festzustellen. Es macht Laune, ihn auf der Bühne erleben zu dürfen. Oli Brown ist ein Künstler, der im Blueszirkus sicherlich eine große Zukunft hat, wenn er sich treu bleibt. Und so freue ich mich bereits jetzt auf die nächste Begegnung mit ihm und seiner Band. Irgendwo. Irgendwann. Darum meine uneingeschränkte Empfehlung: Unbedingt nicht verpassen!! See you there…

Text und Fotos © 2010 Tony Mentzel








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