Eric Sardinas – 8 Goin’ South

20 02 2012

Artist of the day …
Review clasics…

…oder Neues vom Hexer…

Ein «Festival de la Guitare» mit Eric Sardinas & Big Motor zu eröffnen, so wie es gestern in Verviers geschehen ist, ist ohne Zweifel ein guter Griff.

Wenn man von einem Power- Trio auch Power erwartet, dann ist man bei Eric und seinen beiden Mitstreitern Levell Price am Bass und Bernie Pershey an den Drums aller bestens aufgehoben.

Eric Sardinas versteht es, von der ersten Sekunde an das Publikum zu begeistern. Man hatte mich gewarnt, dass es laut werden könnte. Aber was macht dieser Mensch? Er beginnt das erste Stück quasi unplugged. Der JCM 2000 Marshall- Amp, der Eric’s Dobro verstärken soll, bleibt erst einmal aus und damit außen vor. Mr. Sardinas verzichtet eingangs sogar auf die Hilfe des Mikrofons. Das wird er im Laufe der Show noch einige Male wiederholen.

Power muss also nicht unbedingt gleich zu setzen sein mit Lautstärke. Muss nicht, kann aber. Als die komplette Band dann loslegt, ist das der richtige und wohl gezielte Punch in die Magengegend. Ja, es ist laut, aber ich stehe auch im direkten Einfallswinkel des Gitarrenamps. Und meine Ohren sind einige Dezibel gewohnt. Und zu laut wird es für meinen Geschmack nicht.

Wie gesagt, Eric spielt eine Dobro, eine Zweite steht als Reserve bereit. Das ist auch gut so, denn Eric’s Power beim Spiel fällt gleich beim dritten Titel eine Saite zum Opfer. Das einzige Effektpedal, das (äußerst sparsam) eingesetzt wird, ist ein Wah- Wah. Den Rest an Sound besorgt der oben erwähnte Marshall. Eric bringt die Saiten mit einem Daumenpick und einem weiteren Pick am Zeigefinger zum Schwingen. Mit der linken Hand, Bottleneck auf dem kleinen Finger, wechselt er zwischen Saitengreifen und Slidespiel. Das geschieht oft in einer rasenden Geschwindigkeit, dass die Augen dem Spiel kaum folgen können. Meisterlich. Ein wahrer Hexer an den Saiten. Zudem bewegt sich Eric wie ein tanzender Derwisch über die Bühne.

Mr. Sardinas verfügt über eine ausgeprägt kräftige Stimme, die er sehr gut dynamisch einzusetzen weiß, und die manchmal an die Stimme von Johnny Winter erinnert.

Auf der Setlist stehen natürlich hauptsächlich Titel der aktuellen CD: Um nur einige zu nennen: «All I Need», «Slide» oder auch Tony Joe White’s «As The Crow Flies», Zitat Eric Sardinas: ”I heard it first from a gentleman named Rory Gallagher.”

Aber auch Rückgriffe auf ältere Werke sind in dieses niemals langweilig werdende Set mit eingebaut: «Hell Hound On My Trail» von Robert Johnson oder «I Can’t Be Satisfied» von Muddy Waters erreichen das entzückte Ohr. Toll auch der «Roadhouse Blues» von den Doors und Elvis Presley’s «Burming Love», die es als Zugabe gibt.

Es ist schon eine klasse Show, die das Trio hier abzieht. Musikalisch wie optisch. Man merkt, dass diese Band sehr gut auf einander eingespielt und mit Vollprofis besetzt ist. Schön sind auch das Bass- Schlagzeug- Duett von Levell Price und Bernie Pershey und später Bernie’s exzellentes Drumsolo.

Fazit: Ich freue mich darüber wie die restlichen etwa 100 Zuschauer sicherlich auch, den Start der Europatour von Eric Sardinas & Big Motor erlebt zu haben. Es war von Anfang bis Ende eine gelungene Performance.

Darum meine Empfehlung: Wenn in der Nähe oder gern ein wenig weiter: Unbedingt nicht verpassen.

© Text und Fotos: Tony Mentzel 2009

About these ads

Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




Follow

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 2.079 Followern an

%d Bloggern gefällt das: